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4:1 - Eintracht macht Traumstart perfekt

Fußball, Hessenliga 4:1 - Eintracht macht Traumstart perfekt

Zwei dicke Patzer und das Zutun von Glücksgöttin Fortuna sicherten Eintracht Stadtallendorf den 4:1 (2:0)-Sieg in Baunatal, wo sich mancher vorkam wie im falschen Film.

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Eintracht Stadtallendorfs Dominik Völk überwindet den am Boden liegenden Baunataler Felix Schäfer.

Quelle: Marcello Di Cicco

Baunatal. Dragan Sicaja hatte bei der obligatorischen Pressekonferenz eine komplizierte Aufgabe zu verrichten. Der Stadtallendorfer Trainer musste erklären, wie eine Mannschaft mit drei Toren Unterschied gewinnen kann, die über die gesamte Spieldauer weitaus weniger Torchancen hatte und zudem lange spielerisch klar unterlegen war.

„Tja Tobi, so brutal ist Fußball“, richtete Sicaja schon beim Smalltalk auf dem Weg zur Pressekonferenz tröstende Worte an sein Baunataler Pendent Tobias Nebe. „Ein 4:1 sollte eigentlich eine deutliche Sprache sprechen. Wir waren aber richtig schlecht. Wenn der Gegner die ersten drei Aktionen zu Ende spielt, wäre für uns hier nicht viel zu holen gewesen“, gestand Sicaja dann in versammelter Runde.

Stadtallendorfs Torwart Manuel Bachmeier. Foto: Marcello Di Cicco

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Und auch auf KSV-Seite wusste man, wie das angesichts des Spielverlaufs kuriose Ergebnis zustande gekommen war. „Es waren individuelle Fehler oder Glückstore, die uns wehtaten“, haderte Tobias Nebe - und Willi Nebe ergänzte: „Wir haben uns viele Tore selbst eingeschenkt.“ Vor allem den ersten und letzten Treffer dürfte der Sportliche Leiter des Regionalliga-Absteigers gemeint haben.

Nach einem Rückpass wartete KSV-Keeper Tobias Schlöffel zu lange damit, den Ball wieder ins Spiel zu bringen. Dominik Völk blockte den Abschlag und schob mühelos zur 1:0-Führung ein (13.). In der Nachspielzeit nutzte der eingewechselte Natnael Tega einen technischen Fehler seines Gegenspielers und markierte so den schmeichelhaften 4:1-Endstand (90. + 2).

„Wir wussten gar nicht, wie das heute ging, weil Baunatal eigentlich einen guten Ball gespielt und die Partie über die gesamte Zeit bestimmt hat. Nur haben wir unsere Chancen eiskalt genutzt. Auch Einsatz und Laufbereitschaft haben gestimmt“, bilanzierte Dominik Völk.

Sicaja durchaus kritisch

Der Eintracht-Doppeltorschütze und seine Teamkollegen liefen gegen von Beginn an in allen Belangen bessere Gastgeber allerdings lange nur der Musik hinterher, was Sicaja schon mal auf die Palme brachte. „Mo, du hast überhaupt keine Bindung zum Spiel“, rief der Übungsleiter seinem „Sechser“ Muhamet Arifi Mitte des ersten Abschnitts zu. „Der Baunataler Zehner hat sich ständig fallen lassen, und da war ein Riesenloch in der Mitte. Der Trainer sieht das besser von draußen“, erklärte Arifi.

Nach der Führung hatten die Gäste doppeltes Glück: Zum einen, weil die Heimelf bis zum Kabinengang ein knappes halbes Dutzend hochkarätiger Torchancen ungenutzt ließ - wegen fehlender Genauigkeit und Kaltschnäuzigkeit, aber auch wegen TSV-Torhüter Manuel Bachmeier, der erneut starke Paraden zeigte. Und zum anderen, weil Ariel Szymanskis Freistoßtor entscheidend von der Mauer abgefälscht wurde (42.). „Dann liegst du zur Pause mit 0:2 zurück und weist nicht warum“, klagte der KSV-Coach.

Seine Elf gab auch nach dem Wiederanpfiff des zuweilen etwas kleinlich pfeifenden Manuel Winkler (Bad Arolsen) den Ton an und hatte ein klares Chancenplus. Doch erst nachdem Kenan Atas nach einem Eckball per Kopf auf der Torlinie gerettet hatte (65.), gelang Manuel Pforr nach einem Pass in die Gasse der überfällige Anschlusstreffer (71.).

Mit einem feinen Schuss ins lange Eck stellte Völk aber wieder den Zwei-Tore-Vorsprung her (79.). „In der vergangenen Saison hätten wir solche Spiele nicht gewonnen“, atmete Arifi auf.

von Marcello Di Cicco

Statistik

Tore: 0:1 Dominik Völk (13.), 0:2 Ariel Szymanski (42.), 1:2 Manuel Pforr (71.), 1:3 Völk (78.), 1:4 Natnael Tega (90. + 2).

Baunatal: Schlöffel - Hanske, Krengel, Leipold, Samson - Schäfer (80. Suarez Guerrero), Grashoff - Cucu (60. Aktemür), Bravo-Sanchez, Szczygiel (68. Lee) - Pforr.

Stadtallendorf: Bachmeier - Atas, Vidakovics, Szymanski, Richardt - Arifi, Bartheld - Döringer (34. Ademi), Völk, Vogt (85. Dinler) - Williams (75. Tega).

Schiedsrichter: Manuel Winkler (Bad Arolsen).

Gelbe Karten: Hanske, Pforr / Döringer, Arifi, Richardt, Szymanski, Ademi.

Zuschauer: 250.

Beste Spieler: Schäfer, Grashoff, Szczygiel / Vidakovics, Bachmeier, Atas, Völk.

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