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Lokalsport Eintracht Stadtallendorf gelingt Start nach Maß
Sport Lokalsport Eintracht Stadtallendorf gelingt Start nach Maß
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00:18 02.08.2018
Die Eintracht-Spieler bejubeln ihren guten Saisonstart. Quelle: Nadine Weigel
Stadtallendorf

Als der gut leitende Unparteiische Timo Lämmle (Kernen im Remstal) am Samstag um kurz vor 16 Uhr das kurzweilige Hessen-Derby abpfiff, musste es ganz schnell gehen. Kaum waren die TSV-Spieler in der – diesmal nicht ganz so gut gefüllten – Fankurve angekommen, da brachen Starkregen und Gewitter übers Herrenwaldstadion herein. Auf dem Weg ins Funktionsgebäude legte Stadtallendorfs Coach Dragan Sicaja sogar kurzzeitig Hand an, um einen Sonnenschirm festzuhalten, den heftige Windböen wegzuwehen drohten.

Die Eintracht Stadtallendorf ist mit einem 3:1-Heimsieg gegen Dreieich in die neue Regional-Liga-Saison gestartet.

Der Feierstimmung tat das kleine Unwetter aber keinen Abbruch. „Ich freue mich über die drei Punkte, die sehr wichtig sind. Wir hatten eine schwierige Phase in der Vorbereitung, in der der ein oder andere Spieler gedacht hat, er müsse etwas Außergewöhnliches machen – und nicht das, was der Trainer verlangt. Das haben wir korrigiert“, sagte Sicaja, der die Leistung des gut arbeitenden Kollektivs hervorhob. Auch Stadtallendorfs Muhamet Arifi verteilte ein dickes Lob ans Team: „Wir sind froh, dass wir so in die Saison gestartet sind. Bis auf ein dummes Gegentor haben wir überragend verteidigt.“

Wie erwartet, begann der Aufsteiger aus dem Rhein-Main-Gebiet euphorisch, hatte zunächst optische Feldvorteile und durch Can Özer die Führung auf dem Fuß: Der Freistoß des Stürmers über die Mauer landete allerdings nur an der Unterkante der Latte, beim Nachschuss von Abassin Alikhil zeigte Keeper Hrvoje Vincek einen Klassereflex (7.). Nach guten Einschussmöglichkeiten durch die TSVler Felix Nolte (27.) und Jascha Döringer (31.) verhinderte erneut Vincek den Rückstand, als Özer nach einer Flanke vom rechten Flügel am Fünf-Meter-Raum auftauchte, aber zu inkonsequent abschloss (36.).

Tomislav Baltic erzielt erstes Regionalliga-Tor

„Meine Jungs waren in der Halbzeit etwas am Boden, weil sie gemerkt haben, dass sie ein gutes Spiel gemacht, aber die Torchancen nicht verwertet haben“, verriet SC-Coach Rudi Bommer, für den „nicht die bessere, sondern die cleverere Mannschaft“ gewonnen hatte. „Das 1:0 vor der Halbzeit der Knackpunkt“, ordnete Eintracht-Linksverteidiger Ceyhun Dinler ein, dessen Mannschaft nach der ersten Trinkpause zur Mitte der ersten Hälfte zunehmend Oberwasser gewann.

Tomislav Baltic gelang nicht nur sein erstes Regionalliga-Tor, sondern auch ein sehr sehenswertes, als der Innenverteidiger den Ball aus 22 Metern halblinker Position über die Freistoßmauer in die Tormaschen zirkelte (43.). „Für mich war die Mannschaftsleistung ausschlaggebend“, sagte der neue Eintracht-Stürmer Felix Nolte, „dass wir hinten kompakt standen und vorne das Quäntchen Glück hatten.“ Pech hatte der Angreifer allerdings, als er nach schöner Vorarbeit von Wessam Abdel-Ghani und Vorlage von Jascha Döringer nur den Innenpfosten traf (74.).

Ein anderer Zugang hatte da bereits getroffen: Yannick Wolf (2:0, 58.), der auf dem rechten Flügel begann. Seine schnelle Reaktion nach einem Abwehr-Fauxpas der Gäste samt anschließendem Schuss ins kurze Eck brachte den Herrenwäldern zwischenzeitlich und nach Abpfiff sogar Rang eins ein, was die TSV-Fans in der 61. Minute mit „Spitzenreiter, Spitzenreiter – hey, hey …“-Gesängen feierten.

Weil Baltic einen Rückpass zu Vincek zu kurz spielte und Denis Streker aus dem Rückraum im Nachschuss traf, war das Spiel, das die Eintracht nach dem Seitenwechsel im Griff hatte, fünf Minuten später wieder offen. „In der Phase des Gegentores haben wir uns trotzdem nicht unterkriegen lassen. Wir waren stabil“, stellte Dinler fest. Während die Gäste nicht mehr zwingend wurden, legte Nolte nach einem Konter quer auf den eingewechselten Laurin Vogt, der den Sack zumachte (82.).

Mit Bedauern nahm Dreieichs Vizepräsident Karl-Heinz Körbel die erste Regionalliga-Niederlage in der Vereinsgeschichte hin, denn: „Stadtallendorf hat uns mit einfachsten Mitteln geschlagen. Wir haben etwas Lehrgeld gezahlt.“ Der Bundesliga-Rekordspieler war nur einer von mehreren „prominenten“ Zaungästen: Auch FSV Frankfurts Cheftrainer Alexander Conrad und TSV Steinbach Haigers Geschäftsführer Matthias Georg sahen die faire Partie. Noch im August trifft die Eintracht auf beide Teams. „Wenn man auf unser Programm der nächsten Wochen schaut, war es sehr wichtig, gegen einen Aufsteiger zu gewinnen“, merkte Stadtallendorfs Kapitän Kevin Vidakovics an.

von Marcello Di Cicco