Volltextsuche über das Angebot:

30 ° / 9 ° heiter

Navigation:
Sand im Getriebe der Mercenaries

Football Sand im Getriebe der Mercenaries

Nach dem guten Auftakt zu Saisonbeginn gab es am Samstag für die Marburg Mercenaries eine deutliche Niederlage in Schwäbisch Hall.

Voriger Artikel
Mercenaries starten mit Auswärtssieg in die Saison
Nächster Artikel
Erstes Heimspiel der Mercenaries

Marburgs Quarterback Jo Ullrich (links, gegen Stuttgart) unterlag am Samstag mit den Mercenaries bei den Schwäbisch Hall Unicorns. Archivfoto

Schwäbisch Hall. Vor dem Spiel waren sich die beiden Vorsitzenden der Clubs, Marburgs Carsten Dalkowski und Schwäbisch Halls Jürgen Gehrke, einig: "Heute gewinnt die Mannschaft, die weniger Fehler macht und den Sieg mehr will." Und so sollte es auch kommen: Die Mercenaries leisteten sich zu viele Strafen und bekamen in den entscheidenden Situationen einfach kein Bein auf den Boden. Hinzu kam, dass die "Einhörner" im letzten Spielviertel einen Bilderbuch-Drive hinlegten, der den Gästen von der Lahn die letzte Chance auf einen Comeback-Sieg nahm.

Mehr als 1 000 Zuschauer sahen bei fast winterlichen Temperaturen eine von Beginn an hochklassige Bundesliga-Partie. Die erste Duftmarke setzte dabei der Haller Verteidiger Oliver Radke mit einem Touchdown, nachdem der Marburger Runningback Johannes Thiel sich den Ball während eines Laufs aus den Händen reißen ließ.

Die Marburger waren aber wenig geschockt und legten sogleich nach. Mit seiner allerersten Ballberührung im Dress der "Söldner" lief Runningback Danny Washington sogleich über 60 Meter in die Endzone der Gastgeber.

Als dann im Anschluss Linebacker Daniel McCray eine Ball von Quarterback (QB) Brunner abfangen konnte und die Marburger mit 14:6 in Führung gingen (PATs jeweils Peter Müller), schien alles planmäßig für die Mercenaries zu laufen. Doch bereits im Anschluss zeigte die Offense der "Unicorns", dass an diesem Tag nicht mit ihnen zu spaßen ist. Einen fulminanten Drive beendete WR Thomas Hambalek mit einem Touchdown Fang zum 14:12. Mit dieser knappen Führung wurden zum ersten Mal die Seiten gewechselt.

Auch im zweiten Spielviertel lieferten sich die Teams dann den erwarteten offenen Schlagabtausch. Hall ging nach einen Lauf durch Wide Receiver Dusty Thornhill, den die Marburger Verteidigung den ganzen Nachmittag nicht unter Kontrolle bringen konnte, mit 19:14 in Führung (PAT Scheuring). Sodann erhöhte Waldemar Schander mit einem sehenswerten 80 Meter Lauf sogar auf 26:14, ehe die Lahnstädter noch vor der Pause durch Joe Sturdivant auf 21:26 verkürzen konnten.

Die Marburger Footballer schienen dann auch zunächst besser aus der Kabine zu kommen. Kicker Peter Müller schloss eine Serie von Angriffspielzügen mit einem Fieldgoal zum 24:26 ab. Aber dies sollten die letzten Punkte der Mercenaries an diesem Tag bleiben, denn dann begann der Absturz. Von vielen unnötigen Strafen der Mercenaries immer wieder ins Spiel gebracht, legten die heimischen "Einhörner" dankend nach. Zunächste erzielte Thornhill seinen zweiten Touchdown an diesem Tag und brachte seine Farben mit 33:24 in Führung, bevor die Defense der Haller Quarterback Jo Ullrich zum wiederholten Male zu Fall brachte. Dieser hatte auch keinen leichten Tag, seine Offenseline wurde oftmals durch die Attacken der Haller Verteidigung überrascht und wenn Ullrich mal seinen Jägern entwischen konnte, ließen seine Passempfänger die Bälle ein um das andere Mal fallen.

So kam es, wie es kommen musste. Die Schwäbisch Hall Unicorns bekamen den Ball und konnten mit einem Drive über 80 Meter mehr als 8 Minuten von der Uhr nehmen, und am Ende sogar einen Touchdown zum 40:24 feiern. Mit weniger als vier Minuten Spielzeit war den Mercenaries jede Chance auf ein Comback genommen.

"Marburg war ein starker Gegner, und wir haben nicht so sehr dominiert, wie es das Ergebnis vielleicht vermuten lässt", sagte Halls Head Coach Siegfried Gehrke nach dem Spiel, in dem er erneut mit vielen Verletzungsausfällen klar kommen musste.

Marburgs Trainer Joe Roman mahnte seine Mannschaft zu mehr Trainingsfleiß, sowohl in Offense als auch Defense sei noch zu viel Sand im Getriebe. Diesen Sand können die Mercenaries durch zwei Wochen ungestörtes Training versuchen zu entfernen. Das nächste Spiel der Mercenaries findet erneut auswärts statt: Am 30. Mai bei den Weinheim Longhorns.

von Michael E. Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg Mercenaries
BC Marburg beim Kaphingst-Cup