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Marburg Mercenaries Marburger Offense findet kein Mittel
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19:36 26.09.2010
Brandon Langston (in Ballbesitz) von den Marburg Mercenaries nutzt im Halbfinale eine der wenigen Lücken in der Berliner Verteidigung zu einem Lauf aus. Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Wie im Vorjahr war das Halbfinale Endstation für die Marburg Mercenaries. Vor 1.600 Zuschauern verloren die Marburger im Georg-Gaßmann-Stadion gegen die Berlin Adler mit 6:17. Die amtierenden Meister aus Berlin spielen am 9. Oktober so im „German Bowl“ in Frankfurt gegen die Kiel Baltic Hurricanes, die im zweiten Halbfinale gegen die Dresden Monarchs mit 14:0 gewannen.

Bemerkenswert an der Niederlage war, dass den Mercenaries kein Touchdown gelang, die sechs eigenen Punkte resultierten aus zwei Field Goals.

„Natürlich sind wir bitter enttäuscht über die Niederlage, auch wenn man sich nicht grämen sollte, gegen solch‘ starke Berliener zu verlieren“, sagte Mercenaries-Präsident Carsten Dalkowski. Auch Head Coach Joe Roman zeigte sich „sehr enttäuscht. Dabei hatten wir uns gut vorbereitet und waren vor dem Spiel sehr optimistisch. Und diese Zuversicht wuchs eigentlich noch in der ersten Halbzeit.“

Die Marburger Offense – bei der Runningback Danny Washington beruflich bedingt fehlte – hatte es mit einer starken Berliner Defense zu tun. „Es ist bitter, wenn mit einer der besten Angriffsreihen der Liga gegen Berlin keinen Touchdown erspielt. Allerdings müssen wir uns auch an unsere eigene Nase fassen, denn wir hatten unsere Chancen und hätten durchaus 21 Punkte holen können“, sagte Quarterback Joachim Ullrich. Einen guten „Job“ hätte aber auch die Marburger Verteidigung getan.

Bereits in ihrem ersten Angriff tasteten sich die Marburger an die gegnerische 2-Yards-Linie heran, heraus sprang indes nur ein Field Goal von Peter Müller zum 3:0. Danach glänzten die Abwehrreihen, die Angriffsrechte wechselten ständig. Die Marburger Seite konnte zu Beginn des zweiten Viertels jedoch das Berliner Field Goal aus 45 Yards zum 3:3 nicht verhindern. Nun spielte sich das Geschehen meist in der Marburger Hälfte ab, ehe die Mercenaries nach einer Interception eine Minute vor der Halbzeitpause erneut nur drei Meter von der Berliner Endzone entfernt waren. Doch alles Drängen half nicht, die Pässe von Ullrich fanden keinen Abnehmer.

Nachdem die Marburger im dritten Viertel das eroberte Angriffsrecht wieder abgeben musste, setzten die Gäste zu den ersten zusammenhängenden Angriffen an. Besonders Runningback Talib Wise verschaffte seinem Team immer wieder Raum. Den krönenden Abschluss zum 3:10 bildete aber ein Pass von Adler-Quarterback Tobias Brüning auf Thomas Emsländer. Marburgs Joe Sturdivant hatte den Wurf um Zentimeter falsch eingeschätzt.

Nach dem anschließenden Kickoff war es vor allem Justin Willis zu verdanken, dass sich die Marburger bis auf anderthalb Yards auf die Gäste-Endzone vorkämpften. Mehr als ein Field Goal zum 6:10 sprang allerdings erneut nicht raus.

Berlins Wise war es vorbehalten, zu Beginn des Schlussviertels zuerst den Ball weit in die Marburger Hälfte und anschließend zum 17:6-Touchdown zu tragen. Angesichts der starken Berliner Defense war dies elf Minuten vor dem Spielende die Entscheidung. Auch der Versuch der Mercenaries, mit Willis als Quarterback die Berliner zu verunsichern, misslang.

von Michael Seehusen