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Guter Saison fehlt das „Sahnehäubchen“

American Football Guter Saison fehlt das „Sahnehäubchen“

Die Enttäuschung ist bei den Marburg Mercenaries nach dem Aus im Halbfinale groß. In der kommenden Saison wollen die Mercenaries wieder angreifen. Ob es zu einem personellen Umbruch kommt, ist noch offen.

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Nur selten zu stoppen: Danny Washington kommt gegen die Braunschweiger Dennis Engelbrecht und Niklas Hentschel (rechts) zu Fall.

Quelle: Foto: Thorsten Richter

Marburg . Bei den Verantwortlichen der Marburg Mercenaries ist die Enttäuschung groß, mit der Niederlage im Halbfinale das „German Bowl“ verpasst zu haben. „Anders als im Vorjahr, als wir krasser Außenseiter gegen die Berlin Adler waren, hatten wir am Sonntag eine reelle Chance“, sagt Mercenaries-Präsident Carsten Dalkowski. So hatten die Marburger allein elf Versuche, weniger als fünf Yards von der Berliner Endzone entfernt zu punkten – heraus sprangen aber nur zwei Field Goals. „Das ist bitter für die Spieler, weil sie wissen: Es lag an uns selbst“, erklärt Dalkowski. Abgesehen vom Ausgang des Halbfinales, blickt Dalkowski aber zufrieden auf die Saison zurück: Der Titel des Südmeisters wurde erneut geholt, beim Nordmeister Kiel – Gegner der Berlin Adler im Endspiel – gewannen die Mercenaries zum Ligaauftakt. „Wir haben eine gute Saison gespielt, aber das Sahnehäubchen hat gefehlt“, erklärt der Präsident der Mercenaries.

Dazu hatte der Vorstand bereits im vergangenen November die Weichen gestellt, indem er Joe Roman als Head Coach verpflichtete. Auch von dem Rückschlag, als sich Runningback Sean Cooper kurzfristig wieder abmeldete, erholte man sich schnell. Dank der vielfältigen Kontakte von Roman wurde Brandon Langston verpflichtet, der gleich gut einschlug. Insgesamt sieht Dalkowski die Mercenaries als ein Team, in dem „keine großen Stars, aber viele gute Spieler“ stehen. Das Team harmoniere und sei in sich geschlossen, dies sei „ein Geheimnis des Erfolgs“. So bildeten Marburger Spieler das Kernstück der deutschen Nationalmannschaft, die während der Saison Europameister wurde. „Das hat die Spieler auch geschlaucht; eigentlich müssten wir den Kader vergrößern, um solche Zusatzleistungen abzufangen“, sagt Dalkowski. Den Wünschen setzt das Finanzbudget aber enge Grenzen.

„Andere Vereine haben einfach einen größeren Etat, wir arbeiten alle am Limit, auch unsere Sponsoren“, zieht der Rechtsanwalt den Rahmen. In Marburg gäbe es keine „Global Players, die was auf den Tisch legen. Man muss schauen, wie man hinkommt, aber es wird von Jahr zu Jahr schwieriger.“ Dazu trägt auch der Ligaverband bei, der hohe Abgaben von den Vereinen fordert. Die Spieler kämen hingegen eher „für’n Appel und ein Ei“ zu den Mercenaries. „Sie erhalten nur eine Aufwandsentschädigung, zeigen viel Eigenleistung und beteiligen sich sogar an den Kosten.“ Dass man dennoch immer erfolgreich wäre, sei ein „Marburger Geheimnis. Wir haben eine Supermannschaft, die trotz kleinen Budgets exzellente Ergebnisse aufweist.“ Man betreibe Amateursport „so professionell wie möglich“, unterstreicht Dalkowski. Auch in der kommenden Saison wollen die Mercenaries im Kampf um den Titel wieder „angreifen“. Ob es dabei zu einem Umbruch im Kader kommt, ist noch offen. „Für altgediente Spieler wie Joachim Ullrich, Filip Pawelka oder Eugen Heidt wird es natürlich immer schwieriger zu sagen: Ich hänge noch ein oder zwei Jahre dran. Es ist eben nicht einfach, Familie, Sport und Beruf unter einen Hut zu bringen“, betont der Präsident der Mercenaries.

Dass das Marburger Team das „German Bowl“ verpasst habe, könne sich aber auch so auswirken, dass die Spieler weitermachen: „Weil wir das Endspiel verpasst haben, entsteht bei den Spielern das Gefühl‚ dass man seinen Job noch nicht erledigt hat.“

In den kommenden Wochen will der Mercenaries-Vorstand mit Trainern und Spielern Gespräche führen. Dalkowski: „Wir wollen schnell eine Grundlage für die kommende Saison schaffen. Ich hoffe, dass wir Mitte November erste Ergebnisse vermelden können.“

von Michael Seehusen

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