Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Mercenaries Entscheidung naht: Aus oder Halbfinale
Sport Lokalsport Marburg Mercenaries Entscheidung naht: Aus oder Halbfinale
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:53 10.09.2009

Marburg. „Es war zuletzt nicht immer einfach, die Spannung hochzuhalten. Schließlich stand schon seit mehreren Wochen fest, dass es mehr als den zweiten Platz in der GFL-Gruppe Süd dieses Jahr nicht geben würde“, sagt Arik Bredendiek, Pressesprecher der Mercenaries.

Die Möglichkeit, den Titel des Südmeisters erneut einheimsen zu können, hatte man sich vor allem durch eine schlechte Phase mit teils unglücklichen Niederlagen am Anfang der Saison verbaut. Aus diesem Grunde ist man im Lager der Marburg Mercenaries jetzt auch froh, dass die schönste Jahreszeit im American Football endlich beginnt: die Playoffs. In diesen „Alles-oder-Nichts“-Spielen werden Kräfte freigesetzt, von deren Existenz man nach einer langen, kräftezehrenden Saison gar nichts mehr wusste.

Zum Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft erwarten die „Söldner“ am Sonntag (6.9.) um 16 Uhr in den Dresden Monarchs jenes Team, das man vergangenes Jahr auf dem Weg ins Halbfinale besiegt hatte – gegen die es aber in der Vorbereitung auch ein herbe 50:70-Pleite setzte.

Wie viel Aussagekraft diese Niederlage aus der Vorbereitung zum jetzigen Zeitpunkt aber noch hat, bleibt abzuwarten. Tatsache ist jedoch, dass zumindest beide Offenses an diesem Tag nach Belieben agieren konnten, was so sicherlich nicht noch einmal der Fall sein wird.

„Allein die Intensität wird ein ähnliches Ergebnis verhindern“, weiß Linebacker Sean Averhoff, der mit dem neu zusammengewürfelten Trainerstab unter Vorsitz von Jason Kelly und Sergej Schmidt akribisch an der Taktik arbeitet, um die zahlreichen Leistungsträger in der Dresdner Offense wirkungsvoll zu stoppen.

Da wäre zum einen Quarterback Kyle Israel, der ein überragendes Auge mit der Abgebrühtheit verbindet, die man sich durch den Wettbewerb an den großen Colleges Nordamerikas zwangsläufig aneignet. Der ehemalige Spielmacher der University of Central Florida (Div.I) kann dabei in Radko Zoller und Talib Wise auf fangsichere Receiver zurückgreifen, die noch dazu über die Geschwindigkeit verfügen, jederzeit „tief zu gehen“.

Wise ist darüber hinaus auch in der Defense einsetzbar und wurde – in Abwesenheit des etatmäßigen Runningbacks Michael Andrew – auch schon als Ballträger zweckentfremdet.

Über Andrew selbst braucht man nicht viele Worte zu verlieren, war er es doch hauptsächlich, dem die Mercenaries ihr Ausscheiden im Halbfinale der vergangenen Saison verdankten. Damals noch im Dress der Braunschweig Lions erlief der bullige Mann aus England über 200 Yards. Die Defense der Elbstädter ist hingegen zumindest auf dem Papier der Offense nicht gleichzusetzen. Vor allem zu große Löcher in der Laufverteidigung machten der Mannschaft von Head Coach Gary Spielbühler immer wieder zu schaffen.

Die Marburger selbst versuchen nach wie vor, ihre verletzungsbedingten Ausfälle so gut es geht zu kompensieren. „Wir haben darin ja schon eine gewisse Übung“, sagt Safety Patrick Trumpfheller, der auf die vielen Verletzten während der regulären Saison anspielt.

Auch hinsichtlich des Viertelfinals am Sonntag ist noch nicht klar, welcher Kader konkret wird auflaufen können. „Wir hoffen immer noch auf ein paar Wunderheilungen“, sagt Head Coach Filip Pawelka mit einem Schmunzeln.

Egal, was für eine Mannschaft am Sonntag letztlich auf dem Rasen des Georg-Gaßmann-Stadions stehen wird, sie wird eines tun: kämpfen. Denn schließlich sind die Playoffs der einzige Grund, warum man sich durch die reguläre Saison quält. Sean Cooper, seit kurzem Rekordinhaber der GFL, bringt es auf den Punkt: „Let’s do this“.

von Michael E. Schmidt