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Spitzenspiel hält, was es verspricht

Fußball-Verbandsliga Mitte Spitzenspiel hält, was es verspricht

Nach dem in der 56. Minute abgebrochenen Rückspiel standen sich VfB und SVB gestern zum dritten Mal im Ligabetrieb dieser Saison gegenüber. Und es dürfte gerne noch häufiger sein, wenn die beiden Rivalen Leistungen wie gestern abliefern. 

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Bauerbachs Robin Traut (links) kommt gegen den Marburger Fabian Schmidt zu Fall.

Quelle: Michael Hoffsteter

Bauerbach. Die Partie bot den 400 Zuschauern höchsten Unterhaltungswert – mit dem besseren Ende für die Hausherren. „Meine Mannschaft hat das nach einer schwierigen Anfangsphase gut gemacht. Marburg war 35 Minuten, wir 55 Minuten lang die bessere Mannschaft. Der Sieg ist somit verdient“, sagte SVB-Coach Stefan Frels.

SV Bauerbach – VfB Marburg 3:2 (2:1)

Tore:  0:1 Fabian Pötzl (18.), 1:1 Milos Milosevic (35.), 2:1, 3:1 Manuel Brehm (38., 47.), 3:2 Artur Besel (77., FEM).

SV Bauerbach:  Bachmeier - Rechmann, Eryilmaz Milosevic, Köhler - Gries - Wiessner (84. Hooß), Traut (87. Hartmann-Pfeffer), Freese, Jura (70 Schwarz) - Brehm.

VfB Marburg:  Purbs - Schnitzer (44. Atas), Limbcher, Pötzl, Wellner (62. Schäfer) - Szymanski, F. Schmidt - Ouattara, Cin (55. S. Schmidt), Besel - Günther.

Schiedsrichter:  Dominik Bräunche (Mittenaar).

Zuschauer:  400.

Beste Spieler:  Jura, Bachmeier, Brehm, Köhler, Milosevic / Ouattara, Purbs, F. Schmidt.

Der Fußballlehrer gab jedoch auch zu, dass die „Schimmelreiter“ nach 35 Minuten 4:0 hätten führen können. Die Gäste waren nach kurzem Abtasten die aktivere und giftigere Mannschaft. Bauerbach war insbesondere im Spielaufbau völlig von der Rolle und leistete sich, uncharakteristisch für das Team, einen Haufen an haarsträubenden Fehlpässen im Aufbauspiel.

Mehrmals luchste der VfB den Platzherren bereits an der Mittellinie den Ball ab. Besonders nach der Führung durch Fabian Pötzl, der nach einem Eckball das 1:0 per Kopf markierte, schien der SVB völlig von der Rolle. Jean-Claude Günther (22.), Kai Schnitzer (27.), Fabian Schmidt (31.) hatten die besten Torchancen für den VfB, scheiterten allerdings haarscharf oder am überragenden Manuel Bachmeier.

„Wer seine Chancen nicht nutzt, bezahlt am Ende dafür“, kommentierte VfB-Trainer Harry Preuß. So kam es dann auch. Der Ausgleich fiel aus dem Nichts und erneut nach einer Standardsituation. Eine Ecke wurde an den Sechzehner gespielt. Von dort schlenzte Milos Milosevic den Ball herrlich zum Ausgleich ins Tor.

„Genau diese Variante haben wir gestern im Training eine Stunde lang geübt“, verriet Frels. Ein Team muss nicht groß gewachsen und kopfballstark sein, um aus ruhenden Bällen Kapital zu schlagen. „Danach war meine Mannschaft zwar nicht geschockt, aber beeindruckt“, sagte Preuß. Infolgedessen unterliefen den Marburgern mehrere haarsträubende Fehler und es schlich sich der Schlendrian in der Zweikampfführung ein. Das 2:1 folgte prompt: Eine scharfe Hereingabe landete bei Manuel Brehm, der sich mit dem Ball am Fuß um die eigene Achse drehte und präzise ins Eck schob. Vorher hatte der VfB mehrere Chancen, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern, vertendelte jedoch. Mirko Freese (41.) hätte fast auf 3:1 erhöht, doch Lorenz Purbs vereitelte mit einer Glanztat. Marburgs Keeper war in der Schlussphase des ersten Durchgangs unter Dauerfeuer und hatte auch in Hälfte zwei viel zu tun. Warum bei Bauerbach plötzlich der Schalter umgelegt wurde?

„Das ist eine junge Mannschaft, der bei so einem Tor im Derby Flügel wachsen“, strahlte Frels. Auch in Hälfte zwei blieben die Hausherren die gefährlichere Mannschaft und kamen durch eine etwas abgewandelte Eckball-Variante vom 1:1 zum 3:1. Diesmal war Manuel Brehm der Abnehmer.

Die Marburger mühten sich zwar, bekamen aber kaum noch Zugriff gegen die sich im Gegen-Pressing stark präsentierenden Hausherren. Die beste Torchancen zum Anschlusstreffer hatte Ngolo Ouattara, der einen Schuss von der Strafraumgrenze gegen die Latte donnerte.

„Ich kann keinem meiner Spieler heute einen Vorwurf machen. Alle haben sich reingehängt“, lobte Preuß dennoch. Der Anschlusstreffer fiel per Strafstoß. Aber der VfB kam zu keiner 100-prozentigen Chance mehr, sondern der SVB hätte nach Kontern sogar noch erhöhen müssen.

von Benjamin Kaiser

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Fotos: Michael Hoffsteter