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„Lebbe“ geht auch bei der Wormatia „weider“

Wormatia Worms „Lebbe“ geht auch bei der Wormatia „weider“

Die sportlichen Höhepunkte liegen bereits 35 Jahre zurück. Immerhin hat sich Ex-Zweitbundesligist Wormatia Worms seit zehn Jahren in der Regionalliga etabliert.

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Regionalligist Wormatia Worms absolvierte in der Saisonvorbereitung auch ein Testspiel gegen Bundesliga-Absteiger SV Darmstadt 98 (links Kevin Großkreutz gegen Eugen Gopko).

Quelle: imago

Worms. Wer Herbstmeister in der 2. Bundesliga wird, der darf auch von mehr träumen. Aus dem „Mehr“ wurde zwar nichts, doch hat Wormatia Worms allen Grund, mit ein wenig Stolz auf seine Vergangenheit zurückzublicken. Als Gründungsmitglied stiegen die Wormser 1974 in der Premierensaison zwar direkt wieder ab, schafften 1977 aber im zweiten Anlauf den Wiederaufstieg durch erfolgreiches Abschneiden in der Aufstiegsrunde. Dank einiger Verstärkungen wurde Wormatia in der Saison 1978/79 Herbstmeister. Darunter war kein Geringerer als Dragoslav Stepanovic, der von Eintracht Frankfurt nach Worms wechselte. Dennoch verpasste die Wormatia als Tabellendritter am Ende den Aufstieg in die Bundesliga. „Stepi“ – in den 1990er-Jahren eine der interessantesten und schillerndsten Figuren der Fußball-Bundesliga („Lebbe geht weider“) – ging danach für ein Jahr zu Manchester City, um im Anschluss nochmals eine Saison lang für Worms zu spielen. Doch nach und nach mussten Teile der erfolgreichen Mannschaft von Trainer Eckhard Krautzun verkauft werden, da der Vorsitzende und vermeintliche Mäzen Winfried Heyn die Neuzugänge mithilfe von Darlehensbetrug und Steuerhinterziehung finanziert hatte. Trotz schwerer finanzieller Probleme und Imageschäden spielte Wormatia noch drei weitere Jahre in der 2. Bundesliga und stieg in der Saison 1981/82 in die Amateur-Oberliga Südwest ab. Danach wurde es ruhig in Worms. Erst 2008 gelang zumindest der Aufstieg in die Regionalliga, der der Verein nunmehr seit zehn Jahren angehört.

Nach Platz sechs in der abgelaufenen Saison strebt die Wormatia wieder einen einstelligen Tabellenplatz an: „Wichtig ist, dass wir uns von den potentiellen Abstiegsrängen fernhalten“, sagt Giuseppe Lepore, Leiter des Geschäftsbetriebes der Wormser. Der 1. FC Saarbrücken, SVElversberg, SV Waldhof Mannheim und der FSV Mainz05II gelten als die Topfavoriten auf den Titel. Und wer kämpft gegen den Abstieg? „Dem gegenseitigen Respekt geschuldet geben wir hierzu keine Prognose ab“, sagt Lepore, äußert sich aber zumindest über den TSV Eintracht Stadtallendorf: „Mit der Aufstiegseuphorie im Rücken und seiner unbekümmerten Spielweise ist der TSV Eintracht Stadtallendorf sicher für positive Überraschungen gut.“

Für viele eine Überraschung ist sicherlich auch die Tatsache, dass ausgerechnet in Worms die Karriere eines später allseits bekannten Torhüters begann: Petar „Radi“ Radenkovic kam 1960 aus dem damaligen Jugoslawien nach Deutschland. Zunächst spielte er in der Saison 1961/62 bei Wormatia Worms in der Oberliga Südwest. Durch seine einjährige Sperre konnte er erst in der Rückrunde in das Ligageschehen eingreifen.

Der vormalige Keeper von OFK Belgrad debütierte am 18. Spieltag, 17. Dezember 1961. Horst-Dieter Strich hatte die ersten 17 Rundenspiele für die Wormatia zwischen den Pfosten bestritten, und Worms hatte dabei 18:16 Punkte erreicht. Mit Radenkovic im Tor kam Worms in den restlichen 13 Punktspielen auf 19:7 Punkte. Trainer Max Merkel wurde auf ihn aufmerksam und holte den „Fangkünstler“ zur letzten Oberligarunde 1962/63 zu 1860 München. Mit ihm begann die große Zeit der 60er. Die große Zeit der Wormser mit Dragoslav Stepanovic, Eckhard Krautzun und Petar „Radi“ Radenkovic ist indes lange vorbei.

Doch auch bei der Wormatia aus Worms geht das „Lebbe“ bestimmt „weider“ – wie beim TSV 1860 München (inzwischen ebenfalls Regionalligist) auch.

von Michael E. Schmidt

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