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Stadtallendorf lässt sich überrumpeln

Fußball, Regionalliga Südwest Stadtallendorf lässt sich überrumpeln

Jetzt hat es auch Eintracht Stadtallendorf erwischt: Beim 1:2 (1:2) im Hessen-Derby gegen den FSV Frankfurt setzte es vor 2150 Zuschauern die erste Niederlage für die Herrenwälder in der Regionalliga Südwest.

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Stadtallendorfs Israel Suero Fernandez (rechts) behauptet den Ball gegen FSV Frankfurts Patrick Huckle. Die Partie verloren die Herrenwälder dennoch mit 1:2.

Quelle: Nadine Weigel

Stadtallendorf. „Auswärtssieg! Auswärtssieg!“ skandierten die „Allendorfer Jungs“, als sich die Eintracht-Spieler nach 95 intensiven Minuten mit hängenden Köpfen in Richtung ihrer Fankurve schleppten. Die Botschaft des TSV-Anhangs war klar: Der Blick sollte nach vorne gehen – weg von der ersten Pleite, an der so mancher zu knabbern hatte: Coach Dragan Sicaja etwa, der noch eine halbe Stunde nach dem Abpfiff des bisweilen etwas kleinlich pfeifenden Unparteiischen Thorsten Braun (Saarbrücken) auf und neben dem Spielfeld Gespräche führte.

„Der Gegner hat sich die drei Punkte verdient. Die erste Viertelstunde haben wir verschlafen. Da waren wir geistig nicht richtig dabei, etwas müde. Es hat die Frische gefehlt“, gab Sicaja bei der obligatorischen Pressekonferenz zu Protokoll, auf der FSV-Coach Alexander Conrad sein Team für den Start nach Maß lobte: „Wir waren gleich mutig und haben die richtigen Räume angespielt. Nach dem 2:0 waren wir allerdings nicht mehr ganz so ballsicher.“

Nach dem 2:0 – dies war bereits nach zwölf Minuten. Nach einer Flanke vom rechten Flügel erzielte der bärenstarke, sträflich freistehende Robert Schick durch die Beine von TSV-Keeper Hrvoje Vincek die Führung (7.), ehe es nach einem Ballverlust von Wessam Abdel-Ghani am Mittelkreis blitzschnell ging und Leon Bell Bell mit einem trockenen, halbhohen Schuss aus knapp 18 Metern auf 2:0 erhöhte (12.).

Vidakovics nach fünfter Gelber Karte gesperrt

„In den ersten 15 Minuten hat die Konzentration gefehlt. Wir haben in der Defensive nicht gut gestanden. Dass beim ersten Gegentor zwei Spieler am langen Pfosten alleine stehen, sollte nicht passieren“, kritisierte Vincek – eine Ansicht, die Mitspieler Dorian Miric teilte: „Wir haben in den ersten 20 Minuten nicht richtig dagegengehalten und waren auch etwas überrascht vom Auftreten des Gegners. Wir waren aber auch noch platt vom Spiel am Dienstag. Ich kann verstehen, dass man nach solchen Spielen mit den Kräften irgendwann am Ende ist.“

Eine Schrecksekunde erlebte die Eintracht bereits nach zweieinhalb Minuten, als Kevin Vidakovics Schick von den Beinen holte und dafür zu Recht die Gelbe Karte sah. Damit ist der TSV-Kapitän im nächsten Punktspiel gesperrt. Die anfangs zu behäbig aufspielende Eintracht benötigte bis zur 20. Minute, um die drei Rückschläge abzuschütteln. Da hatte sie bereits auf 1:2 verkürzt. Nach einem Foul von FSV-Schlussmann Marco Aulbach, der noch einige starke Aktionen haben sollte, an Laurin Vogt im Strafraum verzögerte Erdinc Solak geschickt vom Punkt und traf (19.).

Frankfurt spielt ab 63. Minute nur noch zu zehnt

Die Eintracht, die im Zentrum nicht so präsent wie in den bisherigen Partien agierte, besaß noch gute Chancen zum Ausgleich durch Vidakovics (21.), Solak (31.) und Ceyhun Dinler (44.). „Ich bin mir sicher: Hätten wir da das zweite Tor nachgelegt, hätten wir das Spiel gedreht“, bedauerte Vidakovics. „Wir hätten etwas mehr über die Flügel kommen müssen“, meinte derweil Vincek, der zudem feststellte: „Uns hat auch das nötige Quäntchen Glück gefehlt.“ Stimmt, denn während nach tollem Einsatz des starken Kristian Gaudermann Laurin Vogt per Kopf den Pfosten traf (48.), streifte Israel Suero Fernandez’ Flanke die Latte (68.). Doch nicht nur ein Chancenplus hatte die Sicaja-Elf im zweiten Durchgang, sondern auch mehr vom Spiel.

Nachdem FSV-Kapitän Andreas Pollasch an der Mittellinie rüde mit gestreckten Beinen gegen Del-Angelo Williams einstiegen war, zückte Braun den roten Karton – zum Unverständnis des lautstark protestierenden Conrad, den der Referee daraufhin ermahnte (63.). „Er grätscht seitlich rein. Ein Foul war es, aber keine Rote Karte“, meinte der FSV-Trainer, dessen Elf sich in der Folge aufs Verteidigen und Kontern beschränkte. „Wir haben 90 Minute übertrieben gekämpft. Selbst in Unterzahl sind wir alle gelaufen – und dies, obwohl alle schon am Mittwoch gespielt hatten“, gab Frankfurts Robert Schick zu bedenken.

Am Mittwoch geht's weiter im Hessenpokal

Mit der letzten Aktion der Partie scheiterte Suero Fernandez per Freistoß am glänzend parierenden Aulbach. „Das war unser bisher schlechtestes Spiel. Wenn wir unsere normale Leistung der vergangenen Wochen abgerufen hätten, hätten wir sicher gewonnen“, meinte Vidakovics. Sicaja gab unterdessen zu bedenken: „Ich kann die Mannschaft nicht fünf Spiele lang loben und nun alles in Frage stellen. Wir müssen sie nun aufbauen. Dafür braucht man etwas Zeit.“

Schon am Mittwoch ist der TSV allerdings wieder gefordert. In der zweiten Runde des Hessenpokals trifft die Eintracht um 18 Uhr in Fernwald-Steinbach auf Verbandsliga-Aufsteiger FSV Fernwald.

TSV Eintracht Stadtallendorf – FSV Frankfurt 1:2 (1:2)

Tore: 0:1 Robert Schick (7.), 0:2 Leon Bell Bell (12.), 1:2 Erdinc Solak (19., FEM).

Eintracht Stadtallendorf: Vincek – Gaudermann, Vidakovics, Baltic, Dinler – Suero Fernandez, Abdel-Ghani, Arifi (61. Miric), Vogt (82. Heuser) – Solak (79. Bozina), Williams.

FSV Frankfurt: Aulbach – Becker, Sierck, Djengue, Huckle (87. Markovic) – Pollasch, Azaouagh (79. Seegert), Andacic, Schick – Bell Bell, Namavizadeh (61. Dalmeida).

Schiedsrichter: Thorsten Braun (Güdingen).

Zuschauer: 2150.

Rote Karte: Andreas Pollasch (63., Frankfurt) wegen groben Foulspiels.

Gelbe Karten: Vidakovics, Williams, Abdel-Ghani / Aulbach, Djengue, Seegert, Schick.

Beste Spieler: Gaudermann, Vogt / Schick, Aulbach.

von Marcello Di Cicco

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