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Sicaja: „Wir werden mutig spielen“

Fußball-Regionalliga Sicaja: „Wir werden mutig spielen“

Verstecken will sich der TSV Eintracht Stadtallendorf nicht bei seinem ersten Gastspiel im Stadion am Bieberer Berg, wo der Neuling am Freitag (19.30 Uhr) Primus Kickers Offenbach auf den Zahn fühlt.

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Ceyhun Dinler (rechts, gegen Jan Ferdinand vom VfB Stuttgart II) wird am Freitag mit Stadtallendorf vor etwa 8000 Zuschauern auf die Offenbacher Kickers treffen.

Quelle: Nadine Weigel

Stadtallendorf. Bei der obligatorischen Pressekonferenz nach dem jüngsten 4:2-Erfolg gegen den VfB Stuttgart II sorgte Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja für den ein oder anderen Lacher bei den Zuhörern, aber auch bei seinem Trainerkollegen Andreas Hinkel.

„Andreas“, wandte sich der Kroate dem Ex-Nationalspieler zu, „du hast schon so viele Bundesligaspiele absolviert, aber du musst uns zugestehen, dass wir uns hier mal für unsere Jungs freuen.“ Dabei ging es nicht um den Erfolg gegen die VfB-Reserve, sondern um die Vorfreude auf das Flutlicht-Spiel gegen den OFC. „Es war immer mein Traum, mit unseren Jungs dort mal aufzulaufen“, gesteht Sicaja, der trotz der makellosen Heimbilanz des Spitzenreiters (die OP berichtete) guter Dinge ist.

Auf Remis spielen? Das kommt für den TSV-Übungsleiter nicht infrage. „Wir werden unser Ding durchziehen, mutig spielen – eben so, wie wir oft spielen. Sich 20 Meter vor dem eigenen Tor zu verbarrikadieren, ist nicht mein Ding“, stellt Sicaja klar, dass er sich auch im Sparda-Bank-Hessen-Stadion, wie der Offenbacher „Fußball-Tempel“ seit der Eröffnung im Juni 2012 heißt, etwas ausrechnet. Allerdings gelte es, mit der Atmosphäre klarzukommen.

Sicaja rechnet mit etwa 8000 Zuschauern, worunter auch zahlreiche Gästefans sind. Mit vier Fan-Bussen mit je 50 Personen reisen die TSVler an. Dazu kämen laut Stadtallendorfs Fußball-Chef Reiner Bremer noch „etliche Kleinbusse“ und Privatfahrer.

Doch nicht nur atmosphärisch, auch sportlich wartet ein Highlight auf den Aufsteiger: Nach dem 1. FC Saarbrücken (30 Tore) verfügt Offenbach mit 29 Treffern über die zweitbeste Offensive der Südwest-Staffel. Spieler wie Dren Hodja (7) und der vor der Saison aus Worms gekommene Florian Treske (6) zeichnen sich dafür hauptsächlich verantwortlich. „Der Trainerkollege hat da einen guten Job gemacht, er hat gezielt Offensivspieler geholt“, lobt Sicaja die Arbeit von Oliver Reck.

OFC-Coach Reck hat großen Respekt

Der heute 52-jährige ehemalige Bundesliga-Keeper von Werder Bremen (345 Spiele) und des FC Schalke 04 (112) begann seine Karriere beim OFC, den er seit vergangenem Jahr trainiert und mit dem er die Heimserie fortsetzen will. „Ich warne aber vor einem Aufsteiger, der die Euphorie mitgenommen hat“, sagt Reck, „18 Punkte sind eine Menge Holz, die kommen nicht von ungefähr. Ich weiß nicht, wann es das letzte Mal der Fall war, dass ein Aufsteiger nach 13 Spielen so viele Punkte hatte. Das ist etwas Besonderes.“

Mit der Eintracht habe er sich „sehr intensiv“ beschäftigt. „Die Stadtallendorfer verteidigen als Block und greifen als Block an – und das gegen viele andere Mannschaften sehr auffällig gut. Und sie lassen sich nicht vom Gegner beeindrucken. Das ist enorm.“ Vor allem Effektivität fordert Reck von seiner Mannschaft ein. „Für uns geht es darum, uns dagegenzustemmen und unser Spiel durchzuboxen“, fordert der OFC-Trainer, der einräumt, „dass es vielleicht ein Tick mehr Spaß macht“, unter Flutlicht zu spielen, denn „dann herrscht eine besondere Atmosphäre“.

Personell gibt es hüben wie drüben noch Fragezeichen: Ex-Profi Daniel Vier, der sich in Freiburg zwei Muskeln angerissen hatte und der am Montag aus Brasilien zurückgekehrt ist, absolvierte am Dienstag erstmals leichtes Lauftraining, wird der Eintracht aber noch für unbestimmte Zeit fehlen. Der langzeitverletzte Dominik Völk trainiert wieder mit dem Team und kam auch schon in der „Zweiten“ zum Einsatz, brauche aber ebenfalls noch Zeit. Steven Preuß (Muskelfaserriss) steht auf der Kippe, dafür mache Zugang Damian Dudala „gute Fortschritte“, lobt Sicaja, der auf den nur noch in dieser Partie Rot-gesperrten Erdinc Solak verzichten muss.

Beim OFC fallen Alexandros Theodosiadis (Muskelfaserriss) und Ko Sawada (Knie) aus. Zurück von der mazedonischen U-19-Auswahl ist dafür Marco Ferukoski. Die Einsätze von Dennis Schulte, Benjamin Kirchhoff, Stammkeeper und Kapitän Daniel Endres sowie Niklas Hecht-Zirpel sind noch fraglich. Reck nimmt die unübersichtliche Personalsituation allerdings gelassen: „Es hat sich gezeigt, dass wenn Spieler fehlen, andere einspringen und deren Rolle eins zu eins ausfüllen.“

von Marcello Di Cicco

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