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Eintracht Stadtallendorf jubelt in Freiburg

Fußball-Regionalliga Südwest Eintracht Stadtallendorf jubelt in Freiburg

Neuling TSV Eintracht Stadtallendorf bleibt in der Fußball-Regionalliga Südwest weiter ungeschlagen. Beim SC Freiburg II gewann das Team von Trainer Dragan Sicaja am Samstagnachmittag etwas glücklich mit 2:0.

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Durcheinander im Freiburger Straftraum nach einem Eckball: Die Entstehung des ersten Stadtallendorfer Tors, das letztlich Ceyhun Dinler (Dritter von rechts) erzielte.

Quelle: Marcello Di Cicco

Freiburg. Stadtallendorfs Teammanager Norbert Schlick konnte es auch eine halbe Stunde nach dem Abpfiff noch nicht so richtig realisieren. „Der Wahnsinn geht weiter“, sagte er und holte tief Luft. Wahnsinn – ein Wort, das die Situation bei den Herrenwäldern nach dem dritten Spieltag ziemlich gut beschreibt.

Da steht der vor der Saison von so manchem Anhänger der Konkurrenz belächelte Aufsteiger aus der mittelhessischen Kleinstadt nun punktgleich mit Schwergewichten der Liga wie den Offenbacher Kickers und dem 1. FC Saarbrücken ganz oben im Tableau. Wahnsinn – aber kein Grund, an der Zielsetzung zu rütteln, die da Ligaverbleib heißt. „Darüber können wir nachdenken, wenn wir den Klassenerhalt am 34. Spieltag sicher haben“, blieb Stadtallendorfs Laurin Vogt nach dem Sieg im Möslestadion demütig – auch im Wissen, dass die zum Ende hin hitzige Partie auch anders hätte ausgehen können.

Glück ist auf Seiten der Stadtallendorfer

„In den entscheidenden Momenten hatten wir sicher ein bisschen Glück“, war Stadtallendorfs Coach Dragan Sicaja mit seiner Einschätzung nicht allein. „Normalerweise geht so ein Spiel 1:1 oder 2:2 aus. Ich finde, dass der Sieg nicht verdient war. Aber was ist schon verdient im Fußball?“, fragte TSV-Routinier Daniel Vier. Freiburgs Trainer Christian Preußer stellte ernüchtert fest: „So ein Spiel habe ich noch nicht erlebt. Wir hatten ein unheimliches Chancenplus.“ Recht hatte der 33-Jährige.

Zwischen der 47. und 67. Minute hatten die Gastgeber sechs hochkarätige Torchancen. Allein SC-Offensivkraft Christoph Daferner hätte sich mit seinen guten Einschussmöglichkeiten an die Spitze der Torjägerliste setzen können. „In dieser Deutlichkeit habe ich einen solchen Spielverlauf auch noch nicht erlebt“, sagte in Ivica Banovic nicht irgendwer, sondern der 37-jährige SC-Abwehrchef, der zusammen schon mehr als 300 Erst- und Zweitligaspiele auf dem Buckel hat. „So was ist typisch, wenn junge Spieler gegen Erwachsene spielen. Sie sind spielfreudig, aber die Abgeklärtheit im 16er zu haben: Das müssen die Jungs noch lernen. Das schenkt einem keiner“, gab der Kapitän des Sportclubs zu bedenken, der mit dem Anpfiff zeigte, wer Herr im Haus ist.

Die Breisgauer machten das Spiel immer wieder breit und mit einigen ansehnlichen Kombinationen auch schnell. „Man hat gesehen, dass Freiburg eine spielstarke Mannschaft mit top ausgebildeten Spielern ist“, zollte Ceyhun Dinler den Breisgauern Respekt – genau wie TSV-Kapitän Kevin Vidakovics, den wunderte, dass die Heimelf „auch so einen körperbetonten Fußball spielt, das hatte ich so nicht erwartet“.

Freiburg hat mehr vom Spiel, die Eintracht trifft

Deutlich effektiver war allerdings der Gast: Mit der zweiten guten Torchance brachte Linksverteidiger Dinler sein Team in Führung: Nach einer Ecke von Erdinc Solak gelang es der Preußer-Elf nicht, die Situation zu bereinigen. Dinler bedankte sich, indem er den Ball über die Torlinie stocherte (28.). Nur fünf Minuten später war TSV-Keeper Hrvoje Vincek mit einer herrlichen Parade und einem überragenden Reflex zweimal binnen einer Minute zur Stelle. In der 15. Minute hatte die Eintracht zudem Glück, dass Fabian Rüdlin nach einem Eckball überrascht war, dass der Ball noch zu ihm kam. Der defensive Mittelfeldspieler köpfte den Ball freistehend aus kurzer Distanz nur an den Pfosten.

Kämpferisch hielten die Gäste jederzeit gut dagegen, allerdings war eines sichtbar: „Wir hatten keinen so guten Tag. Es hat etwas die Frische gefehlt. Die Athletikeinheit am Dienstag war schwer, vielleicht etwas zu viel. Über die gesamte Serie wird uns das aber sicher gut tun“, meinte Sicaja, dessen Elf vor der Pause zu selten die zweiten Bälle gewann und nach dem Wiederanpfiff für 20 Minuten gehörig ins Schwimmen geriet. Dinler (47.) und Vier (64.) retteten in dieser Phase auf der Torlinie gegen die Gastgeber, mit denen Sicaja sogar etwas Mitleid hatte. „Nach den Situationen, in denen immer ein Fuß von uns dazwischen war, ahnte ich schon, dass der Gegner heute kein Tor mehr schießt. Dann machen wir mit einem Angriff das zweite Tor. So brutal kann Fußball sein“, stellte Sicaja fest und freute sich sogleich über die Treffer „in den richtigen Momenten“. Nach einem Doppelpass mit Del-Angelo Williams machte Laurin Vogt in der 88. Minute den Sack zu.

Mit nun sieben Punkten aus drei Spielen steht der Neuling zumindest vorerst auf dem zweiten Tabellenplatz.

von Marcello Di Cicco

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