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Eintracht-Gegner setzt auf Nachwuchs

Fußball-Regionalliga: Freiburg II - Stadtallendorf Eintracht-Gegner setzt auf Nachwuchs

Heute Regionalliga, morgen Bundesliga? Für so manchen Spieler des SC Freiburg II, der an diesem Samstag (14 Uhr) die Stadtallendorfer Eintracht empfängt, dient die vierthöchste Liga als Sprungbrett.

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Einer der Freiburger Youngster, dem der Durchbruch im Profifußball zugetraut wird: Mohamed Dräger, hier in einem Testspiel der ersten Mannschaft, hatte zuletzt bereits einen Kurzeinsatz in der Europa-League-Qualifikation.

Quelle: imago

Stadtallendorf. Im Sommer 2014 erlebte der deutsche Profi- und Amateurfußball ein kleines Erdbeben. Nach einer Lockerung der Bestimmungen ist es den Profiklubs seither freigestellt, eine U-23-Mannschaft zu melden - mit dem Ergebnis, dass einige jener Spitzenvereine ihre bis dahin vorhandenen Perspektivteams vom Spielbetrieb zurückzogen.

Neben der TSG Hoffenheim, dem 1. FSV Mainz 05 und VfB Stuttgart trifft dies in der Südwest-Staffel auch auf den SC Freiburg nicht zu. Alle behielten ihre „Reserven“ - in letzterem Fall aus Überzeugung. „Der Trend geht zwar dahin, dass inzwischen schon 16- oder 17-Jährige den Sprung in die Bundesliga schaffen“, weiß SCF-II-Trainer Christian Preußer, „wir glauben aber, dass die Jungs Zeit brauchen. Wir wollen nicht, dass sie komplett abgeschrieben sind, wenn sie mal in ein Loch fallen. Deshalb sehen wir unsere zweite Mannschaft als extrem wichtig an. Und dies soll auch so bleiben.“

Banovic und Roth sind die "Ausreißer"

Ein Durchschnittsalter von 21,1 Jahren hat laut dem renommierten Internetportal transfermarkt.de der Regionalliga-Kader des Sportclubs, der mit 29 Spielern genauso groß ist wie der der Stadtallendorfer Eintracht. Ivica Banovic (37 Jahre) und Felix Roth (29) sind die „Ausreißer“ in Sachen Alter. Dass Banovic, der 2004 mit Werder Bremer Deutscher Meister wurde und auf 148 Bundesliga-Partien kommt, und Roth, der in vier Spielzeiten in Österreichs erster Liga zum Einsatz kam, zur zweiten Garde des SC gehören, ist aber kein Zufall - im Gegenteil. „Mit ihrer Erfahrung sind beide Spieler ganz zentrale Figuren“, sagt Preußer, dem sonst überwiegend Spieler des Jahrgangs 1998 zur Verfügung stehen.

Das Projekt „Jugend forscht“ trägt bei den Breisgauern seit Jahren Früchte, schafften in Dennis Aogo, Daniel Caligiuri und im Neu-Dortmunder Ömer Toprak immer wieder Talente den Sprung in den Profizirkus. „Grundsätzlich haben bei uns alle jungen Spieler eine Profiperspektive“, sagt Preußer im Wissen, dass die Entwicklung nicht bei all seinen Schützlingen gleich ist.

Mohamed Dräger gehört zum erweiterten Profikader

Dennoch: In Mohamed Dräger kam ein Spieler der zweiten Garde kürzlich beim 1:0-Hinspielsieg des Bundesligisten in der Europa-League-Qualifikation gegen NK Domzale zu einem dreiminütigen Kurzeinsatz. Neben Kolja Herrmann und Fabian Rüdlin war der 21-jährige Deutsch-Tunesier auch schon mit im Trainingslager der Profis.

Gerade das konsequente Durchziehen des eigenen Konzepts quer durch alle Jahrgangsstufen und Teams sowie die damit zusammenhängende Verinnerlichung des Konzeptes durch alle Trainer erachtet Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja für wichtig. Dogmatisch, was das Stellen eines Perspektivteams angeht, gibt sich der Kroate, der acht Jahre lang auch als DFB-Stützpunkttrainer in Borken tätig war, allerdings nicht - vielmehr gibt er zu bedenken: „Es hängt immer von der Philosophie eines Vereins ab. Der SC Freiburg ist nun einmal ein Ausbildungsverein.“

von Marcello Di Cicco

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