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BC Marburg „Wir müssen den Kopf frei bekommen“
Sport Lokalsport BC Marburg „Wir müssen den Kopf frei bekommen“
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21:45 01.03.2012
Für Shenita Landry (rechts, im Spiel gegen Freiburg) und den BC Pharmaserv Marburg geht es in Nördlingen um viel. Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Wir müssen gar nicht drumrum reden. Wir haben jetzt drei Spiele in Folge verloren und müssen den Kopf frei bekommen.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass die Mannschaft die Qualität hat, um in die Playoffs einzuziehen. Deshalb verfalle ich auch nicht Panik“, erklärt Marburgs Trainerin Aleksandra Kojic vor der richtungweisenden Partie am Sonntag (16 Uhr) beim punktgleichen Tabellenfünften und direkten Mitkonkurrenten um einen der Playoff-Plätze.

„Wir haben zuletzt in Rotenburg in der ersten Halbzeit gut gespielt, um dann teilweise wieder den Kopf zu verlieren. Das darf uns am Sonntag nicht wieder passieren“, blickt Kojic auf die bittere 69:72-Niederlage am vergangenen Sonntag beim Aufsteiger Rotenburg/Scheeßel zurück, bei der aber auch die Ansetzung einer Bremer Schiedsrichterin zumindest einen bitteren Beigeschmack hinterließ.

 „Alles Lamentieren hilft aber nichts. Wir müssen jetzt den Fokus auf die Zukunft richten und am Sonntag als Mannschaft eine Top-Leistung über 40 Minuten abliefern. Dann haben wir auch in Nördlingen eine Chance. Ausgerechnet Nördlingen. „Ich mag die Mannschaft, ich mag Trainer Bär. Aber Nördlingen liegt uns schon seit Jahren nicht. Warum weiß ich nicht“, sagt Marburgs Trainerin, die sich nur ungern an das Hinspiel in der kleinen Gaßmann-Halle erinnert, das ihre Mannschaft seinerzeit mit 54:61 sang- und klanglos verlor.

„Damals hatten wir keine Chance, haben einen schlechten Tag erwischt und gegen die Nördlinger Zone schlecht gespielt“, räumt Kojic ein. Allerdings haben die Gastgeberinnen in den vergangenen Wochen auch nicht gerade geglänzt. Erst am vergangenen Wochenende stoppte das Team von Head-Coach Patrick Bär mit einem überragenden letzten Viertel (27:8) beim 76:54-Erfolg in TSV Wasserburg eine Negativserie von vier Niederlagen in Serie. Dreh- und Angelpunkt bei den Gastgeberinnen, die auf eine gesunde Mischung aus erfahrenen Spielerinnen und jungen Nachwuchstalenten setzen, ist die US-Aufbauspielerin Amanda Rego.
In deren Landsfrauen Amber Sprague auf der Centerposition sowie der starken Werferin Morgan Henderson auf dem Flügel stehen Trainer Bär zwei weitere Ausnahmespielerinnen zur Verfügung. Caroline Sterner, die in Wasserburg einen starken Tag erwischte, Corry Berger sowie die erfahrene Dorothea Richter bilden die weiteren Spielerinnen der ersten Sechs der Gastgeberinnen, die personell aus dem Vollen schöpfen können.

Im Gegensatz zu den Marburgerinnen. „Am Mittwoch hatte ich gerade einmal sechs Spielerinnen im Training. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich eigentlich noch improvisieren soll. Das sind keine Bedingungen für einen Erstligisten“, kritisiert Aleksandra Kojic. Unter anderem fehlte in dieser Woche Shenita Landry, die noch am vergangenen Sonntag wegen eines tragischen Todesfalls in der Familie in die Staaten zurückgeflogen ist. „Shenita stößt am Sonntag aus dem Flieger direkt zur Mannschaft. Ich hoffe, dass sie das Geschehen einigermaßen verarbeitet hat und ihre Leistung abrufen kann“, sagt Marburgs Trainerin.

Kojic: „In dieser Saison gibt es keine Übermannschaft in der Liga. Bei der engen Konstellation entscheidet die Tagesform, und ich hoffe, dass wir endlich einmal einen guten Tag über die kompletten 40 Minuten erwischen.“ Der Sieger dieser Partie kommt den Playoffs jedenfalls einen großen Schritt näher.

Der 20. Spieltag: SV Halle - Chemcats Chemnitz (Sa., 18 Uhr), NB Oberhausen - USC Freiburg (Sa., 19 Uhr), TV Saarlouis - TSV Wasserburg (Sa., 20 Uhr), Rhein-Main Baskets - BG Rotenburg/Scheeßel (So., 15.30 Uhr), Osnabrücker SC - BV Wolfenbüttel, Heli Nördlingen Donau-Ries - BC Marburg (beide So., 16 Uhr).

von Frank Steinhoff-Wolfart