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BC Marburg „Wir haben es als Team verbockt“
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20:14 19.02.2012
Ein seltenes Bild: Sandra Weber lässt Wasserburgs überragende Krystal Vaughn bei der 68:74-Niederlage stehen. Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Selten hat man Marburgs Trainerin Aleksandra Kojic nach einem Spiel ihrer Mannschaft so angefressen erlebt wie am Samstag. „Wir haben super begonnen und dann super nachgelassen. Was wir im zweiten Viertel gespielt haben war Tomaten-Basketball. Wir waren wieder zu pomadig, die Abstimmung hat nicht gestimmt und niemand auf dem Feld hat Verantwortung übernommen. Am meisten aber ärgert mich, dass wir das, was wir unter der Woche besprochen haben, nicht umgesetzt haben“, sprudelte es aus Kojic heraus.

Bis zum Abschluss der Hauptrunde stehen nun für die Marburgerinnen noch vier „Endspiele“ auf dem Programm – darunter nur noch ein Heimspiel gegen den TV Saarlouis.

Dabei hatte es am Samstagabend für die Gastgeberinnen noch richtig gut angefangen. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase fasste sich Kapitän Sandra Weber ein Herz und versenkte binnen 25 Sekunden zwei Dreier zur 18:10-Führung (7.). Danach aber versäumten es die Marburgerinnen, den angeschlagenen Gästen bis zur Viertelpause noch weiter davonzuziehen.

Im zweiten Viertel aber wendete sich das Blatt. Wasserburg stellte in der Defensive auf Zone um, und Marburg fand dagegen kein Mittel. „Wir wussten, wie Wasserburg verteidigt und haben uns extra darauf eingestellt. Aber wir haben von zwei, drei Optionen immer die falsche gewählt“, ärgerte sich Aleksandra Kojic.

Immer wieder versuchte es der BC erfolglos aus der Distanz – schaffte im gesamten Spiel bei 23 Dreipunktewürfen nur sechs Treffer, davon fünf durch Sandra Weber. Unter dem Korb ging gar nichts. Die Gäste, bei denen nun die Ex-Marburgerin Hicran Özen für frischen Wind sorgte, nutzten ihre Chance. Vor allem Krystal Vaughn war nie zu halten, markierte insgesamt 29 Punkte. Bis zum 18:22 blieb der BC erfolglos. Dann schaffte Lisa Koop die ersten Punkte, handelte sich aber ein unnötiges unsportliches Foul ein, und Wasserburg zog bis zur Pause (28:34) weg.

Als nach der Pause auch noch Wasserburgs Rebecca Thoresen traumhaft sicher aus der Distanz traf, während die Marburgerinnen weiter vergeblich Dreierversuch an Dreierversuch reihten, zeichnete sich ab, dass sich die Gäste den Sieg nicht mehr würden nehmen lassen. 50:59 stand es nach 30 Minuten.

Zwar kam der BC in einer hektischen Schlussphase mit der Brechstange und dank eines Dreiers von Sandra Weber noch einmal bis auf drei Punkte heran (68:71). Aber Thoresen und Vaughn behielten von der Freiwurflinie die Nerven und tüteten den Gästesieg endgültig ein.

„Wir müssen dieses Spiel erst einmal verdauen. Wir haben es als Team verbockt, und wir müssen aus dieser Situation auch wieder als Team heraus“, erklärte Aleksandra Kojic.

von Frank Steinhoff-Wolfart