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Teamgedanke steht bei den Blue Dolphins über allem

BC Marburg Teamgedanke steht bei den Blue Dolphins über allem

Den Grundstein haben die Basketballerinnen des BC Marburg mit Platz eins in der Liga gelegt. Am Freitag um 20 Uhr aber geht die Saison mit dem ersten Play-Off-Spiel gegen die Halle Lions erst richtig los.

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Noah Kieckhöfer (15) steht im Mittelpunkt jedes Spiels. Zumindest vor dem Sprungball, in den Unterbrechungen und in der Halbzeit animiert der Friedrich-Ebert-Schüler seit dieser Saison das Publikum als Maskottchen „MarWin“. „Ich bin seit 2005 Fan und habe eigentlich jedes Heimspiel besucht“, sagt Noah. „Es ist ein tolles Gefühl, im Kostüm des Maskottchens zu stecken. Auch die Hitze darin ist aushaltbar.“

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Starallüren lässt die Trainerin nicht zu. Selbst bei herausragenden Leistungen Einzelner geht das Lob von Aleksandra Kojic immer erst an die gesamte Mannschaft. Motto: Nur gemeinsam sind wir stark. Dieses Wir-Gefühl ist den Spielerinnen in Fleisch und Blut übergegangen. Doch entscheidend arbeiten auch im Hintergrund viele Ehrenamtliche am Erfolg des BC Pharmaserv Marburg. „Ohne die Helfer wäre das überhaupt nicht möglich“, sagt Aleks Kojic. „Ihnen gebührt ein Riesendank von mir und von der gesamten Mannschaft.“ Außenstehende, die nur das Spiel erleben, würden die viele Arbeit gar nicht mitbekommen. „Das fängt am Spieltag um 14 Uhr an, wenn der Boden ausgerollt und hunderte von Stühlen geschleppt werden. Die Helfer sind dann bis Mitternacht – im Ruhrgebiet würde man sagen – am Malochen. Dass wir auf diesem Level Bundesliga spielen können, wäre ohne diese Leute nicht möglich.“

Die Blue Dolphins danken dem Team hinter dem Team sportlich – mit einer überragenden Saison, die mit dem ersten Platz gekrönt wurde. Doch das soll noch lange nicht die Endstation sein. Im Viertelfinale wollen die Marburgerinnen am Freitag und im Auwärtsspiel am Sonntag Halle aus dem Weg räumen. In der regulären Saison hat das zweimal geklappt. Knapp war es beim 63:60 bei den Löwen, auf heimischem Parkett überrollten die Blue Dolphins den Gegner vor gut einem Monat geradezu mit 82:55. „Alles, was vorher war, ist nicht wichtig“, warnt Aleks Kojic aber vor dem ersten Spiel. „Jetzt sind die Play-Offs, da geht es wieder bei null los.“

Die individuelle Stärke der Gäste ist der BC-Trainerin natürlich nicht verborgen geblieben. Insbesondere die kanadische WM-Teilnehmerin Tamara Tatham hat Kojic dabei im Sinn, aber auch die anderen Ausländerinnen Michael Abelova und Carrie Biemer sowie die eingedeutschte Margaret Dwyer. Eine Sonderbewachung soll es aber nicht geben. „Tatham kann man nicht vollkommen ausschalten, sie wird auch am Freitag ihre Punkte machen“, sagt die Trainerin. „Wir müssen als Team verteidigen, das ist das Wichtigste.“ Aber sie gucke ohnehin nicht so sehr auf das, was der Gegner aufzubieten habe. „Wir wollen unsere Stärken ausspielen“, so Kojic.

In einem Punkt sind sich beide Trainer einig: „Beide Teams werden versuchen, es über die Verteidigung zu regeln“, erklärt Kojics Gegenüber Peter Kortmann. „Wir werden versuchen, das Marburger Spiel in irgendeiner Form zu blockieren. Und die Reboundgeschichte wird entscheidend sein – da haben wir bei der Niederlage in Marburg nicht gut ausgesehen“, räumt der Lions-Coach ein.

Der BC Marburg lässt sich von dem neuen Selbstbewusstsein des SV Halle, das sich vor allem aus dem erst dritten Auswärtssieg am letzten Spieltag in Wolfenbüttel speist, nicht beirren. „Wir haben die ganze Saison über gut verteidigt“, sagt Aleks Kojic. „Wir werden gucken, dass wir nach Ballgewinnen auch gegen Halle unser Fast-Break-Spiel aufziehen. Wir werden unsere Chancen bekommen und wollen sie nutzen.“ Auch die Favoritenrolle, die Marburg als Erster gegen den Achten logischerweise innehat, nimmt die Trainerin an: Volle Kontrolle heißt die Marschroute für Runde eins. „Das Tempo des Spiels müssen wir diktieren“, fordert Kojic.

Dabei kann sie wieder voll auf Finja Schaake bauen, die ihre schriftlichen Abiturprüfungen hinter sich gebracht hat. „Das ist natürlich immer ein großer Schritt“, sagt Aleksandra Kojic. Nun dürfte Finja Schaake den Kopf wieder komplett für Basketball und die Play-Offs frei haben.

Weniger gut sah es unter der Woche bei Shenita Landry aus. Die amerikanische Flügelspielerin schleppt sich seit dem Final-Four-Pokalturnier in Wasserburg mit einer Virusinfektion herum und konnte nicht an den Übungseinheiten teilnehmen. „Ich hoffe, dass sie beim Wurftraining mitmachen kann“, sagt Aleksandra Kojic. Vor dem Spiel will sie für lockere Händchen bei ihren Spielerinnen sorgen. Damit es am Abend gegen Halle klappt mit dem ersehnten ersten Sieg.

Der Fanbus fährt am Sonntag um 10.30 Uhr ab Gaßmann-Stadion zum zweiten Spiel nach Halle. Anmeldung unter info@bluedolphins-fanclub.de.

Außerdem spielen: Donau-Ries – Freiburg (heute, 19.30 Uhr), Saarlouis – Wolfenbüttel, Wasserburg – Oberhausen (heute, 20 Uhr)

von Holger Schmidt und Michael Hoffsteter

Mehr zu den Helfern hinter den Kulissen lesen Sie am Freitag in der Printausgabe der OP.

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