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Marburg stößt Tür zum Halbfinale auf

Basketball, Play-Off-Viertelfinale Marburg stößt Tür zum Halbfinale auf

Der erste Schritt auf dem Weg ins Halbfinale der Play-Offs ist getan. Die Basketballerinnen des BC Pharmaserv Marburg besiegten am Freitagabend die Halle Lions mit 75:59.

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BC Marburgs Lisa Koop (Mitte) gegen Halles Caroline Sterner (links) und Carrie Biemer.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Wir haben uns einen Plan zurechtgelegt“, hatte Peter Kortmann vor der Partie gesagt. Wie auch immer der Plan des Lions-Trainers ausgesehen haben mag – der Plan der Marburger war besser.

Amanda Davidson zu stoppen, könnte die Marschroute von Kortmann gewesen sein. Der „Blue Dolphins“-Kapitän ist schließlich der Kopf des Teams. Doch wer sich allein darauf beschränkt, die amerikanische Aufbauspielerin aus dem Spiel zu nehmen, bekommt ein Problem. Denn was BC-Trainerin Aleksandra Kojic gebetsmühlenartig predigt, erwies sich im ersten Viertelfinale wieder einmal als entscheidender Faktor: Das Kollektiv funktioniert, jede Spielerin kann in einem Match die Akzente setzen.

Gegen Halle ragten in der Offensive Maggie Skuballa (17 Punkte und 6 Assists) und Centerspielerin Lisa Koop (21 Punkte) heraus. „Wer Topscorerin ist, ist mir egal“, sagte Kojic hinterher und blieb sich damit treu. Doch auch wenn sie keine Spielerin hervorheben wollte, so wird ihr Koops Auftritt gefallen haben. Insbesondere auch wegen ihrer Abwehrleistung. Denn was Lisa Koop gegen Tamara Tatham unter dem Korb ablieferte, war Extraklasse. 7:22 Minuten vor der Schlusssirene hatte die Marburgerin die kanadische WM-Teilnehmerin so entnervt, dass sie selbst einen einfachen Korbleger unten an den Ring knallte. Eineinhalb Minuten später versuchte sich Tatham an einem Pass, hatte aber den Adressaten vergessen – der Ball segelte ins Nirwana. Kojic ballte an der Seitenlinie die Faust. Kortmann hatte genug gesehen und nahm Tatham vom Parkett, was dem Hissen der weißen Fahne gleichkam.

Und Lisa Koop? Die freute sich, dass ihr Plan funktioniert hatte. „Ich weiß, dass sie eine sehr starke Spielerin ist“, sagte sie. Schon im letzten Spiel in der regulären Saison habe sie aber bereits selbstbewusst dagegen gehalten, „Attitude gezeigt“, wie sie es selbst auf Basketball-Englisch ausdrückte. Die Unzufriedenheit von Tatham auf dem Feld habe sie gespürt. „Das gibt nochmal einen Extra-Ansporn.“ Insgesamt sei sie „auf jeden Fall erleichtert“, dass der Auftakt in die Play-Offs geglückt sei. „Erster gegen Achter, da hätte manch einer ja denken können, dass es leicht wird.“

Dass es zunächst ganz harte Arbeit war, lag zum Teil auch an den Marburgerinnen selbst. Die Verteidigung stand zwar einigermaßen, aber nicht so, dass viele Fast-Break-Punkte heraussprangen. Zudem traf Halle in den ersten beiden Vierteln auch schwierige Würfe, während der BC einige einfache Möglichkeiten ausließ. Leichte Ballverluste taten ihr Übriges. Auch ein 10:2-Lauf im zweiten Viertel war kein Ruhekissen, weil Finja Schaake bzw. Karolin Holtz zwei Bälle verdaddelten und die Lions nach sieben Punkten in Folge wieder auf 29:30 dran waren.

Erst Mitte des dritten Abschnitts übernahm Marburg endgültig die Kontrolle über das Tempo des Spiels, wie Kojic es gefordert hatte. Zunächst musste sich die Trainerin noch ärgern, als Laura Hebecker den Rebound ihres eigenen Bonus- Freiwurf-Fehlversuchs holte und per Vier-Punkt-Spiel auf 38:40 verkürzte. Dann aber zog Marburg auf 56:44 davon – die Entscheidung.

„Die Verteidigung hat das Spiel gewonnen“, analysierte Aleks Kojic. Neben Tatham habe ihr Team auch Margaret Dwyer aus dem Spiel genommen. „Wir haben es geschafft, dass Halle durch unsere konzentrierte Arbeit Probleme bekommen hat.“

von Holger Schmidt

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