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BC Marburg Marburg bremst die Hurricanes aus
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20:35 13.11.2011
Locker aus dem Handgelenk: Amanda Davidson (rechts) lässt sich von Kata Takács nicht blocken. Die Marburger Aufbauspielerin traf sechs Dreier und kam auf 22 Punkte. Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Erschöpft, aber glücklich saß Finja Schaake nach dem Spiel auf der Ersatzbank. Die 19-Jährige hatte irgendwann beschlossen, ihren ganz persönlichen Dreier-Wettbewerb aus der Partie gegen Rotenburg/Scheeßel zu machen. „Das war eigentlich gar nicht geplant“, sagte Schaake und strahlte dabei über das ganze Gesicht. „Ich habe die Woche über extrem schlecht geschossen. Aber es war ein echter Knotenplatzer, als der erste reinging.“

Zu diesem Zeitpunkt lagen die „Blue Dolphins“ mit 6:14 zurück. Dann kam der erste Auftritt von Finja Schaake mit fünf Punkten in Serie, womit die Gastgeber erstmals so richtig im Spiel waren. Der zweite Auftritt der Flügelspielerin folgte Ende des dritten Viertels. In der letzten Sekunde feuerte sie einen Dreier ab und versenkte diesen „Buzzer-Beater“ zum 58:53. Als sie den ersten Wurf des Schlussabschnitts ebenfalls von jenseits der Dreipunktlinie traf, war die Partie vorentschieden.

Gelöst war nach dem Duell Aleksandra Kojic. Während der ersten Hälfte sah das noch ganz anders aus. Da regte sich die BC-Trainerin an der Seitenlinie mächtig auf, auch über ihr Team: „Wir wollten kontrolliert Basketball spielen. Ich hatte aber nicht gemeint, dass wir langsam spielen sollten.“ Mit der Verteidigung war Kojic in der ersten Viertelstunde ebenfalls nicht einverstanden.

Kojic wurde laut, es gab technisches Foul. Ihre Wirkung verfehlte die Aktion aber nicht – anschließend wirkten die Marburgerinnen wie wachgerüttelt und fingen an zu verteidigen. Und wie! Bei 65 Punkten hielten die „Blue Dolphins“ die BG ­Avides Hurricanes aus Rotenburg/Scheeßel. Zuvor hatte das offensivstärkste Team der Liga in jeder Bundesliga-Partie mindestens 75 gemacht. Die Marburgerinnen profitierten jedoch auch davon, dass Rotenburg sechs Freiwürfe in Folge vergab. Sonst wäre der Rückstand höher gewesen als nur 25:31 kurz vor der Pause. Zumal die BC-Spielerinnen bis auf Schaake und Maggie Skuballa ihren Wurfrhythmus noch nicht gefunden hatten.

Mit zwei Dreiern hintereinander zur 34:33-Halbzeitführung läutete Amanda Davidson dann aber das Schützenfest ein, das nach der Pause wie ein Orkan über die Hurricanes hereinbrach. Und das Beste daran: Die gesamte Mannschaft hatte ihren Anteil. Schaake (4 von 4) und Davidson (6 von 10) schossen überragend von draußen, insgesamt lag die Dreierquote bei 24 Versuchen bei 50 Prozent. Da konnte selbst der sonst so wurffreudige Aufsteiger nicht mithalten (5 von 13). Skuballa, Shenita Landry und Natalie Gohrke sorgten mit Lisa Koop am Brett für ein Plus, die BC-Centerin machte zudem zu Beginn eines 21:0-Laufs von 50:53 auf 71:53 sieben Punkte in Folge und Tina Menz gelang ein wichtiger Steal mit anschließendem Korbleger, was Rotenburg endgültig den Zahn zog.

Sogar ein „Bonbon“ verteilte Kojic, als das Spiel entschieden war. Kim Winterhoff, aus der Basketballabteilung der SG Wallau/Laasphe hervorgegangen, durfte in den letzten zweieinhalb Minuten ran. Die 15-Jährige setzte mit zwei verwandelten Freiwürfen den Schlusspunkt zum 87:65 – und das vor vielen ihre Freunde, die aus Laasphe angereist waren. „Vor den Freiwürfen war ich angespannt und richtig aufgeregt“, verriet Kim Winterhoff nach ihrem ersten Bundesligaeinsatz. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich treffe.“ Anzumerken war ihr das nicht. Cool brachte sie beide Versuche ins Ziel und sorgte so für den runden Abschluss eines gelungenen Basketballabends.

von Holger Schmidt