Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
BC Marburg Marburg beginnt gegen „Unberechenbare“
Sport Lokalsport BC Marburg Marburg beginnt gegen „Unberechenbare“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:47 24.09.2009
Diese zwölf Spielerinnen des BC Pharmarserv Marburg hoffen auf eine gute Saison. Quelle: Uwe Brock

Marburg. Als richtungweisend bezeichnet Marburgs Trainerin Aleksandra Kojic das erste Saisonspiel nicht. „Kein Team weiß genau, wo es steht, auch wenn die Favoriten feststehen. Meine Mannschaft ist gut drauf und geht hoch motiviert in die Partie gegen den Aufsteiger Opladen“, sagt Kojic. Auch wenn Titelverteidiger Saarlouis und Wasserburg die Topfavoriten der Liga sind, „kann in der langen Saison viel passieren. Es wird immer wieder die eine oder andere Überraschung geben“, ergänzt die Trainerin, die sich die Halbfinal-Playoffs als Ziel gesetzt hat (die OP berichtete auf einer Sonderseite am 19. September ausführlich).

Für Marburgs Gegner, die SG BBZ Opladen, ist die 1. Liga Neuland und „ein großes Abenteuer“, sagte gestern Frank Graf, Pressesprecher der SG, im Gespräch mit der OP. „Wir gehen mit einem Mini-Etat von ca. 75.000 Euro in die Saison und kämpfen gegen den Abstieg, mehr ist wohl nicht drin“, schätzt Graf die Lage ein. So richtig glücklich ist in Opladen indes eigentlich niemand: nicht mit der Veranstaltung Season Opening, und schon gar nicht mit der Tatsache, ein Heimspiel auswärts austragen zu müssen. „Anstatt elf haben wir nur zehn Heimspiele. Deshalb gehen uns rund 3.000 Euro durch die Lappen. Viel mehr muss man dazu eigentlich gar nicht sagen. Fakt ist, dass sich uns Sinn und Zweck dieser Veranstaltung noch immer nicht erschlossen hat. Wir hätten nie und nimmer für die Austragung eines Season Opening gestimmt", erklärt Manfred Merkens, Vorsitzender des SV Union Opladen.

Was das rein Sportliche betrifft, so freut sich die Mannschaft trotzdem riesig darauf, dass es endlich losgeht. Dabei hätte Trainer Ralf Straßburg, der in der Vorbereitungsphase Markus Pohle ablöste, sein Team gern noch mal gegen einen Bundesliga-Konkurrenten spielen sehen, doch der für Dienstag geplante Test gegen Herne wurde vom HTC abgesagt. „Eigentlich wissen wir gar nicht so genau, wie wir uns nun selbst einschätzen sollen. Klar ist aber, dass sich die Mannschaft Schritt für Schritt verbessert hat“, sagt Straßburg. Ebenso klar ist, dass Opladen, das seine Heimspiel in Leverkusen-Lützenkirchen austrägt, als einziger Verein der 1. Liga ohne ausländische Spielerin in die Saison gehen wird. „Es ist ja nicht so, dass wir die Aufnahme einer ausländischen Spielerin kategorisch ablehnen, schließlich gab es ja auch schon einige Kontakte diesbezüglich. Letztlich aber muss alles stimmen, und das war bislang nicht der Fall“, sagt Merkens, der ebenso auf einen guten Einstieg des Teams hofft wie „Aleks“ Kojic.

„Unser Saisonziel kann nur Klassenerhalt lauten, und das zu erreichen, wird schon sehr schwer. Ich hoffe, wir ziehen uns gegen Marburg gut aus der Affäre. Ich bin mir sicher, dass wir zum Auftakt in eigener Halle eine weitaus größere Chance gehabt hätten, diesen Gegner richtig zu ärgern. So sehen wir uns in klarer Außenseiterrolle“, sagt Graf, der Marburg in dieser Saison einiges zutraut: „Das Team ist nicht allein durch die Verpflichtung von Sherida Triggs besser geworden. Vielmehr ist der BC auf allen Positionen gut besetzt und hat eine ,tiefe Bank’.“ Zudem werden die Marburgerinnen auch von „ihrer großen Erfahrung profitieren“, sagt Graf. „Wir hingegen sind unberechenbar. Das macht uns stark, egal, auf welchen Gegner wir treffen“, ergänzt er.

Bundesliga, 1. Spieltag: Herner TC – SV Halle Lions (Sa., 11.45 Uhr); BBV Leipzig Eagles – New Basket Oberhausen (Sa., 14 Uhr); Eisvögel USC Freiburg – TSV Wasserburg (Sa., 16.30); BC Wildcats Wolfenbüttel – WWK Donau-Ries (So., 11 Uhr); Rhein-Main Baskets – TV Saarlouis Royals (So., 13.45); BBZ Opladen – BC Pharmaserv Marburg (So., 16.30 Uhr; alle Spiele in der Freiburger Sepp-Glaser-Halle statt).

von Michael E. Schmidt