Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Regen

Navigation:
Herne verschärft die Marburger Krise

BC Pharmaserv Herne verschärft die Marburger Krise

Die Talfahrt des Pharmaserv-Teams geht weiter. Beim Abstiegskandidaten Herne setzte es eine herbe 57:74-Schlappe für die Bundesliga-Basketballerinnen des BC Marburg.

Voriger Artikel
Drei Viertel gewonnen – mehr nicht
Nächster Artikel
Blue Dolphins stolpern gegen Schlusslicht
Quelle: Melanie Schneider

Unterschiedlicher hätten die Gemütslagen kaum sein können. Auf der einen Seite der Halle die Marburgerinnen: Von den 40 Minuten gezeichnet traten sie einen schweren Gang an und bedankten sich bei den mitgereisten BC-Fans. Keine 25 Meter entfernt tanzten die Herner Spielerinnen mit ihren Anhängern das „Humba-Täterä“.
Die Gastgeberinnen hatten zwei wichtige Punkte gegen den Abstieg geholt. Das Team aus Hessen dagegen bleibt im Jahr 2013 nach fünf Partien immer noch ohne Erfolgserlebnis. Auch unter dem neuen Trainer Patrick Unger.
Doch nicht allein die Niederlage schmerzte. Mitte des dritten Viertels lag der HTC mit mehr als 20 Zählern vorn, da stimmten Fans des Schlusslichts das Lied „Ihr seid nur ein Punktelieferant“ an. Und als in den letzten Minuten nach und nach die Herner Ergänzungsspielerinnen eingesetzt wurden, war die Demütigung für den Tabellenachten perfekt.
Am fehlenden Willen der BC-Akteurinnen hatte es nicht gelegen. Auch nicht an fehlender Unterstützung des Fanclubs. Im Gegenteil. Die rund 40 BC-Anhänger gaben von der ersten bis zur letzten Sekunde alles. Wie die Frauen auf dem Feld. Aber es lief einfach nicht.
„Das war die Fortschreibung der vergangenen Spiele. Wir hatten vorher schon Probleme und in dieser Woche ist noch ein weiteres dazu gekommen“, sagte Hans Brauer. Der 59-Jährige steht dem Team und dem neuen Coach Patrick Unger, der engagiert an der Seitenlinie mitging, als Berater zur Seite. Vor einer Woche hatte sich der Verein von seiner langjährigen Trainerin Aleksandra Kojic getrennt (die OP berichtete).
 

„Kein Motivationsproblem“

„Ich kann keiner Spielerin etwas vorwerfen. Es ist kein Motivationsproblem“, sagte Brauer. Die Spielerinnen – nur acht waren nach Herne mitgereist, da Aline Stiller und Nicola Happel zeitgleich für Grünberg im Einsatz waren und die Zweitligapartie mit 55:56 in Mainz verloren – seien nach wie vor verunsichert und „man kann nicht einfach so den Schalter umlegen“.
Die Motivation war vom Sprungball an spürbar. Die Verunsicherung allerdings auch. Gleich der erste Marburger Wurf war ein „Airball“.
Nach ausgeglichenen 13 Minuten (23:23) nutzten die Gastgeberinnen, bei denen unter der Woche Marek Piotrowski wieder den Trainerposten übernommen hatte, eine Schwächephase des BC. Ein paar unglückliche Aktionen, ein paar unnötige Fehlwürfe und der Gegner zog auf 34:23 davon. Nach dem Seitenwechsel (44:31) nahm das Unglück seinen Lauf. Fast vier Minuten lang wollte der Ball einfach nicht so, wie die Frauen in Blau es wollten. Und spätestens beim 54:31 für Herne war die Partie gelaufen.
Matchwinnerin für Herne war Teya Wright. „Im ersten Viertel hatten wir sie noch ganz gut im Griff“, sagte Brauer. Doch in den folgenden 30 Minuten sammelte die US-Amerikanerin starke
25 Punkte und noch dazu 11 Rebounds. Der HTC war blendend auf Marburg eingestellt und machte den Außenspielerinnen durch harte Verteidigung das Leben extrem schwer. Nur zu acht Dreierversuchen kamen die BC-Spielerinnen. Und nur zwei waren erfolgreich. Saison-Tiefstwert.
„Wir waren oft zu zögerlich bei den Abspielen und haben dann den Moment verpasst. Aber wir werden hart und konzentriert daran arbeiten, dass jede Spielerin ihre bestmögliche Leistung abruft. Aber das braucht Zeit“, sagte Hans Brauer.

Statistik

  • Herner TC – BC Pharmaserv Marburg 74:57 (17:15, 27:16, 19:13, 11:13)
  • Herne: Bräuer, Davis (15 Punkte/1 Dreier; 3 Steals), Flasarova (10/2), Gawronska, Kassack, Mücke (6), Müller, Tulikihihifo (7), van der Velde, Worms (11; 8 Rebounds), Wright (25; 11 Reb.).
  • Marburg: Baranowski, Davidson (18/2), Gohrke (5), Masek, Menz, Schaake (2), Skuballa (14; 8 Reb.), White (18; 10 Reb.).
  • Zuschauer: 300.

von Marcus Richter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-171110-99-815911_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Barkeeper: Vom Berufsrisiko Sucht und der Liebe zur Nacht