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Drei Viertel gewonnen – mehr nicht

BC Marburg Drei Viertel gewonnen – mehr nicht

In der Regel wird ein Basketball-Spiel nicht im ersten Viertel entschieden. Doch am Ende der Partie Marburg gegen Osnabrück redeten alle über die ersten 10 von insgesamt 40 Minuten.

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Tina Menz (BC Marburg, rechts) gegen Angela Pace(Osnabrück).

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Widersprüchlicher konnten die Aussagen der beiden Trainer nach der für beide Mannschaften im Kampf um die Playoffs so wichtigen Partie kaum sein: „Was mein Team in den ersten zehn Minuten gezeigt hat, das war schon klasse“, freute sich Osnabrücks Headcoach Christian Kaiser. Demgegenüber war Aleksandra Kojic völlig bedient: „Im ersten Viertel haben wir nichts, aber auch gar nichts auf die Reihe bekommen.“ In der Tat zeigten die Gäste um die drei starken Amerikanerinnen Jasmine Byrd, Alison Schwagmeyer und Angela Pace schnelle und variable Spielzüge garniert mit Dribblings vom Feinsten und einer nahezu makellosen Trefferquote. 17:29 nach zehn Minuten! Die Fans der „Blue Dolphins“ mussten das Schlimmste befürchten.
Dass es am Ende dann doch nochmals spannend wurde, lag vor allem an der im weiteren Verlauf zunehmend kämpferischen Leistung des BC um die überragende Amanda Davidson, mit 22 Treffern vor Byrd (20) beste Werferin der Begegnung. Spielerisch konnten die Gastgeberinnen an diesem Abend den Gästen nicht das Wasser reichen. Marburg kämpfte sich stattdessen Punkt für Punkt heran.

Bangen um die Playoff-Teilnahme

Vor Beginn der Schlussminuten führten die „Panthers“ nur noch mit 53:45. Als Davidson zu Beginn des letzten Viertels einen ihrer insgesamt vier Dreier versenkte, schien ein Ruck durch die Mannschaft zu gehen. Jetzt waren auch die heimischen Fans wieder voll bei der Sache, peitschten ihre Mannschaft nach vorn. Die Stimmung in der Halle kam zum Höhepunkt, als Martha White drei Minuten vor dem Ende für den BC zum 61:61 ausglich. „Mir war klar, dass Marburg vor heimischer Kulisse nochmals zurückkommen würde. Unter dem Strich sind meine Spielerinnen jedoch ganz im Gegensatz zur vergangenen Partie diesmal als Team aufgetreten und haben verdient gewonnen“, resümierte Coach Christian Kaiser.
Und dennoch stach bei den Gästen eine Spielerin heraus. In der entscheidenden Phase war es Jasmine Byrd, die mit einem Dreier zum 64:61 ein Zeichen setzte. Die Gäste behielten von nun an in den hektischen Schlussminuten die Nerven und gaben die Führung bis zur Schlusssirene nicht mehr aus der Hand. Kojic ärgerte sich vor allem über den wohl entscheidenden Dreier durch Byrd: „Schade, dass keiner weiß, dass sie eine der besten Distanzschützinnen der Liga ist“, sagte sie sarkastisch, machte aber nicht nur diese Situation für die Niederlage verantwortlich: „Die meisten individuellen Fehler haben wir in den wichtigsten Phasen des Spiels gemacht“, ärgerte sich Kojic, die jetzt wieder um die Playoff-Teilnahme fürchten muss – ganz im Gegensatz zu Osnabrück.
Dennoch: „Unser einziges Ziel ist der Klassenerhalt. Das war vor der Saison so vorgegeben, und das ist jetzt trotz des großartigen Sieges in Marburg nicht anders. Über die Playoffs spreche ich nicht“, stapelte Trainer Kaiser tief. Apropos tief: Marburg darf in der Tabelle nicht noch weiter abrutschen. Immerhin machte eine Spielerin Mut: „Keine Panik! Wir werden die Playoffs erreichen“, sagte Finja Schaake mit großer Überzeugung. Bleibt zu hoffen, dass sie recht behält.

Statistik

Marburg – Osnabrück 63:69
(17:29, 13:11, 15:13, 18:16)
Marburg: Amanda Davidson (22 Punkte/4 Dreier), Maggie Skuballa (15 Punkte), Natalia Gohrke (4), Finja Schaake (2), Laura Masek, Tina Menz (6/1), Martha White (8), Samatha Baranowski (6). Osnabrück: Francisca Donders (2), Michelle Müller, Juliane Höhne (14), Jessica Höötmann (10), Angela Pace (5), Jasmine Byrd (20/4), Alison Schwagmeyer (18/1). Zuschauer: 450. Schiedsrichter: Johannes Hack / Christian Klaverveld.

von Michael E.Schmidt

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