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BC Marburg „Dolphins“ zwischen Hoffen und Bangen
Sport Lokalsport BC Marburg „Dolphins“ zwischen Hoffen und Bangen
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21:09 29.02.2012
Jubel und Nachdenklichkeit – ein Spiegelbild der bisherigen Saison. BC-Trainerin Aleksandra Kojic (von rechts), Shenita Landry, Amanda Davidson und Co-Trainer Frank Arnold.  Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Nur drei der acht Playoff-Plätze sind bislang praktisch vergeben: Der USC Freiburg und der BV Wolfenbüttel stehen sicher in der Runde der letzten acht, und auch der Tabellendritte Rhein-Main Baskets benötigt rein rechnerisch nur noch einen Erfolg aus den ausstehenden drei Partien, um die Qualifikation in trockenen Tüchern zu haben.

Vom Tabellenvierten SV Halle bis zum  -zehnten BG Rotenburg/Scheeßel aber kämpfen sieben Mannschaften um fünf Playoff-Plätze. Wahrscheinlich muss am Ende der Hauptrunde der Rechenschieber bemüht werden. Denn nur bei zwei punktgleichen Mannschaften gilt der direkte Vergleich aus Hin- und Rückspiel. Sind mehr als zwei Teams punktgleich kommt es zum Überkreuzvergleich untereinander.

„Wir werden es schaffen“. Doch so weit will man es in Marburg gar nicht erst kommen lassen. „Wir wollen in die Playoffs und wir sind optimistisch, dass wir das auch schaffen werden“, sagt der BC-Vorsitzende Jürgen Hertlein vor den Partien der „Dolphins“ in Nördlingen am Sonntag, gegen Absteiger Saarlouis am 10. März und beim Mitkonkurrenten Osnabrücker Panther am 17. März.

Sollten die Marburgerinnen aber die Playoffs verpassen, „wäre das sportlich eine Enttäuschung. Finanziell würde es zwar schwieriger, würde uns aber nicht vor Probleme stellen. Wir planen den Etat für die komplette Saison durch. Dabei gibt es einen festen Einnahmeblock, der aber eher am unteren Limit angesiedelt ist, weil man Zuschauerzahlen schlecht kalkulieren kann“, sagt Hertlein.

Mit ausschlaggebend für die Marburger „Zittersaison“ sei, so der BC-Vorsitzende, der Ausfall von Maggie Skuballa (Kreuzbandriss). „Sie fehlt uns sehr. Aber wir setzen auch darauf, dass Alissa Pierce sich weiter von Spiel zu Spiel steigert.“Dass der schmale Kader der Marburgerinnen allerdings im Falle von Verletzungen zum Problem werden kann, ist auch Hertlein bewusst.

„Wir müssten erst einmal weitere Sponsoren finden, die es uns ermöglichen, einen größeren Kader zu verpflichten. Wir rudern, was die Sponsorensuche anbelangt, die ganze Saison. Aber es ist unendlich schwierig, jemanden zu finden, der sich auch stärker
engagiert“, bekräftigt der BC-Vorsitzende.

„Wir versuchen ordentlich zu wirtschaften. Wenn wir dies nicht tun würden und den Karren an die Wand fahren, dann hätten wir wirklich ein Problem“, unterstreicht Hertlein aber auch die Maxime beim Bundesliga-Urgestein, das seit 20 Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten ist.

„Es gibt Saisons, in denen alles klappt. Es gibt aber auch immer mal wieder im Laufe einer Spielzeit Krisen. Im vergangenen Jahr haben wir in der Hauptrunde dominiert und sind dann in den Playoffs gescheitert. Vielleicht läuft es in dieser Runde ja genau umgekehrt“, sagt Hertlein und schiebt – unabhängig vom Saisonabschluss – noch ein Treuebekenntnis zu Trainerin Aleksandra Kojic nach: „Wir vom Vorstand halten an Kojic ohne wenn und aber fest. Sie hat unendlich viel für den Verein geleistet.“

Unabhängig vom Ausgang dieser Saison können sich die Marburgerinnen auf ein großes Event freuen. Zum insgesamt fünften Mal vergab die DBBL das Season Opening, die Saisoneröffnung für die Spielzeit 2012/13 nach Marburg. Am 29. und 30. September treten dann alle 12 Bundesliga-Teams zum ersten Spieltag in Marburg an. Außer dem BC Pharmaserv hatte sich Osnabrück für die Veranstaltung beworben, teilte die DBBL gestern mit.

Restprogramm der Playoff-Kandidaten:
4. SV Halle (20 Punkte): Chemcats Chemnitz (Heimspiel/H), USC Freiburg (Auswärtsspiel/A), BV Wolfenbüttel (H).
5. Heli Nördlingen Donau-Ries (18): BC Marburg (H), BG Rotenburg/Scheeßel (H), TV Saarlouis (A).
6. TSV Wasserburg (18): TV Saarlouis (A), Osnabrücker SC (H), NB Oberhausen (A).
7. NB Oberhausen (18): USC Freiburg (H), BV Wolfenbüttel (A), TSV Wasserburg (H).
8. BC Marburg (18): Heli Nördlingen Donau-Ries (A), TV Saarlouis (H), Osnabrücker SC (A).
9. Osnabrücker SC (18): BV Wolfenbüttel (H), TSV Wasserburg (A), BC Marburg (H).
10. BG Rotenburg/Scheeßel (16): Rhein-Main Baskets (A), Heli Nördlingen Donau-Ries (A), Chemcats Chemnitz (H).

von Frank Steinhoff-Wolfart