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„Blue Dolphins“ kommen mit blauem Auge davon

Klassenerhalt geschafft „Blue Dolphins“ kommen mit blauem Auge davon

Die Playoffs waren das Ziel. Am Ende konnten die Verantwortlichen beim BC Pharmaserv Marburg froh sein, dass die Mannschaft den Klassenerhalt in der Frauenbasketball-Bundesliga geschafft hat.

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Quelle: Michael Hoffsteter

Es wäre cool, wenn wir noch ein paar Spiele hätten“, sagte Finja Schaake. Die junge „Blue Dolphins“-Spielerin kam am Ende der Saison so richtig in Fahrt und hatte bei der finalen Partie gegen Wolfenbüttel maßgeblichen Anteil am 81:78-Sieg.
Beinahe wären es noch die paar Spiele geworden, wenn Freiburg in Herne gewonnen hätte. Durch den Rückzug Wolfenbüttels, von dem die Spielerinnen beider Teams und die Zuschauer skurrilerweise erst nach dem Match erfuhren, war das Aufeinandertreffen nur noch unter dem Aspekt „Playoff-Teilnahme für Marburg: ja oder nein?“ interessant gewesen. Da Herne siegte, rutscht Bamberg als Neunter in die Playoffs.
„Wir haben das Ziel nicht erreicht. Unterm Strich sind wir also nicht zufrieden“, fasst Björn Backes, der 2. Vorsitzende des BC, die Saison zusammen. Erleichtert über den aus eigener Kraft geschafften Klassenerhalt sei er dennoch: „Wir sind froh, mit einem positiven Erlebnis aus der Saison rauszugehen.“
 

Halbzeitbilanz noch positiv

Zumal die Fragen im Abstiegsfall sehr unangenehm ausgefallen wären. Mit einer Bilanz von sechs Siegen und fünf Niederlagen lag das junge, im Umbruch befindliche BC-Team nach der Hinrunde auf Platz fünf. Als das neue Jahr mit drei Pleiten begann, wurde der Vorstand offenbar nervös. Es folgte die Trennung von Aleksandra Kojic, die die „Blue Dolphins“ bis dato jedes Mal in die Playoffs geführt hatte, seit sie den Trainerjob im Jahr 2005 übernommen hatte.
Nachdem dieses letzte Mittel ausgeschöpft war, sollte es Patrick Unger, dem der erfahrene Hans Brauer als Berater zur Seite gestellt wurde, bei seiner ersten Trainerstation im Frauenbereich richten. Nach der Niederlage in Herne folgte beim Heimdebüt ein Sieg über den späteren Absteiger Avides Hurricanes aus Rotenburg/Scheeßel – richtig rund lief es dennoch nicht.
Unger musste sich zurechtfinden und sein neues Team kennenlernen, die verunsicherten Marburgerinnen taumelten den Abstiegsplätzen entgegen. Gerade rechtzeitig zum Saisonfinale schafften die „Blue Dolphins“ die Wende zum Guten und unter Unger den zweiten Sieg. „Wir haben in den letzten neun Wochen viel psychologische Arbeit geleistet, die nun endlich Früchte getragen hat“, sagte Unger nach dem Wolfenbüttel-Spiel. „Wenn die Saison noch drei Spiele gedauert hätte, wäre ich frohen Mutes gewesen.“
So aber müssen die Marburger erstmals seit 1996 zuschauen, wie andere in den Playoffs um die Meisterschaft spielen. Der BC kann sich darauf konzentrieren, die Weichen für die nächste Saison zu stellen. Geklärt werden muss die Trainerfrage. Für den BC ist Unger der Wunschkandidat. „Wir sind optimistisch, dass wir zusammenkommen“, sagt Backes. Die Spielerinnen seien „alle begeistert“ und würden gerne mit ihm weiterarbeiten. Erst danach kann sich der Verein den Spielerverträgen widmen. Backes: „Vor der Trainerentscheidung wird niemand unterschreiben.“

von Holger Schmidt

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