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Hessen Darmstadt ohne Angst und Ehrfurcht nach Schalke
Sport Hessen Darmstadt ohne Angst und Ehrfurcht nach Schalke
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14:52 20.08.2015
Dirk Schuster, Trainer vom SV Darmstadt 98, leitet verschränkt die Arme. Quelle: Daniel Naupold/Archiv
Darmstadt

Als der SV Darmstadt 98 vor über 36 Jahren zum ersten und bisher einzigen Mal ein Bundesliga-Gastspiel beim FC Schalke 04 absolvierte, waren die Aufstiegshelden von heute noch gar nicht auf der Welt. Entsprechend groß ist bei den Südhessen die Vorfreude auf das Live-Erlebnis im Gelsenkirchener Fußball-Tempel an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky). "Das wird ein Erlebnis, auf Schalke zu spielen. Wir fahren mit Respekt dahin, aber nicht mit Angst oder Ehrfurcht", sagte "Lilien"-Trainer Dirk Schuster am Donnerstag.

Am 12. April 1979 unterlagen die Darmstädter mit 2:4. Und auch dieses Mal ist der Aufsteiger der krasse Außenseiter. "Die Rollen sind ganz klar verteilt. Schalke ist sehr überzeugend in die Saison gestartet", stellte Schuster fest. Beim 3:0 in Bremen lieferten die Königsblauen eine souveräne Vorstellung ab. Dennoch warnte Schalke-Coach André Breitenreiter: "Das ist eine gefährliche Situation. Mannschaft und Fans werden Geduld brauchen."

Die Darmstädter werden wieder auf ihre bewährte Taktik setzen - hinten kompakt stehen und bei Balleroberung schnelle Gegenangriffe starten. "Wir wollen Schalke so lange wie möglich ärgern", meinte Schuster. Personell hat er die Qual der Wahl, vor allem auf der Position des rechten Verteidigers. "Bei György Garics oder Florian Jungwirth wird es eine Bauchentscheidung, wer spielt", erklärte der 98-Trainer.

Gegen die starke Schalke-Offensive, in der Torjäger Klaas-Jan Huntelaar wegen einer Fußverletzung allerdings auszufallen droht, wird vor allem die "Lilien"-Abwehr gefordert sein. Und da ganz besonders Kapitän Aytac Sulu, der zum Auftakt gegen Hannover 96 (2:2) mehrfach gepatzt hatte. "Beim Elfmeter war er etwas ungeschickt, für das Eigentor konnte er nichts", meinte Schuster milde. Doch Sulu weiß, dass er für mehr Stabilität sorgen muss. Schließlich hatte er vor dem Saisonstart selbst erklärt: "Wenn wir keine 100 Prozent bringen, werden wir kein Spiel gewinnen."

Im schnellen Umkehrspiel soll wieder Marcel Heller als Trumpf stechen. Vor dem Doppeltorschützen vom Hannover-Spiel haben auch die Schalker Respekt. "Ich kenne ihn noch aus Frankfurter Zeiten. Er ist wie ein flinkes Wiesel, da müssen wir aufpassen", mahnte Torhüter Ralf Fährmann in einem "kicker"-Interview (Donnerstag).

Heller selbst ist nach seinem Raketenstart in die Saison auf dem Boden geblieben. "Viele Verwandte und Freunde haben mir gratuliert. Das ist natürlich ein schönes Gefühl, aber ich weiß das gut einzuschätzen", sagte der Flügelflitzer. Ihm sei es egal, wer die Tore schießt. "Hauptsache wir sind als Mannschaft erfolgreich."

dpa