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5:1 gegen saudischen Club: Eintracht gewinnt umstrittenes Testspiel

Fußball 5:1 gegen saudischen Club: Eintracht gewinnt umstrittenes Testspiel

Eintracht Frankfurt hat sein erstes Spiel im neuen Jahr gewonnen. Gegen den saudischen Club eines früheren Stuttgarter Trainers hieß es am Sonntag 5:1. Für die Wahl ihres Gegners und den Ort ihres Trainingslagers war die Eintracht zuvor scharf kritisiert worden.

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Finanzvorstand der Eintracht Frankfurt Fußball AG, Axel Hellmann.

Quelle: Arne Dedert/Archiv

Abu Dhabi. Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt hat sein umstrittenes Testspiel gegen den saudi-arabischen Club al-Ahli Dschidda mit 5:1 (2:1) gewonnen. Im Trainingslager in Abu Dhabi trafen am Sonntag zweimal Alexander Meier (8./47.), Szabolcs Huszti (34.), Luca Waldschmidt (50.) sowie Mijat Gacinovic (88.) für die Eintracht. Die Neuzugänge Huszti und Marco Fabian kamen im offensiven Mittelfeld zum ersten Mal für die SGE zum Einsatz. Der von Schalke 04 ausgeliehene Kaan Ayhan wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt.

"Wir haben gut gespielt und es hat Spaß gemacht, zuzuschauen", sagte Trainer Armin Veh. "Bei Fabian hat man gesehen, dass er ein guter Fußballer ist. Huszti hat gezeigt, das er uns weiterhelfen kann."

Das Spiel gegen die Mannschaft des früheren Stuttgarter Trainers Christian Gross wurde von der Kritik zahlreicher Politiker und Menschenrechts-Experten an den Trainingslagern mehrerer Bundesliga-Clubs in der Golfregion begleitet. Die Eintracht in Abu Dhabi, Borussia Dortmund in Dubai und vor allem der FC Bayern München in Katar würden damit autoritäre Regime aufwerten, die Menschenrechte verletzen und Oppositionelle verfolgen, lautet der Tenor. "Ich halte es für ein vollkommen falsches Signal, wenn deutsche Bundesligisten nun wiederholt in solche Länder reisen", hatte auch der Präsident des Landessportbundes Hessen, Rolf Müller, in der vergangenen Woche gesagt. "Außenstehende Beobachter werden sich fragen: Ist der Sportwelt die Moral abhandengekommen?"

Eintracht-Vorstand Axel Hellmann wehrte sich gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" nun vor allem gegen diese Kritik. "Die Doppelmoral von Herrn Müller stört mich. Der LSB hat Werbepartner auf seiner Internetseite, die in Arabien und auch in Saudi-Arabien gutes Geld verdienen", sagte er.

Das Spiel gegen al-Ahli sei nur deshalb vereinbart worden, "weil die beiden Trainer sich kennen und wir kurzfristig einen Sparringspartner im Training brauchten. Es ist keine politische Aussage", so Hellmann. Grundsätzlich gelte: "Wir halten Abu Dhabi und die Vereinigten Arabischen Emirate nach unseren westlichen Standards für das kompatibelste Land. Es ist nicht ganz mit unseren rechtsstaatlichen Maßstäben zu vergleichen. Aber man darf auch nicht verdrängen, dass wir auch in Deutschland einen Entwicklungsprozess unternommen haben."

Vorstands-Chef Heribert Bruchhagen sieht in solchen Reisen sogar eine Chance. "Gerade der Sport ist in höchstem Maße dazu geeignet, durch Kommunikation und sportliche Begegnungen mögliche Unrechtsentwicklungen und Dinge, die nicht mit unseren Maßstäben übereinstimmen, zu reglementieren", sagte er im ZDF-Sportstudio.

dpa

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