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Fußball VW droht Wolfsburger Fußballern mit Rauswurf
Sport Fußball VW droht Wolfsburger Fußballern mit Rauswurf
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13:48 18.04.2011
Die Wolfsburger Diego Benaglio (l-r), Arne Friedrich, Grafite und Marcel Schäfer stehen nach dem Spiel in der Arena. Quelle: dpa

Der Club-Eigner droht, der Trainer quält: Die Stimmung beim stark abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburger könnte zum Frühlingserwachen frostiger nicht sein. Die Geduld beim VfL-Mutterkonzern Volkswagen ist angesichts der bedrohlichen Lage des Meisters von 2009 nach dem frustrierenden 2:2 am Samstag gegen den direkten Konkurrenten FC St. Pauli endgültig am Ende. In noch nie dagewesener Schärfe und Deutlichkeit droht VW den Woche für Woche enttäuschenden Profis unverhohlen mit dem Rauswurf.

"Wenn die Mannschaft jetzt nicht konsequent agiert, dann werden wir eben Konsequenzen ziehen", kündigte Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz vor dem Heimspiel am Ostersonntag (15.30 Uhr) gegen den 1. FC Köln an. Die Profis stehen am Pranger und werden von Trainer Felix Magath ordentlich gequält. Die üblichen freien Regenerationstage entfielen nach dem Lust- und Hilflos-Auftritt am Samstag. Der vermeintliche Heilsbringer Magath, der auch vier Spiele nach seiner umjubelten Rückkehr im März noch auf den ersten Sieg wartet, wird wieder zum "Quälix". Bei strahlendem Sonnenschein am Rande der VW-Arena herrschte am Montagmorgen auf dem Trainingsplatz eisige Stimmung. Magath scheuchte die Profis, denen er bereits am Samstag Egoismus vorgehalten hatte, in Intervallläufen über den Rasen.

Bereits am Sonntag hatte es statt Regeneration ein beinhartes Straftraining gegeben, bei denen die Spieler in Konditions- und Fitnessübungen stärker als im Spiel am Samstag an ihre Leistungsgrenzen gehen mussten. "St. Pauli hat Abstiegskampf gezeigt. Wir machen Schönwetter-Spielerei. Das geht so nicht", wetterte VW-Konzernchef Martin Winterkorn in der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung" (Montag). Für den Club-Eigner wird der VfL allmählich zum ernsthaften Image-Problem. Winterkorn, der den Club nach dem Meistertitel 2009 zu einer europäischen Marke und einem Dauergast in der Champions League machen wollte, muss mitansehen, wie der VfL seinem ersten Bundesliga-Abstieg entgegentaumelt. Tatenlosigkeit kann dem VW-Boss dabei niemand vorwerfen.

Nachdem der VfL unter vier verschiedenen Trainern und dem neu installierten Manager Dieter Hoeneß nach 2009 nie richtig in die Gänge kam, platzte Winterkorn im März endgültig der Kragen. In Abstiegs-Panik griff Winterkorn zur Radikallösung, beurlaubte Hoeneß und kehrte zum einst erfolgreichen Modell Magath zurück. "Es ist keine Besserung eingetreten", stellte VW-Vorstand Garcia Sanz nun konsterniert fest. Demonstrativ stärkten die Bosse Magath aber den Rücken: "Wenn es einer schaffen kann, dann Felix Magath." Der erfolgsverwöhnte Trainer und Manager hat spätestens jetzt gänzlich freie Hand, die Spieler endlich zum Erfolg zu quälen. "Wir haben jetzt noch vier Spiele Zeit, den Karren aus dem Dreck zu ziehen", sagte Garcia Sanz. Angesichts von bereits vier Punkten Rückstand zum rettenden Ufer müsste dies bestenfalls über den Umweg Relegation geschehen. Spätestens im Sommer könnte es den Profis auch im Falle des Klassenverbleibs dann an den Kragen gehen. "Persönlich bin ich von der Mannschaft sehr enttäuscht", bekräftigte Garcia Sanz. Beim VfL droht unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit zur neuen Saison wieder einmal ein kostspieliger Umbruch.

dpa

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