Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Fußball „Ich vertraue auf dieses Team“
Sport Fußball „Ich vertraue auf dieses Team“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:32 17.02.2014
Der neue Trainer des Hamburger SV, Mirko Slomka (M), zwischen HSV-Sportchef Oliver Kreuzer (l) und dem Vorstandsvorsitzenden Carl Jarchow. Quelle: dpa
Hamburg

Nicht nur die Mannschaft des Hamburger SV braucht derzeit Streicheleinheiten. Auch der Vorstand des Vorletzten der Fußball-Bundesliga, der vergangene Woche wegen des Plans mit Felix Magath fast vom Aufsichtsrat entlassen wurde und wenig Ansehen in der Stadt genießt, braucht ein paar Aufmunterungen. Mirko Slomka hat das gerne übernommen, als er am Montag als dritter Cheftrainer der Hamburger in dieser Saison vorgestellt wurde. Er freue sich sehr auf die Aufgabe in Hamburg, sagte der ehemalige 96-Trainer bei seiner Vorstellung in Hamburg. "Wir werden alle daran ziehen und zerren, die Lage des Vereins zu verbessern", sagte Slomka.

Er habe einen „hervorragenden Eindruck“ von den Vertragsgesprächen am Sonntag mitgenommen. Seine Gesprächspartner, Vorstandschef Carl Edgar Jarchow und Sportchef Oliver Kreuzer, seien „sehr kompetent und zielgerichtet“, der HSV ein „großartiger Klub“, der normalerweise zu den „Top 5 in Deutschland“ gehöre. Zudem übernehme er sehr wohl eine „toll zusammengestellte Mannschaft“, weshalb er sich auf die „spannende Herausforderung“ freue. So erfreuliche Dinge hört man beim HSV während der schwersten Krise der Vereinsgeschichte wohl nur noch, wenn man für viel Geld neue Leute einstellt.

Slomka, Ende Dezember nach vier Jahren bei Hannover 96 entlassen, saß im roten Rautendress mit dem Kürzel „MS“ vor einer Fotografen- und Journalistenschar, die nur einmal in Hamburg übertroffen wurde. Das war, als der frühere Weltklassestürmer Ruud van Nistelrooy 2010 präsentiert worden war. Inzwischen träumt man beim HSV vom Klassenverbleib. Doch selbst wenn das schiefgehen sollte, möchte Slomka den Wiederaufbau begleiten. Er schloss einen auch für die 2. Liga gültigen Vertrag bis 2016 ab, Gehalt angeblich eine Million Euro pro Jahr plus eine Nichtabstiegsprämie. Vorerst bringt er nur Nestor El Maestro als Assistenten mit nach Hamburg, mit dem er schon „auf Schalke“ und in Hannover zusammengearbeitet hatte. Den Rest des Stabes werde er sich anschauen, aber das seien ja „klasse ausgebildete“ Mitarbeiter.

Die Nacht zu Montag war Slomka in Hamburg privat untergekommen, um um 10 Uhr pünktlich an seinem neuen Arbeitsplatz zu sein. Ein Pendeln von Hannover nach Hamburg wird es nicht jeden Tag geben, Slomka will sich in der Hansestadt eine Wohnung suchen. Slomka ahnt, dass er bei der verunsicherten Mannschaft nur als „Hobbypsychologe“ etwas positiv verändern und ihr wieder „das Erfolgsgen einhauchen“ kann. „Hier und da“ will er etwas „anders einstellen“ als seine Vorgänger Thorsten Fink und Bert van Marwijk.

Die beim HSV vorhandenen „kampfbereiten Sechser“ will der 46-Jährige mit den „guten, schnellen offensiven Mittelfeldspielern“ kombinieren und wird vermutlich auf eine Blitzkonter-Taktik setzen – Fans von Hannover 96 wissen also, was die Fans des Hamburger SV in den kommenden Wochen erwartet.

Dass der erste Gegner unter seiner Regie ausgerechnet der höchsten Kategorie angehört, stört ihn offenbar keineswegs. Borussia Dortmund sei ein „fantastischer Gegner, um zu zeigen, dass Leben in der Mannschaft ist“, sagte Slomka, der für die kommenden Tage jeweils zweimal Training ansetzte. Das war unter van Marwijk die absolute Ausnahme. Gleichwohl sieht Slomka kein Fitnessproblem bei seiner neuen Mannschaft.

Bei Hannover 96 war das anders, als er das Team am 18. Januar 2010 übernahm. Da startete er während der Saison noch einmal ein komplettes Vorbereitungsprogramm, die Elf verlor sechsmal am Stück – auch, weil die Profis schwere Beine hatten. Aber das sei eine andere Situation gewesen, sagt Slomka, nach dem Suizid Robert Enkes hätte 96 eine Weile nicht ordentlich trainieren können.

Mirko Slomka

Von Hannover 96 zum HSV: Alle Berichte, Kommentare und Fotos zum Fußballtrainer Mirko Slomka finden Sie in unserem Dossier.

Die vier Jahre bei 96 waren bis auf den Anfang und das Ende eine sportliche Erfolgsgeschichte des Trainers Slomka, der zweimal die Europa League erreichte. Doch in Erinnerung bleibt aus der 96-Zeit auch ein Trainer mit ausgeprägtem Hang zur Selbstdarstellung. Der Dauerstreit mit dem damaligen Sportchef Jörg Schmadtke hat zudem Zweifel geweckt, dass Slomka mit starken Mitarbeitern an seiner Seite umgehen kann.

Slomka und der HSV, das hätte schon mehrmals fast geklappt. 2008 war er im Gespräch als Nachfolger von Huub Stevens, doch die Hamburger, die damals noch in der oberen Tabellenhälfte verkehrten, nahmen Martin Jol. Ein Jahr später war er im Kreis der Jol-Nachfolger. Diesmal wurde Bruno Labbadia vorgezogen. Und als die Hamburger sich nach dem Abgang von Armin Veh 2011 ein drittes Mal mit ihm beschäftigten, holten sie sich einen Korb von 96-Klubchef Martin Kind ab.

Nun hat es mit Hamburg und Slomka geklappt. Er kommt als Retter.

Jörg Marwedel/ska/no

Fußball Mirko Slomka beim HSV - Engagement bis in die 2. Liga

Der HSV hat in Mirko Slomka den Nachfolger für den beurlaubten Trainer Bert van Marwijk gefunden. Ein teures Unterfangen, aber der neue Hoffnungsträger ist der letzte Trumpf, den der Krisen-Club im Abstiegskampf noch ziehen konnte.

17.02.2014

Eine perfekte Woche für den VfL Wolfsburg! Dem 3:0 gegen Mainz und dem Einzug ins Pokal-Halbfinale ließen die Niedersachsen ein 2:1 bei Hertha BSC folgen. Damit bleibt der VfL im Rennen um die internationalen Plätze gut vertreten.

16.02.2014

Der 1. FC Nürnberg hat einen weiteren Schritt zum Klassenerhalt gemacht. Mit dem 1:0 in Augsburg feierte der Club bereits den dritten Sieg in der Rückrunde und schaffte damit den Sprung auf Platz 14. Matchwinner war wieder einmal Josip Drmic.

16.02.2014