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Fußball Herthas Abseits-Frust nach Millionen-Freude
Sport Fußball Herthas Abseits-Frust nach Millionen-Freude
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18:52 02.02.2014
Man sieht Herthas Trainer Trainer Jos Luhukay die 1:3 Niederlage gegen Nürnberg an. Quelle: dpa
Berlin

Von der Freude über den Millionen-Deal mit einem US-Finanzinvestor war bei Michael Preetz nach dieser delikaten Abseitsentscheidung rein gar nichts mehr zu spüren. "Rot und Elfmeter. Da war sonst gar nichts. Der Assistent hat etwas gesehen. Das hat er exklusiv", polterte der Manager von Hertha BSC nach der bitteren 1:3 (1:1)-Niederlage der Berliner am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg. Mit der Maximalausbeute von sechs Punkten im neuen Jahr hat der "Club" die Abstiegsränge verlassen.

Auch Hertha-Trainer Jos Luhukay haderte mit Referee Michael Weiner und beklagte nach dem 19. Spieltag und einem Null-Punktestart in die Rückrunde das verloren gegangene Glück. "Ein Schiedsrichtergespann muss ein Spiel leiten und sollte nicht der Hauptdarsteller sein", monierte Luhukay, der sich schon eine Woche zuvor beim 0:1 in Frankfurt bei einer entsprechenden Kombi-Entscheidung mit möglichem Rot und Elfmeter benachteiligt gefühlt hatte.

In einer hektischen Schlussphase der sonst wenig aufregenden Bundesliga-Partie hatte Schiedsrichter Weiner am Sonntag zunächst FCN-Profi Ondrej Petrak für ein Handspiel auf der Torlinie die Rote Karte gezeigt. Ganz Berlin rechnete zudem mit einem Strafstoß - doch Weiner konsultierte seinen Assistenten Norbert Grudzinski. Der hatte Hertha-Stürmer Adrian Ramos im Abseits und vor allem eine Behinderung von FCN-Torwart Raphael Schäfer gesehen. Weiner nahm seine Platzverweis-Entscheidung zurück.

Hertha-Kapitän Fabian Lustenberger ereiferte sich wie seine Vorgesetzten. "Adrian kreuzt zwar den Laufweg, aber Schäfer war 15 Meter entfernt und wäre nie mehr an den Ball gekommen." Wenig tröstend war für die Herthaner, dass sogar FCN-Coach Gertjan Verbeek die Situation als knifflig darstellte. "Er hätte auch anders entscheiden können", sagte der Niederländer und witterte doch Gerechtigkeit: "Wir haben in der Hinrunde viel Pech gehabt. Heute war es mal andersherum", sagte er bei Sky und freute sich nach dem zweiten Sieg 2014 über den Sprung auf Rang 15.

Die zweite Niederlage des Jahres passte so gar nicht ins beschwingte Berliner Stimmungsbild. Vor dem Spiel waren die positiven Wirtschaftsnachrichten das Thema in der Hauptstadt gewesen. Am Freitag hatte Hertha einen Anteilsverkauf von 9,7 Prozent an eine US-Beteiligungsgesellschaft abgeschlossen. Insgesamt investiert der Finanz-Investor KKR 61,2 Millionen Euro. "Wir sind nicht reich. Aber wir haben den wichtigsten Meilenstein in der Geschichte von Hertha BSC erreicht", jubilierte Finanzvorstand Ingo Schiller. Mit der sportlichen Situation haben die Investitionen allerdings nichts zu tun. Auch im Sommer will Preetz nicht "mit der Geldkoffer" losziehen.

Auch sportlich begann für die Hertha alles nach Plan. Durch ihren Toptorschützen Ramos waren sie mit 1:0 in Führung (4. Minute) gegangen. Doch Markus Feulner (20.) und Drmic (68.) drehten vor 37 483 Zuschauern das Ergebnis. Korrekt war die Entscheidung Weiners in der vierten Minute den Nachspielzeit nach Foul von Marcel Ndjeng an Drmic Strafstoß für Nürnberg zu geben. Der Gefoulte (90+4.) traf selbst zum Endstand. Hertha rangiert nach zwei Rückrunden-Niederlagen mit 28 Punkten auf dem achten Platz.

Nach dem ersten Schock durch das Ramos-Tor hatte der Club etwas mutiger agiert: Nach schwerem Stockfehler von Johannes van den Bergh, der den Ball genau Feulner vor den Fuß legte, schoss der Nürnberger Mittelfeldmann aus 16 Metern zum Ausgleich ein. Kurz darauf nahm Luhukay van den Bergh vom Platz. Der Linksverteidiger hatte schon in der zweiten Minute Gelb gesehen und war sichtlich von der Rolle.

Nürnberg betrieb viel Laufaufwand und hatte nach dem ersten Saisonsieg gegen Hoffenheim offenkundig neues Selbstbewusstsein. Hertha agierte zielstrebiger und hätte mit einer Führung in die Pause gehen müssen. Ramos (35.) verzog nach einem schönen, von ihm selbst eingeleiteten, Konter freistehend. Javier Pinola klärte einen Schuss von Ndjeng (37.) kurz vor der Torlinie.

Der agile und schnelle Ronny scheiterte mehrfach mit seinen gefürchteten Freistößen. Nürnberg schien mit der Aussicht auf den Punkt zufrieden. Und schlug dann bei der ersten Gelegenheit eiskalt zu. Daniel Ginczek traf zunächst den Pfosten, Drmic setzte nach und schob ein. Für Diskussionsstoff bis weit nach dem Abpfiff sorgte dann das Ramos-Abseits kurz vor Schluss.

dpa

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