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Fußball Kopf hoch, Dino!
Sport Fußball Kopf hoch, Dino!
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07:48 04.02.2014
Von Stefan Knopf
 Der Hamburger SV muss in dieser Saison viel leiden. Maskottchen Herrmann ist da keine Ausnahme. Quelle: imago
Hannover

Im Internet lässt der Spott gewöhnlich nicht lange auf sich warten. Und so hatten die Fußballer des Hamburger SV am Wochenende kaum damit begonnen, das 0:3 bei 1899 Hoffenheim zu verarbeiten, als im Netz schon ein Bild mit dem Restprogramm des HSV kursierte unter dem Titel „Abschiedstour - auch Dinos sterben irgendwann aus“. Darunter ein Versprechen: Zusatzshows 2014 in Sandhausen, Aalen, Ingolstadt. Noch ist es ja längst nicht so weit, aber der Sturz auf den 17. Tabellenplatz nach dem 19. Bundesligaspieltag hat die Hanseaten tief in ihrem Stolz verletzt. 2. Liga, das klingt in Hamburg immer noch ein bisschen schriller als andernorts.

Klar, es gibt andere Vereine, die sind auch noch nie aus der 1. Liga abgestiegen: Bayer Leverkusen etwa, der VfL Wolfsburg oder der FC Augsburg. Aber, bitte schön, wer kann schon 51 Jahre ununterbrochene Zugehörigkeit zur Bundesliga vorweisen? Nicht mal der FC Bayern! Das letzte Gründungsmitglied, das noch nie abgestiegen ist, der Bundesliga-Dino: Das haben sie beim HSV so oft betont, dass es außerhalb Hamburgs kaum noch jemand hören kann. Es erklärt aber auch, warum Fans und Verantwortliche einen Abstieg besonders fürchten: Dann wäre der HSV nur noch ein gewöhnlicher Verein.

16 Klubs traten 1963 zur ersten Bundesligasaison an, 15 von ihnen sind irgendwann ab- und später wieder aufgestiegen; manche einmal, viele mehrmals. Einige haben sich nicht mehr davon erholt, der VfB Stuttgart oder Werder Bremen zeigen, dass der Kurzaufenthalt in der 2. Liga auch eine Chance sein kann. Ein Blick auf die damaligen Wegbegleiter des HSV.

  • 1. FC Köln: 1964 dürfen sich die Kölner als erster Bundesligameister feiern lassen, 1998 steigt der FC ab in die 2. Liga. Zwei Jahre später kehrt er zurück und befindet sich seither in ständiger Pendelei zwischen 1. und 2. Liga. Derzeit sind die Kölner mal wieder auf Aufstiegskurs, als Tabellenführer in der 2. Liga.
  • Meidericher SV: 1967 wird aus dem Klub der MSV Duisburg; 1982 geht es erstmals in die 2. Liga, wo der MSV seither überwiegend zu finden ist – mit dem einen oder anderen Ausflug in die 1. oder 3. Liga. Nach Lizenzentzug spielen die Duisburger momentan in der 3. Liga.
  • Eintracht Frankfurt: Erstmals steigen die Hessen in der Saison 1995/1996 ab. Seither sind sie mal oben, mal unten und immer auf der Jagd nach den eigenen Ansprüchen. Derzeit wieder in der 1. Liga unterwegs – und im Abstiegskampf.
  • Borussia Dortmund: Abstieg in der Saison 1971/1972. Nach vier Jahren kehrt der BVB zurück und wächst über die Jahrzehnte langsam zu einer Spitzenmannschaft. Erfolge seither: fünf Meisterschaften und Champions-League-Sieg 1997.
  • VfB Stuttgart: Abstieg in der Saison 1974/1975. Wiederaufstieg nach zwei Jahren, seither drei Meistertitel.
  • 1860 München: Erstmals abgestiegen 1970, erster Wiederaufstieg 1977. Danach auf Achterbahnfahrt zwischen 1. und 3. Liga. 1994 gelingt den „Löwen“ nochmals der Sprung in die 1. Liga, zehn Jahre später ist das Abenteuer erneut beendet. Der Verein träumt noch immer vom großen Fußball – als Tabellenachter der 2. Liga wird das vorerst wohl aber nichts.
  • FC Schalke 04: Erstmals abgestiegen 1981. Nach Jahren als sogenannte Fahrstuhlmannschaft wird aus dem einstigen Chaosklub nach dem Aufstieg 1991 ein etablierter Erstligist. Höhepunkt: UEFA-Pokalsieg 1997. Nur mit der Meisterschaft will es einfach nicht klappen.
  • 1. FC Nürnberg: Den Franken gelingt das Kunststück, ein Jahr nach der Meisterschaft 1968 direkt abzusteigen. Erst 1978 schafft der FCN die Rückkehr in die 1. Liga, seither geht es hoch und runter. Aktuell kämpft der „Club“ in der 1. Liga wieder mal gegen den Abstieg.
  • Werder Bremen: Abgestiegen in der Saison 1979/1980, sofortiger Wiederaufstieg im Jahr danach. In den folgenden Jahren entwickelt sich Werder zu einer Spitzenmannschaft mit drei Meisterschaften. Momentan aber in der Nähe des HSV zu finden: im Abstiegskampf.
  • Eintracht Braunschweig: Erstmals abgestiegen 1973, danach umgehende Rückkehr in die 1. Liga. Weitere Abstiege 1980 und 1985, danach Sturz bis in die 3. Liga. Umso größer ist die Freude im Sommer 2013: Nach 28 Jahren kehrt der BTSV in die 1. Liga zurück. Es bleibt, so sieht es zumindest aus, ein kurzes Vergnügen.
  • 1. FC Kaiserslautern: 1996 steigt der FCK erstmals ab und marschiert zwei Jahre später nach dem direkten Wiederaufstieg sensationell zur Meisterschaft. Dauerhaft einrichten kann sich der FCK in der 1. Liga aber nicht: Seit dem zweiten Abstieg 2006 pendelt der Klub zwischen 1. und 2. Liga; aktuell liegt der Zweitligist als Tabellendritter auf Aufstiegskurs.
  • Karlsruher SC: Nach dem ersten Abstieg 1968 gibt der KSC meist kurzfristige Gastspiele in der 1. Liga; seine längste und erfolgreichste Phase dort hat er von 1987 bis 1998. Seither ist der Klub irgendwo zwischen 1. und 3. Liga unterwegs; aktuell träumt der Verein als Vierter der2. Liga wieder vom Aufstieg.
  • Hertha BSC: Nach nur zwei Jahren in der neuen 1. Liga steigen die Berliner 1965 erstmals ab und kehren 1968 wieder zurück. Die wilden Jahre erlebt die „Alte Dame“ zwischen 1980 und 1997, als der Klub munter zwischen der 1. und der 3. Liga pendelt. Nach dem erneuten Aufstieg schafft es Hertha bis in die Champions League, die Unruhe bleibt bei den Berlinern aber Programm. Nach zwei weiteren Abstiegen 2010 und 2012 träumt Hertha in diesem Jahr von der Europa League.
  • Preußen Münster: Nach der Premierensaison steigt Münster ab und kehrt auch nie wieder in die 1. Liga zurück. Die Preußen taumeln bis in die 4. Liga; aktuell liegt der Klub im Mittelfeld der 3. Liga.
  • 1. FC Saarbrücken: Nach der Premierensaison abgestiegen. Danach noch mit drei Gastspielen in der 1. Liga: von 1976 bis 1978, 1985/1986 und 1992/1993. Danach stürzt der Klub bis in die fünftklassige Oberliga Südwest ab. Aktuell Tabellenletzter der 3. Liga.

Spannung im Rennen um die Europapokalplätze, Dramatik im Kampf gegen den Abstieg. Absehen vom Bayern-Alleingang an der Spitze deutet sich eine denkwürdige Restsaison an. Große Sorgen hat der desolate Bundesliga-Dinosaurier Hamburg. Dagegen bleibt Nürnberg im Aufwind.

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