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Fußball Spielverderber Argentinien
Sport Fußball Spielverderber Argentinien
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00:20 06.09.2014
Hängende Gesichter: In diesem Spiel triumphierten die Argentinier. Quelle: dpa
Düsseldorf

Revanche? Davon wollte Joachim Löw nichts wissen. Es sei natürlich etwas kurios, so kurz nach dem WM-Finale von Rio erneut auf Argentinien zu treffen, hatte Löw kürzlich gesagt. Aber eine Revanche für den deutschen 1:0-Sieg in Brasilien könne es schon deshalb nicht sein, erklärte der Bundestrainer, „weil sich Argentinien in diesem Spiel ja gar nicht den Titel zurückholen kann“. Der bleibt in Deutschland. Trotz der 2:4-Niederlage gestern Abend in Düsseldorf.

Angel di María, der argentinische Flügelflitzer, hatte es vor dem Anpfiff ganz treffend formuliert. „Wir sind hier bloß als Gast auf einer Party“, hatte er gesagt. Genau das sollte dieser Testkick ja in erster Linie werden: eine riesengroße WM-Party. Die 51.132 Zuschauer in der seit Wochen ausverkauften Esprit Arena gaben zu Beginn auch alles, um ihre Helden noch einmal gebührend zu feiern. Beim Einlaufen der Mannschaften malte das Publikum eine beeindruckende Choreografie in Schwarz-Rot-Gold und mit den vier Sternen für die vier WM-Titel auf die Tribüne.

Was folgte, waren Klatschen, Feiern, Singen („Die Nummer eins der Welt sind wir“) – zumindest bis zum Rückstand durch Sergio Agüreo in der 20. Minute. Anschließend wurde es mit jedem Gegentor leiser im Stadion, und als Erik Lamela (40. Minute), Federico Fernández (47.) und der überragende Di María (50.) das Ergebnis zwischenzeitlich bis auf 4:0 für die Südamerikaner ausgebaut hatten, gab es sogar lautstarke Pfiffe.

Der emotionale Höhepunkt des Abends war da längst vergessen: Unter Ohren betäubendem Beifall waren die Weltmeister Philipp Lahm, Miroslav Klose und Per Mertesacker kurz vor dem Anpfiff aus der Nationalmannschaft verabschiedet worden (siehe Bericht). Auch Hansi Flick, Löws langjähriger Assistent, erhielt einen Blumenstrauß. Flick ist bekanntlich zum Sportdirektor beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) aufgestiegen. Sein Nachfolger, Thomas Schneider, fehlte gestern. Er wird seine Arbeit erst Anfang September aufnehmen.

Bis dahin wird Schneider sicher seine Schlüsse aus dem gestrigen Auftritt gezogen haben, gemeinsam mit seinem Chef Joachim Löw. Sofern das denn möglich ist nach einem derartigen Testspiel, dass die deutsche Mannschaft obendrein ohne etliche Stammspieler bestreiten musste. So fehlten unter anderem der neue Mannschaftskapitän Bastian Schweinsteiger, die Abwehrspieler Mats Hummels und Jerome Boateng sowie die Mittelfeldspieler Sami Khedira und Mesut Özil.

Löw nutzte die Gelegenheit, um ein bisschen zu experimentieren. Er veränderte die Startelf im Vergleich zum WM-Finale vor 53 Tagen - nicht ganz freiwillig – gleich auf sechs Positionen. Einzig Torwart Manuel Neuer, Verteidiger Benedikt Höwedes und die Mittelfeldspieler Toni Kroos, André Schürrle und Christoph Kramer kamen erneut zum Einsatz. Ohne Erfolg.

Denn die deutsche Mannschaft war nicht nur personell kaum wiederzuerkennen. Nach einem guten Beginn und einer guten Möglichkeit für Mario Gomez (7.) wirkte der Weltmeister von Minute zu Minute müder. Etwa vor dem 0:1, als Di Maria auf der rechten Seite unbedrängt flanken konnte und Agüero in der Mitte frei stehend einschoss. Auch beim 0:2 waren die deutsche Abwehr zu weit weg vom Torschützen Lamela.

Nach dem Seitenwechsel drohte es dann sogar richtig peinlich zu werden, als Fernández und Di Maria mit ihren Gegenspielern Katz und Maus spielten. Löw war bedient, das Publikum auch. Immerhin aber zeigte der Gastgeber Moral und verkürzte durch Tore von André Schürrle (52.) und den eingewechselten Mario Götze (78.) auf 2:4. Das Publikum nahm die Vorlagen dankend an – und feierte zumindest ein bisschen.

Und die müden Weltmeister? Die müssen am Sonntag bereits wieder ran. Zum Auftakt der EM-Qualifikation treffen sie in Dortmund auf Schottland. Grauer Länderspielalltag also. Der aber hat die deutsche Elf gestern ohnehin schon eingeholt.

In der zweiten Bundesliga gibt es offenbar die zweite Trainerentlassung in der noch jungen Saison. Nach nur vier Punkten aus den ersten vier Spielen hat sich der FC St. Pauli am Mittwoch von Trainer Roland Vrabec getrennt.

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