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Fußball Tor nach neun Sekunden
Sport Fußball Tor nach neun Sekunden
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21:44 24.08.2014
Leverkusens Karim Bellarabi erzielt das 1:0 gegen Borussia Dortmund. Quelle: Federico Gambarini/dpa
Düsseldorf

Die Vier-Sterne-Liga hat gleich zum Auftakt der 52. Spielzeit Schlagzeilen geliefert. Neun-Sekunden-Mann Karim Bellarabi schießt das schnellste Tor der Bundesliga-Historie. Dortmund und Schalke, Königsklassen-Mitglieder aus dem Revier, straucheln. Und die Bayern? Kommen mit allen Widrigkeiten klar, fallen keineswegs in ein WM-Loch, sondern gewinnen das Auftaktspiel gegen Wolfsburg mit 2:1. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge versprach: „Das wird eine hochemotionale Saison, da kann sich der Fan in Deutschland drauf freuen.“

Auch über Bundesliga-Neuling SC Paderborn. Das Team von Trainer André Breitenreiter beeindruckte beim Debüt in der höchsten Spielklasse am Sonntag gegen den FSV Mainz mit großer Einsatzfreude und belohnte sich beim 2:2 (1:1) mit einem Punkt. Shinji Okasaki (33.) hatte die Rheinhessen zunächst in Führung gebracht. Elias Kachunga (37.) sorgte kurz darauf mit Paderborns erstem Erstligator für den Ausgleich, ehe Uwe Hünemeier (87.) mit der Führung kurz vor dem Schlusspfiff die mit 14 824 Fans besetzte Benteler-Arena zum Kochen brachte. Doch in der Nachspielzeit verursachte der SC-Kapitän einen Strafstoß, den Ja-Cheol Koo (90.+4) noch zum Ausgleich nutzte. Gleichwohl war Breitenreiter zufrieden: „In der 2. Hälfte haben wir hundertprozentig überzeugt. Wir sollten sehr stolz auf diese Mannschaft sein.“

Neben dem Duell in Paderborn verblasste das späte Sonntagsspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfB Stuttgart zunächst ein wenig. Erst mit dem VfB-Führungstor von Alexandru Maxim (51.) nahm die Partie im Borussia-Park richtig Fahrt auf. Gladbach antwortete mit wütenden Angriffen und kam durch den eingewechselten Weltmeister Christoph Kramer (90.) noch zum verdienten 1:1-Ausgleich gegen den „Angstgegner“.

Einen uneingeschränkt schönen Abend verlebte Leverkusen und Rekord-Torschütze Bellarabi. Er schockte vor 80.667 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion mit seinem Blitztreffer den Meisterschaftszweiten BVB, leitete die 0:2-Auftaktpleite von Jürgen Klopp und Co. ein und bescherte Bayer-Coach Roger Schmidt den perfekten Einstand. „Den Schuh ziehe ich mir an“, kommentierte Dortmund-Coach Klopp den Sekundenschlaf seiner Elf.

Im Fokus steht schon wieder sein Kollege Jens Keller vom Nachbarn Schalke. Dessen Elf machte nach der Pokalpleite beim Drittligisten Dresden mit dem 1:2 in Hannover den Fehlstart perfekt – mit den erwarteten Reaktionen. „Das muss ich aushalten“, meinte der in diesen Dingen geübte Keller. „Wir werden die Trainerdiskussion im Umfeld nicht verhindern können. Bei uns wird sie aber nicht geführt“, betonte Manager Horst Heldt vor der mit Spannung erwarteten Champions-League-Auslosung am Donnerstag und dem Topspiel zwei Tage später gegen Meister München. Heldt: „Da wird keiner einen Pfifferling auf uns setzen. Das kann unsere Chance sein.“

Auch andernorts gibt es noch „viel Luft nach oben“, wie Bayerns Arjen Robben trotz des Erfolgs gegen Wolfsburg meinte. Dass laut Kapitän Philipp Lahm „hinten raus die Kraft fehlte“, war nach der kräftezehrenden Saison 2013/14 und der WM logisch. „Es hätte auch 4:1, 5:2 oder wie auch immer ausgehen könnte“, sagte Rummenigge.

Und was ist weiter mit der vielzitierten „Luft nach oben“? Peter Stöger, der mit dem 1. FC Köln nach 840 Tagen Erstliga-Abstinenz beim 0:0 des Aufsteigers gegen Fast-Absteiger Hamburger SV einen halbwegs gelungenen Erstligaeinstand erlebte, hat sie registriert. Vor allem in der Offensive. Auch Mirko Slomka weiß: Trotz der rund 26 Millionen Euro, die in neues Personal investiert wurden, ist noch nichts so, wie es mal war. „Es ist nur ein Anfang“, sagte HSV-Profi Marcell Jansen nach dem Ende einer schlimmen Serie: Vor dem 0:0 in Köln hatten die HSV-Profis neun Bundesligapartien nacheinander verloren.

Und was ist mit den ganz Neuen oder den alten Bekannten der Liga? Sie machten es gut bis sehr gut: Roger Schmidt mit Bayer, der „ewige“ Werder-Mann Thomas Schaaf mit der Frankfurter Eintracht beim 1:0 gegen Freiburg (Schaaf: „Heute wird nicht gemeckert“), Hertha-Angreifer Julian Schieber mit zwei Treffern beim 2:2 gegen Bremen oder Gianluca Gaudino.

Beim 2:1 der Bayern schickte Pep Guardiola den Sohn des einstigen Nationalspielers Maurizio Gaudino erstmals aufs Bundesliga-Grün. Fast 13 Kilometer lief das kleine Leichtgewicht im Mittelfeld, bei 65 Ballkontakten gab es nur zwei Fehlpässe – und ein dickes Lob. „Gianluca hat etwas, das schwierig zu lernen ist: Er kann richtig gut Fußball spielen“, meinte Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer.

dpa

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