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Fußball „Mein Tor war der Anfang vom Ende“
Sport Fußball „Mein Tor war der Anfang vom Ende“
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21:18 30.07.2015
Sparwasser hatte bei der Weltmeisterschaft 1974 im Nachbarschaftsduell zwischen der DDR und der BRD das einzige Tor geschossen. 1988 setzte er sich nach einem Altherrenspiel in Saarbrücken in den Westen ab. Quelle: dpa
Hannover

Am 22. Juni 1974 erzielte Sparwasser für die DDR das 1:0, es war der Siegtreffer im WM-Spiel gegen die Bundesrepublik Deutschland. „Dieses Tor gegen die BRD war der Anfang vom Ende. Meinem Ende in der DD", sagte Sparwasser im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland der Madsack Mediengruppe, zu der auch die Hannoversche Allgemeine Zeitung gehört.

"Mein Tor wurde jahrelang in unserer Fernsehsendung Sport aktuell gezeigt. Als Provokation gegen den Westen", erzählte Sparwasser. "Weil viele gegen das Regime waren, wurde der Hass nach dem Tor noch größer und entlud sich an mir. Der Vater eines Kumpels hat einen Stuhl in den Fernseher geschmissen."

Die entscheidende Szene am 22. Juni 1974 im Hamburger Volksparkstadion: Jürgen Sparwasser (M.) erzielt das 1:0 für die DDR gegen die BRD. Torwart Sepp Maier und Verteidiger Berti Vogts sind gesschlagen. Quelle: dpa

„Nach dem Spiel wurde ich zum ersten Mal bestraft", berichtete Sparwasser weiter. "Wir wollten zu dritt auf die Reeperbahn, baten einen vom Bundesgrenzschutz, uns reinzufahren nach Hamburg. Er sagte: Die beiden anderen schon, du nicht. Wenn dich jemand erkennt, bin ich meinen Job los…"

Wette mit dem Feind

Am Tag nach dem 1:0 im Vorrundenspiel gab es einen Bombenalarm. Im Flugzeug saß neben Sparwassers Mitspieler Hans-Jürgen Kreische BRD-Verteidigungsminister Hans Apel. Sparwasser verrät heute: „Hans Jürgen erkannte ihn nicht. Als Apel im eine Whisky-Wette über fünf Flaschen anbot, dass Westdeutschland Weltmeister wird, rief er: ‚Wo soll ich die denn hernehmen?‘ Zu Hause kamen auf einmal fünf Flaschen an. Das war Kreisches Ende – eine Wette mit dem feindlichen Verteidigungsminister. Nach 30 Jahren erst hat er, einer meiner besten Freunde, erzählt, dass der Whisky der Grund war, warum er nicht zu den Olympischen Spielen 1976 durfte.“

Heute lebt Sparwasser (68) nördlich von Frankfurt. „Meine Tochter Silke wohnt fünf Kilometer weit weg, hat einen Bahnhof gekauft. Mein Enkel Philipp arbeitet für eine US-Firma, die mit der Telekom Geschäfte macht. Was willste mehr?“ Sparwasser hat zwei Bücher geschrieben – mit Übungen für Trainingseinheiten in Fußball. Bald eröffnet er in Alzenau-Hörstein eine Fußballschule.

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