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Fußball Die neuen Löw-Vertrauten
Sport Fußball Die neuen Löw-Vertrauten
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21:20 02.09.2014
Der Trainer und sein neuer Kapitän: Joachim Löw (links) ernannte am Dienstag Bastian Schweinsteiger zum Chef des DFB-Teams. Quelle: dpa
Düsseldorf

Spätestens, als sich Joachim Löw einen zweiten Espresso aufs Podium bringen ließ, war klar, dass dieser Auftritt länger dauern würde. Es war Löws erste Pressekonferenz seit dem WM-Finale von Rio de Janeiro vor 52 Tagen, und Löw hatte auch so einiges zu verkünden. Der Bundestrainer richtete zunächst ein paar persönliche Worte an Philipp Lahm, seinen ehemaligen Kapitän, und an Hansi Flick, seinen ehemaligen Assistenten. „Ich möchte Danke sagen“, begann Löw, um alsbald den Blick nach vorn zu richten. Auf den Test der deutschen Nationalmannschaft gegen Argentinien heute (20.45 Uhr, live im ZDF), auf die anstehende EM-Qualifikation – und natürlich auf die Frage, wer denn nun eigentlich die Nachfolge der von Löw genannten Lahm und Flick antreten wird.

Es waren ja vor allem diese beiden Fragen, die sogenannten 
K-Fragen (Kapitän und Ko-Trainer), die Fußballdeutschland zuletzt so sehr beschäftigt haben. Etliche Namen waren dabei durch die Medien gegeistert, vor allem bei der öffentlichen Fahndung nach einem neuen Assistenten. Marcus Sorg galt bis vor Kurzem als Favorit, erst recht, nachdem er die deutsche U19 zum EM-Titel geführt hatte. Auch Thomas Tuchel (zuletzt Mainz 05) wurde gehandelt, beteuert aber, kein Interesse gehabt zu haben. Und so zauberte Löw einen Trainer hervor, den bis gestern wohl nur wenige auf dem Zettel hatten: Thomas Schneider.

Der 41-Jährige erhält einen Vertrag bis 2016. In den beiden Spielen gegen Argentinien heute Abend und gegen Schottland am Sonntag wird Schneider aber noch nicht auf der Trainerbank Platz nehmen. Er solle noch ein bisschen Zeit bekommen, sich einzuarbeiten, sagte Löw. Im Oktober wird Schneider dann offiziell seine Arbeit aufnehmen. Der gebürtige Duisburger galt als Spieler beim VfB Stuttgart (trainiert auch von Löw) als moderner Innenverteidiger, wohlgemerkt in Zeiten, in denen viele Mannschaften noch mit Libero kickten. 2005, nach zwei erfolglosen Jahren bei Hannover 96, beendete er seine Laufbahn.

Und der Trainer Schneider? Der gilt in der Branche als talentiert. 2007 ließ er sich von einer Spielermutter überreden, die U19 des FC Dingolfing zu betreuen. Schneider fand Gefallen am Job und schloss die Ausbildung zum Fußballlehrer im März 2011 ab. Zwei Jahre später führte er die B-Junioren des VfB Stuttgart zur deutschen Meisterschaft, im August 2013 wurde er Trainer der Profis. Doch der VfB stolperte der 2. Liga entgegen – und Schneider musste nach einem guten Jahr gehen. Nun seine neue Chance: an Löws Seite.

Der skizzierte gestern das Anforderungsprofil, das der neue Ko erfüllen musste. Er solle „loyal sein“ und „es muss menschlich passen“. All das trifft in Löws Augen übrigens nicht nur auf Schneider zu, sondern auch auf Bastian Schweinsteiger. Und deshalb hat Löw den Profi vom FC Bayern zum neuen Kapitän erklärt. „Auf ihn kann ich mich verlassen“, soLöw. Er habe ein großes Vertrauen in Schweinsteiger und deshalb „ist Basti bis 2016 unser Kapitän“. Der Verweis auf das EM-Jahr 2016 dürfte kein Zufall gewesen sein. Schweinsteiger plagt sich mit Verletzungen rum, das Turnier in Frankreich in zwei Jahren ist wohl sein letztes. Löw weiß das auch, will auf den „emotionalen Leader“, wie er den Mittelfeldspieler einmal genannt hatte, aber nicht verzichten. Heute muss er das allerdings: Schweinsteiger fehlt verletzt, Manuel Neuer vertritt ihn als Chef auf dem Platz und trägt deshalb die Kapitänsbinde.

Patrick Hoffmann

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