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Nur die Störche scheinen nicht zu schwitzen

Wochenrückblick Nur die Störche scheinen nicht zu schwitzen

Hinter uns liegt eine heiße Woche. Für alle, die sich in Ruhe den wichtigsten Themen widmen möchten, hier der OP-Wochenrückblick:

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In unserem Wochenrückblick fassen wir die wichtigsten lokalen Themen für Sie auf einen Blick zusammen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Hitze stärkt Nachfrage im Schlussverkauf : Seit 2004 gibt es ihn eigentlich nicht mehr, den Sommerschlussverkauf. Doch in den Köpfen der Kunden sind die beiden Wochen, die das Ende der Sommermode einläuten, immer noch fest verankert. Und auch die heimischen Händler nutzen die Gelegenheit und reduzieren die Sommerware noch einmal drastisch. Denn die Lager sind mit der Ware der kommenden Herbst-Winter-Kollektion gefüllt – die Verkaufsfläche muss frei werden. Das Wetter spielte den Händlern dabei in die Karten: Dank der anhaltenden Hitze war Sommermode noch einmal stark gefragt, wie eine Umfrage der OP im heimischen Handel zeigte. Dementsprechend positiv fiel auch das Fazit des Handelsverbands Deutschland aus.

Ionenstrahlzentrum kann im Oktober in Betrieb gehen: Wie geplant, können im Lauf des Oktobers die ersten Patienten im Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum bestrahlt werden. Wie Professor Thomas Haberer, der wissenschaftlich-technische Leiter, der OP berichtete, sind zwei der vier künftigen Behandlungsplätze mit Ionenstrahlen fertig eingerichtet. Der dritte Platz soll im Frühjahr eingerichtet werden. Die Betriebsgenehmigung ist beim zuständigen Ministerium beantragt. Ab Oktober 2015 werden in Marburg ausgewählte Tumoren mit Kohlenstoff- und Wasserstoffionen bestrahlt. Man erhofft sich von dieser Methode eine höhere medizinische Wirksamkeit gegenüber der herkömmlichen Bestrahlung mit kleinsten Lichtteilchen (Photonen).

Hitze sorgt bei Bosch für Flaschen-Engpass: Mit einem Aufruf hat sich die  Brauerei Bosch auf Facebook an ihre Kunden gewandt. Diese mögen doch bitte ihr Leergut zurück in die Getränkemärkte bringen. Denn aufgrund des anhaltenden Sommerwetters sei die Nachfrage nach dem heimischen Bier extrem gestiegen – im Juli habe der Zuwachs im zweistelligen Prozentbereich gelegen. Aus diesem Grund benötige die Brauerei allerdings dringend Flaschen, damit die Abfüllung weitergehen könne. Geschäftsführer Hans-Christian Bosch schätzt, dass derzeit rund 150 000 Getränkekisten im Umlauf seien. „Da wäre es schon ganz gut, wenn wir einige Tausend Flaschen zurückbekämen“, sagt er – im Handel seien die Flaschen nämlich kurzfristig nicht zu bekommen.

Flüchtlinge schildern Zelt-Camp-Alltag : Flüchtlinge aus der Erstaufnahme-Einrichtung in Cappel sprechen nach der Ankunft im Zelt-Camp über ihre ersten Eindrücke und Erfahrungen in dem Bundesland, in dem sie Schutz suchen und eine Heimat finden wollen. An der Universitätsstadt Marburg schätzen sie vor allem die „netten Menschen“, wie etwa Youssef I. sagt sowie die Betreuung. Hessen nimmt deutschlandweit am fünftmeisten Asylbewerber auf (7,3 Prozent) – in der Universitätsstadt ist es aber bislang, im Gegensatz zu anderen Groß-Unterkünften in Deutschland, nicht zu nennenswerten Problemen, etwa Gewaltausbrüchen gekommen.

Wetter begräbt das Fest : Anstrengende Grenzläufe, ein imposantes Feuerwerk, viel Musik und jede Menge Geselligkeit – Am Dienastagabend wurde ein gelungenes Grenzegangfest „begraben“. Freudig, aber auch mit ein paar Tränen.

Zahl der ausgesetzten Tiere steigt stetig:   In den Sommerferien füllen sich die Tierheime: Menschen setzen ihre Haustiere aus, um sie nicht mit in den Urlaub nehmen zu müssen. Das ist in diesem Jahr nicht anders. Ausgesetzt, verlassen, weggeworfen wie unnützer Hausrat: Namenlose Haustiere schauen verwirrt und traurig durch die Gitter ihrer Zwinger. Sie sind dem Familienurlaub zum Opfer gefallen. Alle Jahre wieder im Sommer zur Ferienzeit ist auch das Marburger Tierheim hoffnungslos überbelegt. In diesem Jahr hat es bisher 482 Tiere aufgenommen. Darunter sind 450 Fundtiere.

Erzieherinnen sind kampfbereit : Vor den neuen Verhandlungen im Tarifkonflikt für die Erzieherinnen gibt sich die Gewerkschaft Verdi in Mittelhessen kampfbereit. Verdi-Sekretär Jürgen Lauer sagte,  wenn die Verhandlungen für gescheitert erklärt würden, würden sich die Erzieherinnen in Mittelhessen an Kampfmaßnahmen beteiligen. Bei der Mitgliederbefragung in den Betrieben, die sich im Frühjahr an den Streiks beteiligt hatten, habe eine überdeutliche Mehrheit nicht nur den Schlichterspruch abgelehnt, sondern auch für weitere Aktionen gestimmt. Die Erzieherinnen in Mittelhessen würden sich auch an den von Verdi-Chef Bsirske angekündigten „unkonventionellen“ Aktionen beteiligen.

Mehr Geld für Flüchtlinge, aber nicht genug : Eine zusätzliche Bundeszuweisung von fast 1,7 Millionen Euro für die Unterbringung von Flüchtlingen verschafft dem Landkreis Marburg-Biedenkopf ein wenig Luft. Hohe Defizite bleiben. Der Bund stellt weit weniger bereit als ausgegeben wird.

29 Jungstörche im Landkreis: „Hessen vorn“, fasste der Marburger Ornithologe Professor Martin Kraft gestern gegenüber dieser Zeitung die Situation zusammen. Im Gegensatz zur krisenhaften Situation in Nordostdeutschland in Folge Nahrungsmangel gebe es in Hessen hervorragende Bruterfolge der Weißstörche – auch im Landkreis. „29 Jungtiere von elf Storchenpaaren sind in diesem Sommer im Landkreis ausgeflogen. Das ist das beste Ergebnis seit 1953“, sagte der Vogelschutzbeauftragte des Landkreises. Der Fachmann führte dies auf den heißen Sommer („Wohlfühlklima für die Störche“) und das gute Mäusejahr zurück. Enorm gute Brutergebnisse gebe es zudem bei den Singvögeln – auch bei seltenen Arten.

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