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Durch den Wald von der Lahn zur Eder

Wanderserie Teil 5 Durch den Wald von der Lahn zur Eder

Den Burgwaldpfad kann man genussvoll in drei Etappen wandern, stellte Gerd Daubert fest. Für den letzten Teil der OP-Wanderserie machte er sich von Münchhausen auf nach Frankenberg.

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Am Bach entlang durch urigen Auwald

Wandererlebnis Burgwaldpfad mit Felsformationen an der Eder, einem Bad im Fluss und einem Bummel durch die Frankenberger Altstadt.

Quelle: Gerd Daubert

Münchhausen. Der Burgwaldpfad bringt es von Marburg nach Frankenberg auf 51 Kilometer. Die Burgwaldbahn läuft nahezu parallel, sodass es sich anbietet, für die An- und Abreise die Bahn zu nutzen. Die dritte Etappe ist offiziell 16 Kilometer lang. Bedenken muss man, dass sowohl in Münchhausen als auch in Frankenberg jeweils etwa ein Kilometer Weg zu den Bahnhöfen dazukommen.

Auf der Wanderkarte habe ich mir die Tour angesehen und mich mit Hilfe des Flyers zum Burgwaldpfad über interessante Punkte informiert. Ich starte meine Tour am Bahnhof in Münchhausen und versuche mich, an der „Zuwegsmarkierung B7“ zu orientieren. Einfacher ist es, der Beschilderung zum Sportplatz und zur Burgwaldhalle zu folgen. Ich gehe in das alte Dorf von Münchhausen, vorbei an der Dorfkirche mit einer Kapelle am Weg im alten Kirchturm. Im Dorfkern gibt es viele Fachwerkhöfe, ­einige gut erhalten und bewohnt, dazwischen aber auch leer­stehende Wohn- und Wirtschafts­gebäude.

Schöne Aussicht auf Ederbergland, Sackpfeife und Rimberg

Nach etwa 15 Minuten bin ich am Sportplatz angekommen und sehe das Logo „B“ des Burgwaldpfads auf einem Schild. Nach einer kurzen Strecke im Neubaugebiet gehe ich in ein Tälchen hinein und knicke ab, den Waldrand entlang, bergauf in Richtung des Ochsenbergs. Die Wanderkarte zeigt bis hierhin eine andere Wegeführung, man erreicht aber letztlich auf beiden Wegen am Eingang zum Wald eine schön gelegene Sitzgruppe unter einer Eiche. Ein herrliches Plätzchen mit einer tollen Aussicht auf das Ederbergland, die Sackpfeife und den Rimberg jenseits der Lahn. Durch urwüchsigen ­Buchenbestand geht es auf ­einem Waldweg bergan, vorbei an einer Brombeerhecke, die zum Naschen einlädt. Auf der Höhe von etwa 330 Metern angekommen treffe ich auf ein Fünfwegekreuz. Vor dort aus  geht es auf einem Forstweg bergab, nunmehr durch Kiefernwald.

Am steilen Hang sind ab und zu Sandsteinfelsen zu sehen. Danach muss man darauf achten auf dem Burgwaldpfad zu bleiben, er ist aber gut markiert, sodass ich den abwärts führenden Pfad finde. Aus Holz geschnitzte Skulpturen, Eule, Adler, Eichhörnchen, Waldschrat und Hase stehen am Wegesrand. Am Waldrand angekommen sehe ich das Wetschaftstal und den Ort Ernsthausen vor mir.

Kurze Rast am Christborn und zum Gerstenhügel hinauf

In Ernsthausen überquere ich die Bundesstraße und gehe ein Stück die Ortsstraße „Am Mühlrain“ entlang. Zu meiner Linken liegt das Senkelbachtal, auf einer Wiese grast eine große Schafherde. Nach kurzer Zeit gelange ich auf einem Pfad am Hang oberhalb des Baches und erreiche so die Nikolausmühle. Auf einer Informationstafel lese ich, dass der Mühlenbetrieb vor Jahren eingestellt und das Mühlrad abgebaut wurde. Der Pfad führt weiter bis zum Christborn, einer Quelle, die erkennbar viel Wasser schüttet. Das ist ein attraktiver Ort mit einem Informationspult und einer Sitzgruppe, an der ich eine kurze Rast mache.

Auf einer Wiese im Tal schnattern Gänse, als ich mich ihnen nähere. Mein Weg führt weiter zum Viadukt der Burgwaldbahnlinie, dann beginnt ein etwa eineinhalb Kilometer langer Anstieg im Wald, danach am Waldrand entlang zum Gerstenhügel, auf eine Höhe von 370 Metern. Dies ist auch der höchste Punkt meiner Tour, die höchste Stelle zwischen Wetschafts- und Edertal und der Wasserscheide.

Wieder zurück auf dem Burgwaldpfad strebe ich dem Edertal zu. Am Ende eines Seitentales öffnet sich unvermittelt der Blick ins Tal der Eder. Ein Informationspult steht vor mir mit dem Hinweis auf eine landschaftlich und geologisch besondere Situation. Rechts und links von mir sind bewaldete, fast senkrecht ansteigende Hänge zu sehen.

Beeindruckende Felsformationen und historische Liebfrauenkirche

Auf der Tafel lese ich, dass diese Hänge, die „Ederstede“, sich am südlichen Talhang der Eder über viele Kilometer hinziehen. Die Buntsandsteinfelsen sind vor mehr als 200 Millionen Jahren hier abgelagert worden und bildeten die Landküste eines Meeres, das zu dieser Zeit bestand. Am unteren Rand des Hangs gehe ich entlang, danach führt der Weg bergan auf einen Grasweg an der oberen Hangkante. Die Eder fließt nun direkt unter halb. Nachdem ich die nach Birkenbringhausen führende Straße überquert habe, laufe ich an der unteren Hangkante entlang. Die Eder verläuft in einiger Entfernung in einer Schleife. Besonders interessant sind immer wieder sichtbare Felsformationen am bewaldeten Hang. So erreiche ich die „Klingelstede“ wie ich auf einer Informationstafel lese.

Über eine kleine Brücke gelange ich zu einer beeindruckenden Felsformation. Unten in der Eder baden gerade Jugendliche, die sich mit viel Getöse abkühlen. Auf dem schattigen Rastplatz etwas oberhalb mache ich eine Erfrischungspause.
Auf einem Pfad oben an der Hangkante gehe ich weiter, nach einer Talmulde führt der Weg steil bergauf, danach durch ein schattiges Buchenwäldchen. An der Schiefermühle ist die Eder sehr breit, da sie durch ein Wehr gebremst wird und den Mühlgraben speisen muss.

Nachdem ich die Umgehungsstraße unterquert habe, gehe ich bergauf, unterhalb der Bergkuppe „Auf dem Kahn“ her in Richtung Frankenberg. Von hier bietet sich ein Panoramablick, zurück zum Ederbergland bei Battenberg, zur Sackpfeife und vorwärts zur Altstadt mit dem Kirchturm der Liebfrauenkirche Frankenbergs.

Am südlichen Rand der Neubaugebiete von Frankenberg steht das Wanderportal für den Burgwaldpfad, mit einer Sitzgruppe für erschöpfte Wanderer. Auf dem „Zuweg B 11“ ­gehe ich zum Bahnhof. Empfehlenswert ist es aber, sich Zeit zu nehmen und den Burgberg und die Altstadt von Frankenberg zu besuchen. Dort kann man sich auch noch nach Lust und Laune stärken.

von Gerd Daubert

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