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Wo die Drachenflieger abheben

Wanderserie (Teil 6 von 8) Wo die Drachenflieger abheben

Eine Tour im benachbarten Ederbergland, auf  dem Höhenzug westlich von Battenberg mit vielen Ausblicken hinab zur Eder, verheißt heute eine neue Wandererfahrung in luftiger Höhe.

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Battenberg. Battenberg, von hier aus gibt es die Verbindung zum englischen Königshaus, den Mountbattens. Aber Battenberg hat noch mehr zu bieten, so den von weitem schon sichtbaren Bergfried auf dem Burgberg und die unterhalb liegende Oberstadt mit der „Neuen Burg“.
Am Parkplatz des Schwimmbades in Battenberg beginnt an einem Wanderportal meine Tour. Ich habe mich bereits im Pocketguide „Premiumwandern im Ederbergland“ kurz über den Wegeverlauf informiert und mich entschieden, zunächst den Anstieg auf den Eisenberg anzugehen. Eine kurze Strecke geht es durch ein Baugebiet.

Mal auf einem Waldweg, mal auf einem Pfad steige ich in dem lichten Buchen- und Eichenwald bergauf. Von dem Startpunkt aus gilt es immerhin 175 Höhenmeter zu überwinden. Zuletzt führt ein Pfad in Serpentinen in die Höhe und unvermittelt erreiche ich einen herrlichen Aussichtspunkt. Auf einer Bank sitzend kann man verschnaufen und den Blick auf den Burgberg, auf das Edertal in Richtung Frankenberg, dahinter den Kellerwald mit dem Hohen Lohr und hinüber zur Amöneburg genießen.

Name durch Eisenbergbau entstanden

Nebenan steht ein Informationspult. Ich lese dort, dass der Name des Eisenbergs durch Eisenerzfunde und -bergbau in den zurückliegenden Jahrhunderten entstanden ist. Aber auch eine keltische Ringwallanlage aus der Zeit vor Christi Geburt hat es dort gegeben, über 300 Meter lang und bis zu 70 Meter breit mit 3 bis 4 Meter hohen Palisadenwällen.

Ich gehe weiter und erreiche nach etwa 50 Metern den Gipfel des Eisenbergs auf dem eine fünf Meter hohe hölzerne Aussichtsplattform errichtet wurde. Im Vordergrund blickt man hinunter in die Ederaue, dahinter das ansteigende Gelände bis hin zum bewaldeten Kamm des Rothaargebirges. Direkt neben der Plattform entdecke ich ein steinernes Monument auf dem die Höhe 500 Meter gekennzeichnet ist.

Auf einem Pfad geht es bergab durch einen schönen Laubwald zum Drachenflugplatz. Eine sehr attraktiv an der Hangkante positionierte Bank lädt auch hier zu einer kurzen Pause ein. Das Informationspult nebenan beschreibt das Drachenfliegen als eine Passion „vogelgleich, laut- und scheinbar mühelos durch die Luft zu gleiten“.

Fichtenforst, Buchenwald und knorrige Eichen

Beeindruckend ist der Blick ins Tal auf die Eder,  die direkt auf den steilen Drachenflughang zufließt, die saftig grüne Talaue, den Tourismusort Dodenau und das dahinterliegende waldreiche Rothaargebirge. Dazu erhält man die Info, dass die Windungen der Eder, die sogenannten Ederschleifen,  während der letzten Eiszeit entstanden sind.

Ein Forstweg führt bergab zu einem Wegekreuz mit einer Schutzhütte. Weiter gehe ich, zunächst durch dichten Fichtenforst, danach durch  Buchenwald und an einer Wegebiegung vorbei an alten knorrigen Eichen und Feldbuchen. Nach etwa 2,5 Kilometern biegt die Extratour Drachenflug unvermittelt vom Forstweg ab.

Auf einem Pfad gelangt man an einen Waldrand, geht einige Meter entlang und biegt dann in die freie Feldflur  ab. Durch Streuobstwiesen, vorbei an Äckern und Weiden führt der Weg zum Wanderportal am Sportplatz von Reddighausen. Hier hat man etwa die Hälfte der Tour geschafft. Durstige und Hungrige können zur Einkehr einen Abstecher in den Ort machen.

Schöne Aussicht auf Ederbergtal

Ich gehe weiter, alsbald auf einem Waldpfad, entlang eines kleinen Rinnsales, bergan. Je höher ich komme, desto natürlicher wird der Weg und der Wald. Am Ende des 100 Meter hohen Anstiegs erreiche ich eine Kreuzung von Waldwegen. Eine Bank, um kurz zu verschnaufen, wäre hier nicht schlecht. So laufe ich weiter und erhole mich auf dem höhengleich verlaufenden Weg. An einer Lichtung habe ich Ausblick auf die Sackpfeife, etwas weiter eine Quellstelle am Wegesrand und danach ein Hinweisschild auf die „Holzhäuser Klippen“. Vor Jahren habe ich die Aussicht von dort in das Edertal schon einmal genossen, der 700 Meter lange Abstecher ist sehr zu empfehlen.

Zurück auf der Rundtour sehe ich beim Abzweig nach Holzhausen am Wegesrand ein Meer von Fingerhutpflanzen – im Sommer sicher eine herrliche Stelle. Der Weg führt nun zum Aussichtspunkt Buchhöll mit einer kleinen Schutzhütte.

Kumuluswolken und strahlendblauer Himmel, das kräftige Grün der Landschaft des Kellerwalds, des Burgwalds mit Burg Mellnau, die Silhouette der Amöneburg  und der Lahnberge bei Marburg – ein großartiger Ausblick. Auf dem weiteren Weg begegne ich einer Schafherde mit einem Schäfer, gehe am Waldrand und Siedlungsrand von Battenberg vorbei und zuletzt über einen weichen Waldpfad zurück zum Ausgangspunkt der Extratour Drachenflug. Schade nur, dass an diesem Tag kein Wetter für die Drachenflieger war.

von Gerd Daubert

Drachenflug_Karte 127,58 kB

Infos zum Wanderweg:

An- und Abreise
Mit dem Pkw nach Battenberg. Anreise mit dem ÖPNV ist möglich, aber zeitaufwendig - siehe RMV-Fahrplanauskunft.

Wanderkarte:
Flyer / Pocketguide unter: www.ederbergland-touristk.de

Dauer :
Drei Stunden (geübte Wanderer),
Vier Stunden (Genusswanderer)

Region:
Ederbergland

Strecke:
13,5 Kilometer

Höhenlage:
325 bis 520 Höhenmeter

Tipps:
Proviant mitnehmen oder Einkehr auf halber Strecke einplanen. Abstecher zu den Holzhäuser Klippen lohnt.

Besondere Eindrücke :
Aussichten ins Edertal und in die Ferne, Eisenberg und Drachenflugplatz.

Die Serie:

1. Burgwaldpfad
2. Postraubroute (Lahn-Dill-Bergland)
3. Rotes Wasser (Burgwald)
4. „Sagenhaftes Schächerbachtal“ (Stadt Homberg)
5. Hugenotten- und Waldenserpfad (Burgwald)
6. Drachenflug (Burgwald)
7. Lahnwanderweg Marburg – Fronhausen (Marburger Land)
8. Eibenhardtpfad (Burgwald)

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Anfang des Jahres wurde der – Lahnwanderweg als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet. Eine neue Route, die Eindrücke von Stadt und Land bietet.

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