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Geschichte, Natur und oftmals Fernblick

OP-Wanderserie (Teil 8 von 8) Geschichte, Natur und oftmals Fernblick

Der Eibenhardtpfad, ein Premiumwanderweg mit Start in Cölbe-Reddehausen, führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft, ist optimal beschildert, bietet interessante Erlebnispunkte und Aussichten – und er ist nur 6,4 Kilometer lang. Somit ein idealer Weg auch für alle, die nicht so konditioniert sind, aber trotzdem etwas für ihre Gesundheit tun wollen.

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Durch die Stadt und raus aufs Land

Der Eibenhardtpfad bietet tollen Ausblick ins Land. Die geheimnisvollen Steine werden Riesenstuhl geanannt. Auf einer Streuobstwiese gibt es mehr als 100 Apfelsorten.

Quelle: Region Burgwald

Reddehausen. Oberhalb von Reddehausen, am Wanderparkplatz am Waldrand, beginnt die Extratour. Bereits der Parkplatz und das Umfeld sind sehr ansprechend und einladend gestaltet, dazu gibt es noch eine tolle Aussicht. Ein kurzer Blick auf das Wanderportal – und ich beschließe spontan, den Weg in Form einer 8 zu gehen. So starte ich auf dem befestigten Fahrweg Richtung Göttingen, biege nach etwa 250 Metern in einen Feldweg ab und habe von der Kuppe des Reddehäuser Berges eine Fernsicht auf den im Norden liegenden Kellerwald. Die Karte zur Wanderung finden Sie am Ende des Artikels.

Auf weichem Waldboden, rechts und links ein naturnaher Mischwald, erreiche ich schon bald eine Ansammlung von größeren Steinen, die als Riesenstuhl bezeichnet wird. Tatsächlich steht in der Mitte des Areals ein Felsblock, der einem Lehnstuhl ähnelt, beim Probesitzen stellt man fest, dass er nicht besonders bequem ist. Dazu gibt es eine Sage von drei Riesen, die hier hausten und nach einem Streit einen Steinhaufen hinterließen, dessen Reste man noch sehen kann.

Auf einem befestigten Weg gehe ich nun bis zu einem Wasserhochbehälter bergab und dann auf einem geradliniegen, leicht ansteigendem Waldweg  bergan. Ein sehr vielgestaltiger Niederwald und die gelbblühenden Ginsterbüsche bieten ein schönes Bild. Vor der Anhöhe des Eibenhardt wird auf einer Informationstafel auf den heute kaum noch sichtbaren keltischen Ringwall hingewiesen. Die mit Graben, Wall und Holzpalisaden befestigte Anlage war bewohnt, diente aber auch als Fliehburg.

Mehr als 100 verschiedene Apfelbäume

Auf der Kuppe des Eibenhardt mache ich einen Abstecher zu einem  ausgeschildertem Aussichtspunkt. Von dort gibt es einen sehr schönen Blick ins Wetschaftstal mit der Stadt Wetter, auf die Sackpfeife und das Ederbergland. Ich gehe nun auf der Tour bergab, komme an einer Windwurfstelle vorbei, auf der ein Meer von Adlerfarnen wächst. Ich erreiche die sogenannte Keltenquelle. Diese Quelle, aus der augenscheinlich kaum noch Wasser austritt, hat wohl in Verbindung mit der ehemaligen keltischen Ringwallanlage gestanden.

Weiter bergab komme ich zu einer Bank, von der aus sich diesmal eine Sicht  nach Osten, in das Ohmtal mit Bürgeln im Vordergrund und Amöneburg am Horizont, bietet. Kurze Zeit später erreiche ich den östlichen Sporn des Eibenhardt, zugleich tiefster Punkt meiner Wanderung (220 Meter Höhelage). Von hier aus beginnt, am Hang oberhalb des Lahntals, der Anstieg. Nach einer ersten etwas steileren Strecke geht es danach gemächlich bergauf. Der Wald wird lichter und es bieten sich Ausblicke nach Westen, ins Lahn- und Wetschaftstal bis hin zur Sackpfeife.

Nachdem ich wieder an dem Wasserhochbehälter vorbeigegangen bin, führt der Weg, vorbei an einem Wäldchen, zur Streuobstwiese des Heimatvereins Reddehausen. Zunächst entdecke ich ein Insektenhotel. Es dient als Brutplatz und Unterschlupf für viele Kleintiere. Auf der Wiese stehen in Reihen mehr als 100 alte Sorten von Apfelbäumen, dazu die „Bäume des Jahres“ von 2000 bis 2012, der „´13er“ und  „´14er“  Baum sollen in Kürze gepflanzt  werden.

Ausblick vom Kellerwald bis hin zum Vogelsberg

Oben am Waldrand ist eine Schutzhütte mit Bänken neu errichtet worden. Überhaupt gibt es an diesem Wanderweg vielen Stellen mit gut gepflegten Bänke, meist auch noch mit schönen Aussichten. Auf einem Waldrandweg gelange ich zum historischen Schießstand des ehemaligen Kyffhäuser-Vereins Reddehausen und gehe weiter zum Schaf-rain, der noch bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts als Gemeinschaftsschafweide genutzt wurde. Von der Streuobstwiese an bis zu meinem nächsten Ziel, der Försterquelle gibt es kontinuierlich herrliche Ausblicke vom Kellerwald im Norden bis hin zum Vogelsberg im Osten.

Die Försterquelle sprudelt tatsächlich noch und man erfährt, dass das Forsthaus von hier über viele Jahre privilegiert mit fließendem Wasser versorgt wurde. Erst 1956 bis 1962 erfolgte für alle Dorfbewohner der Anschluß an die öffentliche Wasserleitung.

Nach einem kurzen Anstieg erreiche ich die Grillhütte von Reddehausen. Dieses Areal besticht durch seine Panoramablick auf den Kellerwald, aber auch auf Schönstadt mit dem Junkernwald und auf das naheliegende Reddehausen mit seinen schmucken Fachwerkhäusern. Mein Weg führt nun noch etwa 400 Meter vorbei an blühenden Feldhecken zurück zum Parkplatz.

von Gerd Daubert

Infos zum Wanderweg:

An- und Abreise
Mit Pkw zum Waldparkplatz oberhalb von Reddehausen; ÖPNV: RMV-Fahrplanauskunft.

Wanderkarte:
Flyer Extratour Eibenhardtpfad unter www.burgwald-touristservice.de

Dauer :
Eineinhalb Stunden (geübte Wanderer),
Zweieinhalb Stunden (Genusswanderer)

Region:
Burgwald-Ederbergland

Strecke:
6,4 Kilometer

Höhenlage :
220 bis 314 Höhenmeter.

Tipps:
Am Ende der Tour ein kleines Picknick einplanen.

Besondere Eindrücke :
Viele Aussichten, weiche Waldwege in sehr abwechslungsreichen, teilweise naturnahen Waldgebieten.

Die Serie:

1. Burgwaldpfad
2. Postraubroute (Lahn-Dill-Bergland)
3. Rotes Wasser (Burgwald)
4. „Sagenhaftes Schächerbachtal“ (Stadt Homberg)
5. Hugenotten- und Waldenserpfad (Burgwald)
6. Drachenflug (Burgwald)
7. Lahnwanderweg Marburg – Fronhausen (Marburger Land)
8. Eibenhardtpfad (Burgwald)

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