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Ein Stückchen Traumroute mit Ausblick

Wanderserie (1/8) Ein Stückchen Traumroute mit Ausblick

Einer der attraktivsten Abschnitte der rund 51 Kilometer langen „Traumroute Burgwaldpfad“ von Marburg nach Frankenberg führt von Göttingen durch Oberrosphe nach Mellnau,
dem Tor zum Burgwald.

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Quelle: Burgwald-Tourismusservice

Göttingen. Karten- und Wanderkundige können den Weg, da er mit dem Deutschen Wandersiegel zertifiziert und damit optimal ausgeschildert ist, mithilfe des Flyers „Traumroute Burgwaldpfad“ begehen – eine Wanderkarte ist darüber hinaus stets nützlich.
In Göttingen beginne ich die Tour an der alten Schule, dem schönsten Fachwerkhaus im Ort, direkt an der Bundesstraße 252 gelegen. Nach wenigen Metern durch den Ort taucht man, einen Hohlweg bergauf, gleich in die Kühle des Burgwalds ein. Der Weg führt 20 Minuten durch einen frühlingshaften Mischwald und vorbei an einem kleinen See, stets bergan auf das Plateau des Burgwalds.
Ein Wegweiser zeigt an, dass es bis zur nächsten Ortschaft – Oberrosphe – 4,7 Kilometer weit zu wandern ist, also eine gute Stunde. Nach etwa einem Kilometer auf dem Forstweg erscheint linker Hand  eine Lichtung und am Wegesrand ein kleiner Rastplatz. Einen Moment die Stille, die milde Witterung und die Vogelstimmen genießen – das tut gut.
Über eine Waldwiese geht es weiter, und es riecht nach Maikraut – Anfang April – ist das denn möglich? Am Waldrand entlang, zur Talmulde und weiter durch den Wiesengrund, bis der Ortsrand von Unterrosphe zu sehen ist. Von hier aus geht es wieder bergauf, vorbei an der Wolfshainhütte, und dann kommt ein Wegeabschnitt für Genießer. Immer naturbelassener wird der Weg, nahezu auf gleicher Höhe verlaufend. Die Waldbilder wechseln hin zu schönem Buchenwald mit dem ersten Grün, durch das ein prächtiger Blick auf Burg und Dorf Mellnau noch möglich ist. Zuletzt führt ein schmaler Pfad hinab nach Oberrosphe zum Museum im alten Forsthof.

Zu Ostern ins Museum

Der Name des Dorfes, für manche bereitet die richtige Aussprache zunächst Probleme, hat keltische Wurzeln und geht auf „roos – affa“, was sumpfiges, fauliges Wasser  bedeutet, zurück. Ab Ostern ist das Dorfmuseum samstags und sonntags nachmittags geöffnet,  mit Sonderschauen unter anderem zu „Kitteln und Schürzen“. Und es gibt dort Kaffee und Kuchen.

Noch im Dorf schlagen die Kirchenglocken gerade 12 Uhr. Das gibt es noch in diesem Dorf. Ebenso einen kleinen Dorfladen. Ein  Besuch der kleinen Kirche lohnt sich auf jeden Fall. Die ältesten Bauteile stammen aus dem  elften Jahrhundert, der Fachwerkoberstock aus dem Jahr 1726 und im Inneren sind eine Kanzel aus 1713 im Bauernbarock und ein Taufbecken aus 1726 zu sehen.
Bergauf führt der Weg aus dem Dorf zum Aussichtspunkt „Am Rienert“. Ein Blick auf Oberrosphe im Tal und dahinter die Burgwaldbergkette mit Stirnhelle,  Gerlachsberg und Geiershöh (403 Meter).

Wegweiser in Mundart

Durch eine kleine Talmulde gelangt man zum Vogelschutzgehölz Wollenscheid, wo eine kleine, neue Hütte durch Wanderfreunde und die Stadt Wetter errichtet, eine perfekte Rastmöglichkeit bietet. Von hier aus sieht man ein neues Gebäude am Ortsrand von Oberrosphe, ein Holzheizschnitzelheizwerk, das Strom erzeugt und Wärme für mehr als 100 Haushalte liefert. Oberrosphe  ist nämlich Bioenergiedorf.
Nach schöner Rast geht es bei angenehmer Mittagssonne weiter, vorbei am Forsthaus Mellnau und dem daneben liegenden Wanderparkplatz, wo ein schöner Brunnen zum Planschen einlädt. Hier beginnt der Kuckucksweg – ein Rundweg zum Sehen, Hören und Staunen. Sprachboxen entlang des Weges weisen in Mellnauer Mundart auf die örtlichen Sehenswürdigkeiten hin.
Der Weg bergan nach Mellnau wird nun immer naturnaher, aber auch steiler, zuletzt ein schmaler, in Serpentinen aufwärts führender Traumwanderpfad auf weichem Waldboden. Rund 100 Höhenmeter gilt es bis kurz vor Mellnau zu überwinden, eine schweißtreibende Wegstrecke. Vorbei am Wanderparkplatz „Alte Höhle“ führt der Weg auf der Dorfstraße zur Burg Mellnau. Diese wurde ab 1248 bis 1250 von den Mainzer Erzbischöfen erbaut und war bis 1510 mit Burgmannen besetzt. Von dem knapp 20 Meter hohen Bergfried hat man einen grandiosen Blick zum Marburger Schloss und zur Amöneburg, bei klarer Sicht bis hin zum Taunus, Vogelsberg und Hochsauerland.
Direkt an der Burg befindet sich die Kuckuckshütte, in der am Wochenende eine Einkehr bei Speisen und Getränken möglich ist.

von Gerd Daubert

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