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Acht Wochen im Zeichen des Wanderns

Auftakt Wanderserie Acht Wochen im Zeichen des Wanderns

Es geht in den Burgwald, ins Lahn-Dill-Bergland, durchs Marburger Land – und zwei Abstecher in Nachbar-Landkreise sind mit dabei. Nach der OP-Wanderserie 2012 ist Gerd Daubert nun wieder unterwegs für die OP.

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Ein Stückchen Traumroute mit Ausblick

Marburg . Morgen beginnt bei der Oberhessischen Presse die Wandersaison. Der passionierte Wanderer Gerd Daubert, ein absoluter Kenner des heimischen Wegenetzes, ist wieder für die Zeitung unterwegs und stellt in den kommenden acht Wochen freitags in der OP jeweils eine Route vor. In der Vor-Oster-Woche erscheint die Serie schon am Donnerstag.
Die Auswahl der Strecken ist vielfältig. Die Routen führen in vier verschiedene Regionen und werden geübten Wanderern ebenso gerecht wie Anfängern und Gelegenheitswanderern.  Kurze und längere Strecken sind dabei, leicht zu bewältigende Routen und Wege, die dem Wanderer durchaus ein wenig Kondition abverlangen.
„Die Tour durchs Schächerbachtal ist sicher einer der schönsten Wege“, sagt Gerd Daubert über die Routen, die er zusammen mit der OP ausgewählt hat. „Ansonsten kommt es immer darauf an, was der Wanderer sucht – wer kulturelle Eindrücke wünscht, für den ist die Postraubroute interessant wegen ihres geschichtlichen Hintergrunds.“ Den Eibenhardt-Pfad im Burgwald empfiehlt Daubert aufgrund der Kürze (sieben Kilometer) für Einsteiger. Und die Burgwaldroute biete mit ihren Waldpfaden ein tolles Naturerlebnis – eine Strecke für alle, die gern mitten im Wald unterwegs sind.

Viele zertifizierte Wege

Viele Menschen haben das Wandern längst für sich entdeckt – in den vergangenen Jahren gab es einen echten Boom. „Das Entscheidende ist, dass man es einfach einmal ausprobiert – Strecken von unter zehn Kilometern Länge sind für Ungeübte gut geeignet“, sagt Daubert. Anfänger und Gelegenheitswanderer seien gut beraten, sich kürzere Strecken zu suchen, „denn ein bisschen Kondition braucht man schon“, betont der Wanderfachmann. Er empfiehlt jenen, „die völlig ungeübt sind“, ein paar Wochen regelmäßiges Training – etwa mit Nordic Walking oder durch längere Spaziergänge.
Dass Gelegenheitswandern im Kommen ist, stellte der Deutsche Wanderverband jüngst in einer Untersuchung fest. „Die Zahl derer, die ab und zu wandern, hat sich fast verdoppelt“, berichtet Daubert über die Studie. Und gerade für diese Gruppe der Wanderer habe die heimische Region viel zu bieten – mit den Routen „Schächerbachtal“ und dem Eibenhardt-Pfad enthält die Serie zwei besonders für Einsteiger geeignete Touren.
Von gelegentlichem Wandern kann in den kommenden Wochen bei Gerd Daubert keine Rede sein. Bis Mitte Mai wird der 67-Jährige 110 Kilometer zu Fuß bewältigen und sich die acht Routen dabei genau anschauen. „Wandern ist aufwändiger als Joggen oder Fitness-Studio – aber es eignet sich durchaus als Training“, weiß Daubert, der von seinem Hobby körperlich und seelisch profitiert: „Wandern hält fit – und der Aufenthalt in der Natur hilft, mit Problemen besser klarzukommen.“

Zudem ist Wandern eine schöne Möglichkeit, die eigene Heimat besser kennenzulernen.
Die Menschen in der Region profitieren von einem guten Wegenetz, vielen zertifizierten Strecken und von der Arbeit der Regionalvereine, die das Thema Wandern in den vergangenen Jahren weit vorangebracht haben. „Wir stellen fest, dass unser Wanderwegenetz nicht nur touristisch interessant ist – auch die Einheimischen bewerten es sehr positiv und die Wandervereine nehmen es auch gern an“, berichtet Daubert, der sich im Vorstand des Regionalvereins Burgwald-Ederbergland engagiert und auch dort mit Tourismus und Wandern beschäftigt.
Beim Wandern in der Region kommt man zumeist auch ohne eine spezielle Ausrüstung aus. Gute Schuhe allerdings sind wichtig.

Auf die Schuhe kommt es an

„Auf ebenen Wegen reicht vielleicht auch schon ein fester Turnschuh“, weiß Silke Krug vom Marburger Outdoor-Laden Tapir, „ansonsten ist es erforderlich, einen Schuh zu tragen, der den Knöchel stützt und dessen Sohle so stabil ist, dass man damit auch auf Geröll laufen kann.“ Einen guten Wanderschuh bekommt man zum Preis von 180 bis 230 Euro, sagt die Fachfrau und rät von Billig-Wanderschuhen ab: „Meistens sind sie schlecht verarbeitet und die Sohlen sind nicht ausreichend stabil.“
Wer sich auf eine mehrstündige Wanderung begibt, der sollte sich zudem mit einem Rucksack ausrüsten, um etwas Proviant und in jedem Fall Getränke mitzunehmen. „Der Rucksack sollte gepolsterte Träger und ein gutes Rückensystem haben – ansonsten kann man an dieser Stelle eher sparen als bei den Schuhen“, empfiehlt Krug und gibt eine Preisspanne von 70 bis 100 Euro an, die man für einen guten, kompakten Wanderrucksack anlegen sollte.

Wandern mit Kindern

Zur Regenjacke, die bei trübem Wetter mit zur Ausstattung des Wanderers gehört: Silke Krug empfiehlt leichte, atmungsaktive Jacken, die wasserdicht statt nur wasserabweisend sind. Für um die 100 Euro seien bereits gute Modelle erhältlich. Wandern mit der ganzen Familie – auch das bietet sich an in der Region. Der Deutsche Wanderverband weist darauf hin, dass Familienwanderungen einer guten Vorbereitung bedürfen. Empfohlen werden abwechslungsreiche Strecken und Rundwege: „Ein enger Pfad, auf dem vielleicht auch einmal geklettert werden muss, ist allemal abwechslungsreicher als eine öde Forstpiste“, heißt es beim Wanderverband. Und weiter: „Liegt  dann noch ein Wasserfall, ein Bach oder eine Grillstelle am Weg, ist der Erfolg schon fast garantiert“.
Zur Länge der Strecke, die Kinder bewältigen können, nennt der Verband eine Faustregel: Lebensalter mal 1,5. So schafft beispielsweise ein Sechsjähriger neun Kilometer. Wenn es bergauf oder bergab geht, entsprechen 100 Höhenmeter einem Kilometer bei dieser Faustformel. Vor allem kommt es aber auf die Ausdauer jedes einzelnen Kindes an – und darauf, dass allen Wanderern in der Gruppe klar ist, dass immer der schwächste Teilnehmer das Tempo und die Pausen bestimmt.

Verhalten im Wald

Wer wandert, muss Rücksicht nehmen – auf die Natur, auf andere Menschen, die unterwegs sind, auf jene, die im Wald arbeiten. „Grundsätzlich ist jeder im Wald willkommen – und anders als Radfahrer dürfen Fußgänger auch überall hin“, verdeutlicht Lutz Hofheinz, Forstamtsleiter in Kirchhain. „Wanderer dürfen sich auch fernab der Wege aufhalten und umschauen – auf Brutstätten von Vögeln oder auf ein Kitz, das im Gras oder an einer besonders ruhigen Stelle abgelegt wurde, sollten sie allerdings Rücksicht nehmen und Abstand halten.“ Hofheinz weist auf eine Änderung hin, die sich im vergangenen Jahr durch die Novelle des Waldgesetzes ergeben hat. Demnach ist das Rauchen im Wald, das bislang nur während des Sommerhalbjahres untersagt war, nun ganzjährig verboten – es sei denn, der jeweilige Waldbesitzer genehmigt es ausdrücklich. „Wer rauchen will, sollte also an den Waldrand gehen oder warten, bis er wieder im freien Feld ist“, rät Hofheinz. Durch Fällarbeiten kommt es gelegentlich vor, dass Wanderwege gesperrt werden müssen. „Es gibt immer einen alternativen Weg“, sagt der Forstmann und fordert Wanderer auf, gesperrte Pfade nicht zu betreten – denn es kann gefährlich werden, wenn Bäume gefällt werden.

Die Wanderstrecken:

1. Burgwaldpfad

2. Postraubroute

3. Rotes Wasser (Burgwald)

4. Sagenhaftes Schächerbachtal (Homberg)

5. Higenotten- und Waldenserpfad

6. Drachenflug (Burgwald)

7. Lahnwanderweg Marburg - Fronhausen

8. Elbenhardtpfad

Zur Person

Gerd Daubert schnürt die Wanderschuhe und ist in den kommenden Wochen für die OP unterwegs auf acht heimischen Wanderwegen.

Der 67-Jährige leitete bis 2011 das Amt für den ländlichen Raum und war in die Gründung der Regionalvereine Lahn-Dill-Bergland und Burgwald involviert. Daubert ist ein absoluter Kenner der Region und hat an der Entwicklung des Wanderwegenetzes entscheidend mitgewirkt. Zudem ist er ein passionierter Wandersmann. Daubert lebt in Cappel, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter.

von Carina Becker

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Wanderserie (1/8)

Einer der attraktivsten Abschnitte der rund 51 Kilometer langen „Traumroute Burgwaldpfad“ von Marburg nach Frankenberg führt von Göttingen durch Oberrosphe nach Mellnau,
dem Tor zum Burgwald.

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