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Ungestörtes Toben in freier Natur

"Unsere Spielplätze": Amöneburg Ungestörtes Toben in freier Natur

Getreu dem Motto „Weniger ist mehr“ setzt die Stadt Amöneburg auf wenige, aber dafür gut ausgestattete und besondere Spielplätze. Die Resonanz zeigt: Das kommt an.

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Der Spielplatz an der Wenigenburg in Amöneburg liegt idyllisch inmitten der Natur. Er bietet neben Klettermöglichkeiten, Schaukeln, einer Seilbahn und einer Rutsche auch eine Hängebrücke und wird besonders von auswärtigen Eltern und Kindern gern genutzt.

Quelle: Katharina Kaufmann-Hirsch

Amöneburg . Ruhe. Das suchen die Wenigsten, die auf einen Spielplatz gehen. Und doch ist es genau das, was man in Amöneburg findet. Auf dem Spielplatz an der Wenigenburg ist kein Autolärm zu hören, kein Zug, der vorbei rauscht, keine Baustellengeräusche, die herüber dringen. Stattdessen hört man Vögel zwitschern und Kinder lachen. Der Spielplatz an der Wenigenburg liegt eingebettet in der Natur zwischen Stadt und Ruine – und strahlt einen einzigartigen Charme aus. Wahrscheinlich auch deshalb trifft man dort viele nicht-Amöneburger mit ihren Kindern an.  

So wie Claudia und Stefan Zinkan. Die Kleinseelheimer sind mit ihren beiden Jungs oft auf Spielplätzen unterwegs – und kommen gerne auf die Amöneburg. „Wir sind viel auf Spielplätzen unterwegs, fahren auch gezielt zu tollen Plätzen hin“, erklärt der Familienvater. Und so können die Vier aus Erfahrung berichten, wo sich schöne Spielplätze befinden und wo sich das Hinfahren richtig lohnt. „Ein toller Spielplatz ist die Piratenbucht in Stadtallendorf“, berichtet Mutter Claudia. Der Spielplatz am Schönbacher Bürgerhaus sei ebenfalls sehr gelungen.

„Und der hier in Amöneburg ist auch immer einen Ausflug wert“, ergänzt Stefan Zinkan. Und das, obwohl der Platz für den Kleinsten der Familie nicht ganz so viel zu bieten hat. „Es gibt hier kein kleines Klettergerüst und keine kleine Rutsche. Für einen Eineinhalbjährigen ist die Rutsch-Kletter-Kombi aber noch zu groß“, kritisiert Zinkan. Da müsse dann immer ein Erwachsener mit hoch klettern.

Dafür gibt es eine Kleinkindschaukel und Federwippen für die jüngsten Besucher. „Aber wenn die Kleinen sehen, dass die Großen klettern und rutschen, dann wollen sie das eben auch“, erklärt Mutter Claudia Zinkan und schickt ihren Ehemann dem Sohnemann hinterher.

Fußballplatz ist abgesperrt

Auf einer Bank sitzen drei weitere Mütter und schauen ihren Kindern beim Spielen zu. „Wir gehen nicht mehr allzu oft auf Spielplätze“, berichten die drei aus Klein- und Großseelheim stammenden Frauen. Ihre Kinder seien zwischen sieben und acht Jahren alt. „Die wollen lieber auf einen Bolzplatz zum Fußball spielen, aber heute war das Wetter so gut, dass wir dachten, wir fahren mal hierher“, ergänzen sie.

Die Kinder toben wenige Meter weiter in der Natur. „Leider ist der Fußballplatz abgesperrt. Da waren sie schon ein bisschen enttäuscht“, sagt eine Mutter und zeigt auf die Jungs, die die Hügel rund um den Spielplatz hinauf und hinunter klettern. Ihre Tochter schaukelt derweil zufrieden.

Zufrieden ist auch Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg mit der Situation der Spielplätze seiner Stadt. Elf Flächen gibt es in Amöneburg und den Stadtteilen. Ihre Zahl wurde in den vergangenen Jahren bewusst reduziert, wie Richter-Plettenberg erläutert: „Dadurch soll dem demographischen Wandel entsprochen werden, in dem Schwerpunkte gesetzt werden“, berichtet das Stadtoberhaupt.

In kleineren Orten reiche oft ein Spielplatz aus. Aus diesem Grund sei in Rüdigheim ebenso ein Spielplatz abgebaut worden, wie in Roßdorf und der Kernstadt selbst. Zudem stelle man regelmäßig die Standorte konstruktiv in Frage, um neue Spielplätze nahe den Neubaugebieten zu ermöglichen und näher bei den Kindern zu sein.

Vieles ist in Eigenleistung entstanden

„Wir haben auch einige tolle Eigenleistungsprojekte vorzuweisen“, erklärt der Bürgermeister nicht ohne Stolz: „In Mardorf wurde ein alter Spielplatz in Kooperation mit einem Verein zu einem Mehrgenerationenplatz mit integrativen Elementen umgebaut.“ Drei Jahre habe das Projekt gedauert und sei ein Highlight geworden.

Ebenfalls rundum erneuert wurde der „Hunnenspielplatz“ in Erfurtshausen. Für diesen Platz wurden laut Richter-Plettenberg sogar individuelle Spielgeräte angefertigt. Besonderheit dort ist ein Wasserspielbereich, der gerade an heißen Tagen für „cooles“ Spielen sorgen soll.

„Wir haben in den vergangenen zehn Jahren stetig in die Erneuerung und in die Pflege und Wartung der Geräte investiert, so dass aktuell für laufende Neuanschaffungen und Ersatz nur rund 10 000 Euro jährlich erforderlich sind“, betont Richter-Plettenberg. Den größten Kostenbrocken würden die regelmäßigen Spielplatzprüfungen einnehmen, die sehr konsequent überwiegend von städtischem Personal ausgeführt würden. Die Personal- und Sachkosten dafür beziffert der Bürgermeister auf etwa 50 000 Euro im Jahr.

Die Rechnung der Amöneburger scheint auf jeden Fall aufzugehen. Die Resonanz auf den Spielplätzen zeigt, dass das Konzept ankommt. „Weil der Platz so schön in der Natur liegt, die Kinder ungestört toben können und man den Ausflug hierher mit einem Spaziergang verbinden kann, kommen wir gerne hierher“, sagt eine Oma, die mit ihrem Enkelkind aus Kirchhain auf dem Spielplatz an der Wenigenburg zu Besuch ist. Der Opa genießt derweil die Ruhe und die Aussicht von den Hügeln hinunter ins Ohmtal.

  • Im nächsten Serienteil geht es am 25. November um „Unsere Spielplätze“ im Lahntal.
Aus der Statistik
  • Zahl der Spielplätze:  insgesamt 11 Spielplätze in der Stadt und den Ortsteilen
  • Größe: jeweils bis mehr als 1 000 Quadratmetern 
  • Haushaltsmittel:  rund 10 000 Euro für Neuanschaffungen, Ersatz, Wartung und Pflege sowie etwa 50 000 Euro Personal- und Sachkosten für Unterhalt und Pflege der Spielplätze
  •  Empfehlung: Spielplatz an der Wenigenburg Amöne­burg, Mehrgenerationenplatz Kellmarkstraße Mardorf, Hunnenspielplatz Erfurtshausen, Spielplatz Am Warthügel in Rüdigheim

von Katharina Kaufmann-Hirsch

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