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Jeder Platz hat eine Besonderheit

"Unsere Spielplätze": Kirchhain Jeder Platz hat eine Besonderheit

An Spielplätzen mangelte es der Stadt Kirchhain nicht, allerdings waren 70 Prozent der Spielgeräte älter als 20 Jahre. Das musste geändert werden. Mittlerweile gibt es weniger Spielplätze, aber fast überall neue Geräte.

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„Unsere-Spielplätze“-Tester Janne sitzt auf der Rutsche der Spielfläche im Fasanenweg. In Kirchhain wird nach und nach jeder Spielplatz mit einer Besonderheit ausgestattet.

Quelle: Katharina Kaufmann-Hirsch

Kirchhain. „Jetzt nochmal alleine, ganz alleine“, ruft Janne und zeigt energisch auf die Seilbahn. Die hat es dem Zweieinhalbjährigen angetan. Wieder und immer wieder will der OP-Spielplatz-Tester hinauf
auf das Gerät auf dem Kirchhainer Spielplatz „In den Lambern“. Und am liebsten gar nicht mehr hinunter. Irgendwann kann sich Janne nicht mehr halten. Plumps, liegt er im Sand – lachend. „Das hat Spaß gemacht“, erklärt er.

Selbst Erwachsenen fällt das Aufsteigen schwer

Praktisch ist, dass der kleine Mann nicht besonders tief gefallen ist. Gerade mal einen halben Meter schweben die Kinder auf der Seilbahn des Spielplatzes über dem Boden. Unpraktisch dagegen ist, dass selbst Erwachsene es schwer haben, von der Plattform auf den Sitz der Bahn zu steigen, da der als Reifen fungierende Stopper zu weit vorne angebracht ist. Ein Mangel, der dem Spaß allerdings keinen Abbruch tut.
„Wir legen Wert darauf, dass jeder unserer Spielplätze eine Besonderheit aufweist“, erklärt Meike Bonsa, Mitarbeiterin des Fachbereichs 4 und zuständig für die Spielplätze der Stadt Kirchhain: „Etwas, das die Kinder immer wieder gerne genau dort hinkommen lässt. Etwas, das diesen Spielplatz von einem anderen unterscheidet.“

70 Prozent der Spielgeräte war älter als 20 Jahre

Das war nicht immer so: Im Jahr 2007 hatte die Stadt Kirchhain 59 Spielplätze. 29 davon befanden sich in der Kernstadt, 30 in den zwölf Ortsteilen. 70 Prozent der Spielgeräte war älter als 20 Jahre, 90 Prozent der Geräte älter als acht Jahre. Das geht aus einem Sachstandsbericht aus eben jenem Jahr hervor. „Es wurde 20 Jahre lang mehr oder weniger nichts getan“, berichtet Bonsa. Und weil es 2006/2007 eine Veränderung in den Normen für Spielplätze gab, entsprach mehr als die Hälfte der Spielgeräte diesen Neuerungen nicht mehr. „Es war an der Zeit, das Thema mal genau unter die Lupe zu nehmen“, ergänzt Bürgermeister Jochen Kirchner.

Und genau das hat die Stadtverwaltung getan. Es wurde ein Sachstandsbericht erstellt. Und auf dessen Basis wiederum die „Spielraumoffensive“ entwickelt. Dieses Papier legt fest, dass die Stadt nach und nach bestehende Flächen verbessert, einige neue herrichtet und einige alte aufgibt. „Das gab zwar einen riesigen Aufschrei von Seiten der Politik und aus der Bevölkerung, weil wir Spielplatzflächen als Baugrundstücke zum Verkauf angeboten haben“, erinnert sich Bürgermeister Kirchner und fügt hinzu: „Es war aber nötig. Und genau das Richtige.“

18 Spielplätze wurden bereits aufgewertet

Heute hat die Stadt Kirchhain insgesamt 26 Spielplätze in der Kernstadt und den Stadtteilen. 18 davon wurden bereits aufgewertet, also mit neuen Geräten ausgestattet. Bei sechs Flächen steht die Aufwertung in den nächsten Jahren noch an. „Wir haben kontinuierlich Jahr für Jahr mehrere Spielplätze saniert und neu aufgebaut“, berichtet Bonsa nicht ohne Stolz.
Entstanden sind viele verschiedene neue Abenteuer-Gelände, alle mit einer eigenen Besonderheit: „In den Lambern“ ist das die von Janne so begeistert angenommene Seilbahn, im Annapark eine Röhrenrutschenkombination, am Sandfang ein Sinnespfad, in der Straße „Am Steinbachsgraben“ eine Supernova, im Fasanenweg eine Achter-Wippe sowie ein Doppel-Federtier.

Als einer der ersten runderneuerten Spielplätze war der im Stadtteil Schönbach fertig. Nach Meinung vieler Eltern ist der  neben dem Dorfgemeinschaftshaus liegende Platz besonders gut gelungen. Ein Wasserlauf, eine Kletterwand, ein Kletterfelsen und ein Sandsee sind dort entstanden. „Es ist richtig toll hier“, erklärt eine Mutter begeistert, während ihre Tochter den Wasserlauf erkundet.

Kleinster Spielplatz ist der am Burgholzer Aussichtsturm

Wichtig war und ist den Kirchhainern, dass alle Spielplätze altersgerecht angelegt sind „und zwar sowohl für Kleinkinder als auch für 14-Jährige“, betont Bonsa. So gibt es fast überall neben Kleinkindschaukel oder Rutsche auch eine Tischtennisplatte, einen Basketballkorb, Tore oder ein Trampolin.
Der Entscheidung, wo ein Spielplatz erneuert, wo einer abgebaut wird, liegt eine Einwohnerstatistik und eine Altersstruktur der Bevölkerung in den einzelnen Stadtgebieten zugrunde. „Denn“, so erklärt Bonsa“, „dort, wo vor 20 Jahren viele Kinder waren, sind heute kaum noch welche und umgekehrt.“
Der kleinste Spielplatz ist der am Burgholzer Aussichtsturm mit 377 Quadratmetern, der größte der am Sandfang mit 4 400 Quadratmetern. Die meisten Spielgeräte – nämlich 13 – stehen auf der Spielfläche in Sindersfeld. Und eine Seilbahn gehört dort auch zum Inventar.
Lesen Sie am Montag, 5. Oktober, den nächsten Serienteil:„Unsere Spielplätze“ in Cölbe.

von Katharina Kaufmann-Hirsch

Aus der Statistik
  • Zahl der Spielplätze: 26
  • Größe: von 377 bis 4 400 Quadratmeter
  • Spielgeräte: zwischen zwei und 13 Spielgeräten je nach Größe der Fläche.
  • Haushaltsmittel: mindestens 25 000 Euro im Jahr für Investitionen. Dazu kommen die Kosten für den Unterhalt der Spielplätze und Spielgeräte – 2015 sind dafür 17 100 Euro vorgesehen – und die Arbeitsstunden der Bauhofmitarbeiter – 2015 angesetzt mit 120 000 Euro.
  • Empfehlungen: Spielplatz „Am Sandfang“ in Kirchhain; Spielplatz „In den Lambern“ in Kirchhain; Spielplatz  „Annapark“ in Kirchhain; Spielplatz „Zwetschenweg“ in Schönbach, Spielplatz „Grüner Weg“ in Sindersfeld.
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