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Märchen, Moore und Perspektiven

"Unsere Heimat", Folge 5: Rauschenberg Märchen, Moore und Perspektiven

Auen, märchenhafte Moore und historische Bauwerke gibt es hier. Doch Rauschenberg und seine Ortsteile bieten weit mehr als malerische Landschaft und Sehenswürdigkeiten.

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Quelle: Tobias Hirsch

Rauschenberg . Eingebettet in grüne Wälder und hügelige Felder liegt die Stadt Rauschenberg. Idyllisch am Waldrand auf einem Gipfel thronend überragt die imposante, aus dem 13. Jahrhundert stammende Stadtkirche die malerische Kleinstadt.

Rauschenberg vereint Tradition und Moderne. Die 4 600 Einwohner zählende Kommune hält das Andenken an Vergangenes in Ehren und investiert in die Zukunft. Malerische Fachwerkhäuser prägen sowohl größtenteils das Ortsbild der Kernstadt als auch das der sieben Ortsteile.

Die Geschichte der Kommune reicht weit zurück – im Falle des Burgwalddorfes Bracht sogar bis in die Altsteinzeit. An den Osthängen der Hirschberge fanden Forscher Feuersteinspitzen, die auf die Zeit zwischen 1 Million bis etwa 20 000 Jahre vor Christi geschätzt werden. Spuren eines Lagerplatzes mittelsteinzeitlicher Jäger entdeckten Forscher in der Nähe der Franzosenwiesen.

Das Hochmoor im Burgwald gehört zu den schönsten Sehenswürdigkeiten an den Wanderwegen. Auch Schwabendorf blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück: Im Jahr 1687 flohen protestantische Glaubensflüchtlinge aus Frankreich und siedelten sich „auf der Schwabe“ an.

Märchenhaftes wie der Brachter Druidenborn / Drusenborn oder die Schlossruine in der Kernstadt harmoniert in Rauschenberg mit Zukunftsprojekten wie dem Neubau des Kindergartens. Die Stadt investiert in die Infrastruktur, baute vor wenigen Jahren die Mehrzweckhalle in Bracht oder das Bürgerhaus „Storchennest“ in Ernsthausen. Es mangelt jedoch an Gewerbe, was sich im Haushalt der Stadt negativ bemerkbar macht. Allerdings ist die Infrastruktur recht intakt: Die angrenzende B 3 erleichtert berufsbedingtes Pendeln nach Marburg. Zwei Kindergärten, eine Vorschule und die Grundschulen in Rauschenberg und Bracht ermöglichen den Jüngsten Schulbildung vor Ort.

Einen besonderen Stellenwert hat das Brauchtum. Rauschenberg besitzt seine eigene Tracht – eine städtische evangelische Tracht, die nur hier getragen wurde. Auch wenn die letzte Trägerin der Rauschenberger Tracht 1990 verstarb, hält die Trachtengruppe die Tradition weiter am Leben.

von Nadine Weigel

Nächste Woche geht es weiter mit Marburg (westliche Stadtteile)





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