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"Das Haus ist total wichtig für Lohra"

Daten "Das Haus ist total wichtig für Lohra"

Zu Gegenwart und Zukunft der 10 Dorfgemeinschaftshäuser in der Gemeinde befragt die OP die Ortsvorsteher. Elfriede Köhler erläutert, warum das Bürgerhaus für die Bevölkerung in Lohra von großer Bedeutung ist.

Lohra. Für Lohras Ortsvorsteherin Elfriede Köhler ist das Bürgerhaus in Lohra nach wie vor ein Haus von den Bürgern für die Bürger. In den 1960er Jahren wurde es als Mehrzweckhalle errichtet. Vor dem Bau hatte sich ein Förderverein gegründet. Es sei viel Geld gespendet worden, um die Mehrzweckhalle bauen zu können.

Zudem sei jedes Jahr ein Heimatfest ausgerichtet worden, dessen Erlös in die Kasse zum Bau des Hauses floss. „Nicht nur finanziell auch kulturell wurde ein wichtiger Beitrag geleistet“, erklärte Köhler. Insgesamt seien 70000 Mark zusammen gekommen.

„Dieses Haus hat viel für Lohra bedeutet und das tut es noch heute“, sagt die Ortsvorsteherin. Auch wenn sie eingestehen muss, dass sich ein Wandel vollzieht - trotz allem werde das Bürgerhaus gebraucht und auch genutzt. Dort finden Kunstausstellungen und die Tage der Integration statt. Der Burgverein richtet im Bürgerhaus seine Faschingsveranstaltung aus, die Kirche ist als Veranstalter im Haus und auch viele privaten Feiern finden dort statt.

1998 wurde der Anbau mit dem Gruppenraum errichtet. Auch bei diesem Bau hätten sich die Vereine beteiligt und „standen immer hinter dem Haus“, so Köhler. Vor fünf Jahren wurde der Mehrgenerationenspielplatz am Bürgerhaus errichtet. Dieser werde häufig genutzt - vor allem bei Veranstaltungen. Dass das Haus behindertengerecht ist, darüber ist Köhler besonders froh.

Als „undenkbar“ bezeichnet sie einen Zustand ohne das Bürgerhaus. Das Haus diene aus ihrer Sicht auch als verdeckte Vereinsförderung, denn noch würden die Vereine es nutzen, ohne dafür einen Beitrag zu zahlen. Auf diese Weise sei es fast täglich ausgelastet. Die Vereine durch Beiträge für die Nutzung an den Kosten des Hauses zu beteiligen, hält die Ortsvorsteherin für möglich, doch werde dadurch nur ein relativ geringer Betrag in die Kasse fließen.

Das Bürgerhaus habe den Vorteil, dass es von 2009 bis 2011 mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II umfangreich saniert worden ist.

Zum jetzigen Stand sei fast nichts zu renovieren, sagt Köhler. Die Gemeindeverwaltung bestätigt dies in ihrer Aufzählung des Sanierungsbedarfs. Allerdings müssten noch Folgendes erneuert werden: der Fußboden im kleinen Saal, die Trennwand zwischen dem großen und dem kleinen Saal, die Küche und die Theke zum großen Saal sowie die Tische und Stühle müssten ausgetauscht werden. Den Sanierungsbedarf schätzt der Gemeindevorstand demnach auch als gering ein.

Um das Haus in Zukunft wirtschaftlicher zu betreiben, seien nach Köhlers Auffassung viele Möglichkeiten „denkbar und auch machbar“. Realistisch sei zum Beispiel ein Förderverein-Konzept.

„Man muss sehen was die Zeit bringt.“ Das Bürgerhaus werde nach wie vor gut genutzt - zum Beerdigungskaffee würden bis zu 150 Personen kommen. „Das Haus ist total wichtig für Lohra“, sagt Elfriede Köhler.

Daten: Das Dorfgemeinschaftshaus Lohra wurde 1966 errichtet. Es hat einen großen Saal, in dem 304 Sitzplätze sind, einen kleinen Saal mit 64 Sitzplätzen und einen Gruppenraum mit 68 Sitzplätzen. Es verfügt über 3 Küchen, 2 Theken, Duschen und Sportboden. Der große Saal wird 25 Stunden pro Woche genutzt, der kleine 0 Stunden und der Gruppenraum 4 Stunden. Die Auslastung liegt beim großen Saal bei 26 %, beim kleinen bei 6% und beim Gruppenraum bei 17 %. Im Jahr 2011 standen Kosten in Höhe von 138441, 38 Euro Erträgen von 15216,36 Euro gegenüber. Das Haus ist barrierefrei und es besteht nur ein geringer Sanierungsbedarf.

(Angaben: Gemeinde Lohra)

von Silke Pfeifer-Sternke

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