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Vitamine satt bis in den frühen Winter

Saisongarten Vitamine satt bis in den frühen Winter

Die Beete in den Gärten sind weitgehend abgeerntet. Nun wird es Zeit, für den Herbst und Winter vorzusorgen. Den freien Platz kann man zur Neueinsaat nutzen.

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Radieschen haben 94 Prozent Wassergehalt und strotzen vor Vitalstoffen, unter anderem Vitamine A, B1, B2 und C sowie den Mineralstoffen Eisen, Calcium und Kalium. Foto: Inga Kjer/dpa

Quelle: Inga Kjer

Marburg. Bevor Hobbygärtner die zweite Kultur in den Boden bringen, sollten sie ihn mit Dünger versorgen, denn die erste Ernte hat ihm viele Nährstoffe entzogen. Man bringt jetzt entweder einen Mineraldünger ein oder einen organischen Dünger. Geeignet ist auch fertiger oder halb verrotteter Kompost. Wichtig ist die Fruchtfolge: Mittelzehrer werden nach Starkzehrern angebaut und Starkzehrer nach Mittelzehrern.

Spinat und Mangold

Für Spinat findet man jetzt gewiss ein geeignetes Plätzchen. Er wächst sehr schnell. Zehn bis zwölf Wochen nach der Aussaat kann er geerntet werden. Zur späteren Aussaat wählt man späte oder winterharte Sorten. In nicht allzu kalten Wintern - wie den vergangenen beiden - kann man im März noch einmal ernten.

Den Spinat bitte nicht düngen, er bildet sonst in den Blättern zu viel Stickstoff, und das ist nicht gesund. Beliebt sind winterharter Mangold. Das sehr feine und pflegeleichte Gemüse sollte man eigentlich bis Mitte August ausgesät haben. Der Stielmangold wird in Reihen ausgesät, muss nach dem Auflaufen verzogen werden. Er bleibt den Winter über im Freien und wird laufend geerntet.

Verschiedene Kohlsorten

Auch Kohl kann man jetzt nochmals setzen, man benötigt allerdings kräftige Setzlinge, aus der Gärtnerei oder selbst gezogene. Grünkohl sollte spätestens im August in den Boden, damit er den ganzen Winter über geerntet werden kann. Butterkohl kann man auch jetzt noch säen, die Setzlinge kommen im Oktober ins Freiland.

Sie überwintern am besten unter einer Reisig-Decke und wachsen im Frühling zügig weiter. Winterblumenkohl kommt jetzt auf die Beete, ihn kann man im März nur ernten, wenn der Winter mild war. Wer jetzt noch Adventswirsing pflanzt, kann die feinen Köpfe zu Weihnachten ernten. Was nur wenige Hobbygärtner nutzen: Wer jetzt Kohlrabi pflanzt, hat Ende Oktober nochmals frische Kohlrabi-Knollen.

Allerlei bunte Salate

Salat wächst schnell. Also füllt man viele Lücken auf den Beeten jetzt mit ihm. Salate können bis zu den ersten Nachtfrösten geerntet werden. Säen kann man alle Sorten von Pflücksalat, er wird bereits nach vier Wochen und dann laufend bis in den späten Herbst geschnitten.Auch Kopfsalat bildet noch Köpfe. Wichtig ist es, späte Salate zu wählen, die nicht schießen.

Bis Weihnachten ernten kann man Winterendivien und Zuckerhutsalat. Beide Salat-Arten deckt man beim ersten Frost mit Folie oder einem Folientunnel ab. Auch für Radicchio ist jetzt noch Zeit, manche Sorten können bis Dezember geerntet werden, sie treibt aus langen Pfahlwurzeln sogar noch im zeitigen Frühling kleine lockere Köpfchen, vorausgesetzt, man schneidet das Herz nicht ganz ab.

Zuckerhut und Endivien werden gesetzt, Radicchio gesät und nach dem Auflaufen verzogen. Feldsalat wird geerntet, wenn die anderen Salate draußen keine Chance mehr haben. Sät man ihn noch im August, kann man im Herbst ernten. Was im September gesät wird, wächst noch kräftig heran und kann den ganzen Winter über bis in den März hinein gepflückt werden.

Um keine Zeit zu verlieren, darf man den Feldsalat ruhig unter die noch stehenden Kohlköpfe säen. Ebenso ein ausgesprochener Wintersalat ist der Winterportulak, der bei den geringsten Wärmegraden im Winter fleißig weiterwächst. Wenn man ihn abschneidet, wachsen die Blattschöpfchen immer wieder nach.

Man sät den Winterportulak - wie den Feldsalat - jetzt als Untersaat und später auf freie Beete. Löwenzahn muss spätestens jetzt ausgesät werden, am besten in Reihen. Wenn sich im Februar die ersten Blattspitzen zeigen, bedeckt man sie mit schwarzer Folie oder umgestülpten Blumentöpfen, denn gebleicht schmeckt Löwenzahn zarter.

Zwiebeln und Lauch

Wer jetzt noch Lauch pflanzt, muss darauf achten, winterharte Sorten zu wählen. Nur sie werden noch kräftig heranwachsen und nicht faulen. Für zarte Zwiebeln im Frühling kann man jetzt noch sorgen. Wie wär‘s mit Maizwiebeln? Sie sind winterhart und wachsen bis zum Wonnemonat zu frischen kleinen Zwiebelchen heran.

Frisches Zwiebellaub kann man ab Februar ernten, wenn man im September einige einfache Küchenzwiebeln in den Boden steckt. Sie treiben dicke Büschel grünen Zwiebellaubes, das man als Würze verwendet.Knoblauch, der ab September in den Boden kommt, keimt schon im Februar. Die im Herbst gesetzten Pflanzen werden größer und sind früher zu ernten als Knoblauch, der im Frühjahr gesteckt wird.

Radieschen und Rettich

Radieschen kann man den ganzen Sommer über säen, also auch jetzt noch. Einen Platz findet man immer. Wichtig ist, dass man eine Sorte wählt, die Hitze verträgt und dass man die Radieschen immer gut gießt. Bei Trockenheit werden sie holzig.

Topinambur, die süßliche Alternative zur Kartoffel, kann man bis November setzen. Aus einer kleinen Knolle wächst ein ganzes Kilo Topinambur heran. Die Pflanzen werden im nächsten Sommer sehr hoch. Man muss einen Platz wählen, wo sie keine anderen Pflanzen beschatten.

von Hartmut Berge

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