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Keller wird zum Winterquartier

Saisongarten Keller wird zum Winterquartier

Es gibt eine Reihe von Knollen- und Zwiebelgewächsen, die nicht winterfest sind und vor dem ersten Frost umgesiedelt werden sollten.

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Fein angeordnet: Hyazinthen.

Quelle: Archivbild

Marburg. Ob Begonien, Dahlien oder Gladiolen, für die Überwinterung gibt es eine Grundregel: „Bis zum Frühjahr sollte man sie trocken, luftig und kühl aufbewahren“, sagt Ute Kurbatfinski. Sie arbeitet seit 26 Jahren in der Produktion und im Verkauf der Gärtnerei Kurz in Gladenbach-Bellnhausen. Im Grunde kommen alle empfindlichen Knollen und Zwiebeln bei Temperaturen zwischen acht und zwölf Grad gut durch den Winter. Die Idealtemperaturen weichen zwar leicht davon ab, sind aber eigentlich nur etwas für Profis, weil sie zu Hause so genau nicht einzuhalten sind.

Ein grundsätzlicher Tipp: Der Ziergartenbesitzer hat es später beim Auspflanzen leichter, wenn er die Knollen für die Überwinterung nach Art, Farbe und Standort kennzeichnet.

Dahlien

Sobald der erste leichte Frost die oberirdischen Teile der Pflanze zerstört hat, die Blätter schwarz werden und herunterhängen, müssen die Knollen an einem trockenen Tag aus der Erde. Das Strauchwerk vorher kurz über dem Boden - etwa zehn Zentimeter oberhalb der Knolle - abschneiden.

Bei trockenem, frostfreiem Wetter lässt man sie draußen abtrocknen, indem man sie mit dem Stängel nach unten aufhängt. Dann werden sie geputzt. Man kann sie auch oberflächlich von Erde säubern und im Haus an einem luftigen, trockenen Platz auslegen, bis sie angetrocknet sind. Für die richtige Lagerung gibt es seitens der Fachleute recht unterschiedliche Angaben. Jedenfalls sollte man sie in ein Torf-Sand-Gemisch betten. Eine Temperatur von etwa fünf Grad sind ideal zum Überwintern. Ute Kurbatfinski rät, die Knollen regelmäßig zu überprüfen. Angefaulte Stellen schneidet man aus.

Knollenbegonien

Wenn die oberirdischen Teile der Knollenbegonie absterben, das heißt, gelb werden, müssen die Pflanzen aus der Erde und vor Frost geschützt aufbewahrt werden. Sind sie ganz verwelkt, entfernt man abgestorbene Stängel und Blätter, die Knollen werden gesäubert und mit der rauhen Seite nach oben in feuchten Torf gelegt. Bis zum nächsten Frühjahr werden sie bei zehn bis zwölf Grad gelagert.

Gladiole

Die Knollen der Gladiolen hebt man mit einem Spaten oder einer Grabegabel aus. Manche Hobbygärtner tun dies bereits im September. Weil die oberirdischen Teile der Gladiolen weniger frostempfindlich sind, schadet es nichts, wenn sie erst im November aus dem Boden gehoben werden. Beim Roden wird das Laub etwa fünf bis zehn Zentimeter oberhalb der Knolle abgeschnitten. „Gleichzeitig löst man die kleinen Brutknöllchen ab, die sich an der Mutterknolle gebildet haben“, rät Kurbatfinski. Die Knollen werden an einem luftigen Platz ordentlich getrocknet. Profis lassen sie bei fünf bis zehn Grad überwintern.„Obststiegen sind ideal zur Lagerung, lassen sich luftig aufeinander stapeln“, sagt die Expertin.Die mitgeernteten Brutknöllchen wäscht der geneigte Ziergartenfreund gründlich und bewahrt sie in einer extra Kiste auf.

Blumenrohr (Canna)

Nach dem ersten Frost wird der Stängel der Canna etwa zehn Zentimeter über dem Boden abgeschnitten. Dann den Wurzelstock mitsamt Erde ausgraben und bei etwa 16 Grad überwintern. Der Stock sollte leicht feucht sein. Deshalb packt man ihn am besten in eine Plastiktüte. Das schützt ihn vor Austrocknen. „Im Februar kann man die Pflanze zunächst im Blumentopf vorziehen und bei warmen Temperaturen schon mal raus­stellen“, sagt Ute Kurbatfinski.

Schmucklilie

Wenn die Blüten welken, werden die Stiele dicht über dem Boden abgeschnitten. Die Pflanze wird mit Ballen ausgegraben und frostfrei, zugfrei und hell aufbewahrt. Acht Grad sind eine ideale Überwinterungstemperatur. Je kühler der Ballen steht, desto weniger Gießwasser wird über den Winter benötigt.

Sterngladiole

Die Zwiebelknollen werden vor vor dem ersten Frost aus der Erde genommen. Nach dem Entfernen der Erde werden sie idealerweise bei 15 bis 18 Grad trocken gelagert. Diese Temperaturen sollte man möglichst einhalten. Hält man die Zwiebelknollen kühler, verstocken sie leicht, das heißt, die Oberfläche verhärtet sich so, dass die Triebe schlechter durchkommen können.

Hyazinthen

Die Pflanzengattung aus der Familie der Spargelgewächse (Archivbild) ist winterhart. Wenn sie nicht zu eng im Beet sitzen, sollte man sie in der Erde lassen. Der Boden muss locker und wasserdurchlässig sein. Bester Pflanzzeitpunkt ist das sehr zeitige Frühjahr. Dann haben die Zwiebeln genug Zeit, um Wurzeln zu bilden. Wer bereits im Herbst pflanzt, sollte die Pflanzstelle schützen, mit eine Laubdecke oder mit Reisig. Im ersten Jahr tut Hyazinthenzwiebeln ein leichter Winterschutz gut. Nach der Blüte, die im Mai beendet ist, kann man die Hyazinthen bereits auf den Winter vorbereiten, indem man nicht mehr gießt, nicht mehr düngt, Verblütes abschneidet und grüne Blätter nicht schneidet. Vor der Winterruhe schneidet man alle gelben und welken Blätter ab. Durch die niedrigen Temperaturen im Winter werden die Knollen stratifiziert. Nur dann treiben die Pflanzen im nächsten Jahr neue Blätter und Blüten. Wenn der Platz im Gartenbeet sehr begrenzt ist, kann man die Knollen über Winter ins Haus holen und im Frühjahr erneut setzen. Sie müssen kühl und dunkel gelagert werden. Im Topf vorgezogene Hyazinthen sind nicht frosthart. Man sollte sie nicht ins Freiland setzen oder stellen, wenn noch Frost zu erwarten ist.

von Hartmut Berge

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