Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Gut vorbereitet auf Beerenhunger

Saisongarten Gut vorbereitet auf Beerenhunger

Für Naschkatzen sind die süßen Him- und Brombeeren im Nutzgarten ein Muss. Jetzt im Herbst werden die Sträucher gepflanzt und zurückgeschnitten.

Voriger Artikel
Keller wird zum Winterquartier
Nächster Artikel
Feuchte Füße, trockener Kopf

Wer jetzt Himbeer- und Brombeersträucher pflanzt, kann nächstes Jahr die ersten Früchte ernten.

Quelle: Pixabay

Marburg. Es ist ein Hochgenuss, frische Beerenfrüchte im Garten zu ernten. „Die Kultur von Him- und Brombeeren gelingt, wenn man die richtige­ Sorte am richtigen Standort pflanzt und regelmäßig schneidet“, sagt Gärtnermeister Stephan Kurz. Der Fachmann aus dem Gladenbacher Stadtteil Bellnhausen erklärt, dass beide Beerenarten volle Sonne, einen warmen und windgeschützten­ Platz benötigen. Gleichwohl sollte die Luft an dem Standort zirkulieren, um Krankheiten wie dem Mehltau vorzubeugen, erläutert er weiter.

Himbeeren verlangen einen nährstoffreichen, humosen und durchlässigen Boden. Sandige und magere Böden können  mit Kompost oder verrottetem Stalldung verbessert werden.
Die obersten Wurzeln werden maximal mit fünf Zentimeter Erde bedeckt. Eine dauerhafte Mulchschicht verhindert, dass der Wurzelballen austrocknet.

Brombeeren stellen wenig Ansprüche

Brombeeren stellen an den Boden nur wenig Ansprüche. Eine Mulchschicht ist aber auch hier von Vorteil. Da Brombeer-Ranken bei Frost erfrieren können, legt man sie in rauhen Lagen im Winter auf den Boden und schützt sie mit Fichtenreisig. Oder man pflanzt die Sträucher erst im Frühjahr.

Kein wildes Gestrüpp entsteht, wenn man die Pflanzen an Gerüsten zieht. In der Reihe sollte der Pflanzabstand bei Himbeeren mindestens fünfzig Zentimeter betragen, bei rankenden Brombeeren zwei Meter.
„Die wichtigste Pflegearbeit ist der regelmäßige Schnitt“, betont Gärtnermeister Kurz.

Die Jahrestriebe sind die Basis für die Kurztriebbildung des zweiten Jahres, an deren Spitze sich im Frühjahr die Blütenstände bilden. Im Anschluss an die Fruchtausbildung haben sie ihre Funktion erfüllt und trocknen ab.

Himbeeren beim Pflanzen zurückschneiden

Beim Pflanzen kürzt man Himbeeren auf etwa 40 Zentimeter zurück. Sie bewurzeln besser und bringen kräftige Jungtriebe hervor. Nach der Ernte im Herbst werden bei einmaltragenden Sorten die Trag-Ruten am Boden abgeschnitten, die Jungtriebe bleiben, denn sie fruchten im nächsten Jahr. So wird die Verbreitung der schwer zu bekämpfenden Rutenkrankheit weitgehend verhindert.

Pro Pflanze sollte man acht bis zehn kräftige Triebe stehen lassen. Bei herbsttragender Sorte „Autumn Bliss“ schneidet man alle Triebe nach der Ernte ab.

Unter natürlichen Bedingungen wachsen Brombeeren bodennah. Sie benötigen ein Unterstützungsgerüst, damit sie wirtschaftlich und zweckmäßig bearbeitet werden können.

Auch Brombeertriebe werden beim Pflanzen zurückgeschnitten. Die heute angebotenen Sorten – einschließlich der dornlosen – brauchen eine regelmäßige Formierung und einen Rückschnitt. Vernachlässigt man dies, gibt‘s zwangsläufig einen geringeren Ernteertrag. Darüber hinaus verwildern sie. Außerdem behindern dann die Dornen die Schneidearbeit erheblich. Einjährige Ruten bilden sogleich Seitentriebe, die so früh wie möglich, ein- bis zweimal, auf kurze Stummeln zurückgeschnitten werden sollten.

Seitentriebe werden im Sommer gekürzt

Die rankenden Sorten „Theodor Reimers“ und „Loch Ness“ kann man nach folgendem Prinzip erziehen: Im ersten Jahr werden drei bis vier Triebe auf einer Gerüstseite befestigt. Sie tragen im folgenden Jahr Früchte. Aus dem Stock treibende junge­ Ranken zieht man zur anderen Gerüstseite.

Im Sommer werden die Seitentriebe (Geiztriebe) an den diesjährigen Ranken auf 20 Zentimeter eingekürzt und alle überzähligen Ranken bodennah entfernt. Aus den eingekürzten Seitentrieben wachsen im nächsten Jahr die Fruchttriebe. Nach der Ernte die abgetragenen Ruten ebenerdig entfernen. Stephan Kurz empfiehlt den Einsatz eines organischen Düngers, damit die gewünschten Ernteerträge erzielt werden können. „Organische Rohstoffe­ wirken nicht direkt, sie werden von Bodentieren und Mikroorganismen umgewandelt und von der Pflanze dann aufgenommen, wenn sie diese benötigt“, sagt Kurz.

von Hartmut Berge

Voriger Artikel
Nächster Artikel