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Früher in die Gartensaison starten

Gewächshäuser Früher in die Gartensaison starten

Die Auswahl an Gewächshäusern ist riesig. Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich das Herzstück des Gartens auch selbst bauen.

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In diesem selbst gebauten Foliengewächshaus wartet der Salat schon auf die Ernte, während die  angebundenen Tomaten noch wachsen müssen und die pikierten Blumen auf dem Regal bald  verpflanzt werden können.

Quelle: Frank Rademacher

Marburg. Tomaten und Auberginen aus dem eigenen Garten? Wer nicht ganz auf einen warmen Frühling und einen wunderbaren Sommer vertrauen mag, braucht ein Gewächshaus, wenn er die Gemüse des Südens zuverlässig ernten möchte. Mit einem Frühbeet oder dem Gewächshaus lässt sich zudem der Start in die Gartensaison locker um drei bis vier Wochen vor­ziehen.

Bei den Gewächshäusern lassen sich grundsätzlich drei Arten unterscheiden. Solche aus Glas, die mit Doppelstegplatten, oder als preisgünstigste Variante die Folienhäuser. Wer sich für das Glas entscheidet, sollte sicherstellen, dass in der Nähe keine Bäume stehen, von denen Äste oder Zweige herunterfallen können – andernfalls ist der Ärger beim nächsten Herbststurm vorprogrammiert. Doppelstegplatten aus Kunststoff sind in dieser Hinsicht etwas robuster. Das gilt auch für die Folien­häuser.

Noch wichtiger ist das Gerüst, das die Glas-, Doppelsteg- oder Folienelemente hält. Fällt der Winter mal etwas kräftiger aus und bleiben 30 Zentimeter Schnee auf dem Dach des Gewächshauses liegen, kommt eine Konstruktion aus Aluminium an ihre Grenzen. Hat sich der Rahmen einmal verzogen, sind Undichtigkeiten die Folge. Die größte Toleranz weisen hier die Häuser mit Folienbespannung auf.

Die Größe des Gewächshauses hängt von den örtlichen Gegebenheiten und den eigenen Plänen ab. Auf einer Grundfläche von sechs Quadratmetern lassen sich höchstens vier bis sechs Tomaten großziehen. Wer die Paradiesäpfel mit reichlich Nährstoffen und Wasser versorgt, muss für Stützen sorgen, denn die Tomaten können in einem warmen Sommer leicht drei Meter groß werden. Dann wird es in einem kleinen Gewächshaus aber schon eng.

Wer etwas mehr in seinem Gewächshaus anpflanzen möchte und dort auch Gemüse und Blumen auszusäen plant, braucht mehr Platz und mindestens einen Tisch, vielleicht auch ein kleines Regal. Mit solchen Anforderungen steigt allerdings der Preis für ein passendes Gewächshaus schnell in den vierstelligen Bereich – oder aber der Handwerker im Gärtner ist gefragt. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass das Gewächshaus ganz nach den indivi­duellen Ansprüchen konzipiert werden kann.

Ebener Grund und eine breite Tür sind wichtig

Tipp: Bevor man sich an eine eigene Konstruktion macht, möglichst viele Gewächshäuser, die in Betrieb sind, ansehen. Nützliche Details lassen sich dann gleich mit einplanen.

Der Bau beginnt mit der genauen Planung und der Standortsuche. Das Gewächshaus benötigt einen ebenen Untergrund, sollte gut zu erreichen sein und nicht im Schatten stehen. Besonders flexibel und einfach umzusetzen ist ein Gerüst aus Holz.

Damit das lange hält, sollte die Konstruktion auf einen gemauerten Sockel gesetzt werden und so hoch sein, dass man an allen Stellen aufrecht stehen kann. Auch die Möglichkeiten, Regalbretter oder eine breitere Tischplatte einlegen zu können, sollten bei der Konstruktion mit vorgesehen werden.

Der Eingang muss so breit sein, dass man mit zwei Gießkannen problemlos hindurchgehen kann. Dann kann auch eine Schubkarre den Eingang passieren, was hilfreich ist, wenn später einmal die Erde ausgetauscht werden soll.
Besonders wichtig ist eine ausreichende Belüftung. Türen und Fenster sollten so konstruiert sein, dass sie sich komplett schließen lassen, aber vor allem im Sommer auch für den nötigen Durchzug öffnen lassen.

Die passende Noppenfolie gibt es im Baumarkt und sie lässt sich leicht zuschneiden. Bei der Bespannung ist darauf zu achten, dass die Folie so fixiert wird, dass sie auch einem Sturm standhält.

Die kleinere Lösung ist ein Frühbeet. In dem finden zwar keine Tomaten Platz, der Kopfsalat aber bildet so schon im Mai ordentliche Köpfe und muss keinen späten Frost mehr fürchten. Besonders interessant sind mobile Frühbeete, die flexibel eingesetzt werden können. Mit ihnen kann jungen Gemüsepflänzchen an verschiedenen Orten ein warmer Start gewährt werden.

Der größte Unterschied zum Gemüsebeet ist für Gewächshaus und Frühbeet die Wasserversorgung. Wer also über das Wochenende in den Kurzurlaub fährt, muss sicherstellen, dass Aussaaten oder Pflanzen nicht trockenfallen. Sämereien und Jungpflanzen sind besonders sensibel, die einen Meter große Tomate übersteht auch zwei durstige Tage.

Ein nachbarschaftlicher Gießdienst ist hier die einfachste Lösung. Im Gegenzug dürfen sich die zuverlässigen Helfer dann im Spätsommer an der Tomaten­ernte beteiligen.

von Frank Rademacher

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