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"Nähmaschine" mit Tempo 70

Mein erstes Auto "Nähmaschine" mit Tempo 70

Der Cappler Wilhelm Arnold erinnert an sein ersten eigenen Wagen, einen Lloyd 400.

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Cappel. Mein erstes Auto habe ich im Jahre 1954 gekauft. Bis dahin war ich ein eingefleischter Motorrad-Fan, und ich war an einer 500er BMW interessiert. Doch der Autohändler Wilhelm Rösser überzeugte mich von dem Lloyd 400, Baujahr 1954 (auf dem Foto steigt Irmgard Arnold gerade aus). Das Auto hatte 400 ccm und, wenn ich mich nicht irre, ganze 13 PS. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 70 Stundenkilometer.

Mit viel Gefühl und Zwischengas schalten

Es hatte eine Dreigang-Griffschaltung und kein Synchrongetriebe. Beim Schalten musste man mit viel Gefühl und dem sogenannten Zwischengas arbeiten. Man hatte also noch kein Luxusauto. Die Karosserie war im unteren Aufbau aus Stahlblech und die Dachpartie aus einer festen Kunststoffmasse. Auf Wunsch hatte mein Auto schon ein Schiebedach.

Es wurden dann auch „größere“ Reisen gemacht, zum Beispiel in das Salzkammergut und in die Schweiz. Für die Fahrt von Marburg nach München brauchte man fast acht Stunden.

Zuverlässig bis zum Kolbenfresser

Der Motor war luftgekühlt, und ich erinnere mich noch an einige Passfahrten, zum Beispiel Sustenpass in der Schweiz (2.262 Meter), wo viele Autotypen, darunter auch große amerikanische Limousinen, am Straßenrand standen und heißgelaufen waren. Aber mein Lloyd lief immer weiter und machte Geräusche wie eine Nähmaschine. Nur einmal hat er mich im Stich gelassen, als ich ihm auf der Autobahn zu viel zugemutet hatte und ein Kolbenfresser entstand. Auto-Rösser musste abschleppen. Der Lloyd 400 wurde vom Lloyd-Alexander 600 ccm, 4 Zylinder, Synchrongetriebe und voll aus Stahlblech abgelöst. Ein solches Auto habe ich dann auch noch über drei Jahre gefahren.

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