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Geburtshelfer in der Not

Mein erstes Auto Geburtshelfer in der Not

Alfred Heckmann aus Moischt berichtet von einer ganz besonderen Fahrt mit seinem ersten Auto, einem 300er Loyd.

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Der DKW Baujahr 1937/38 war bereits das zweite Auto von 
Alfred Heckmann – von seinem Vorgänger, einem 300er Lloyd, gibt es keine Aufnahme.

Quelle: Privatfoto

Moischt. Mein erstes Auto war ein 300er Lloyd. Im Volksmund wurde er „Leukoplast-Bomber“ genannt, da die Karosserie aus Kunststoff war. Der 300-ccm-Motor hatte 12 PS. Die Höchstgeschwindigkeit lag mit Rückenwind bei etwa 70 Stundenkilometern.
Seit meinem 14. Lebensjahr habe ich immer Motorrad gefahren. DKW 90 ccm und zuletzt eine Adler 200. Meine Adler 200 habe ich 1952 bei der Firma Rösser für den Lloyd umgetauscht. Ich war zu dieser Zeit als Verwaltungsangestellter beim Arbeitsamt Marburg in der Schückingstraße angestellt.

Meine Frau und ich wohnten 1954 bei meinen Schwiegereltern in Rauischholzhausen, die 1943 nach dem Bombenangriff auf Kassel alles verloren hatten und nach Rauischholzhausen evakuiert waren.
Am 27. November 1954 erhielt ich auf meiner Dienststelle den Anruf, dass ich schnellstens nach Hause kommen soll, da meine hochschwangere Frau sofort in die Frauenklinik nach Marburg müsse.

Trotz schlechter Federung zur Frauenklinik geschafft

Ich habe mich in meinen Lloyd gesetzt, um meine Frau in die Klinik zu fahren. Die Fahrt war nicht einfach, denn meine Frau hatte schmerzliche Wehen, und ich dachte schon im sogenannten Eselsgrund, dass wir nicht mehr weiterfahren könnten.
Wir haben es trotz der schlechten Federung des Lloyd doch noch geschafft. Ein paar Stunden später konnten wir uns über die Geburt unserer süßen Tochter Kerima freuen.

Mit dem Lloyd hatten wir viel Freude. Reisen nach Bremen, Frankfurt am Main und so weiter haben wir ohne technische Schäden überstanden, wenn die Fahrten zeitlich auch etwas länger dauerten. Leider habe ich keine Fotoaufnahmen von dem Lloyd. Damals hatte ich noch keinen Fotoapparat.

Von meinem zweiten Auto sind Aufnahmen vorhanden. Es war ein DKW Baujahr 1937/38, ein Meisterwerk der Restauration. Die Kotflügel waren schwarz, die Karosserie weinrot und das Dach hellgrau. Technisch war er auch einwandfrei. Ich habe ihn lange gefahren.

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