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Ein Traum in weinrot

Mein erstes Auto Ein Traum in weinrot

Über ihren ersten eigenen Wagen - einen Renault R4 - schreibt Erika Seibert (59):

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Erika Seibert und ihr weinroter Renault R4.

Quelle: Privatfotos

Marburg. Im Dezember 1974 machte ich meinen Führerschein. Mein erstes Auto kaufte ich im Frühjahr 1975. Es war ein Renault R4, Baujahr 1968 oder 1969. Ich kaufte ihn in Kirchhain bei einem Renault-Autohaus für 1 900 D-Mark. Mein Vater, der damals schon ein paar Jahre verstorben war, fuhr auch zwei solcher Autos, den letzten auch noch meine Mutter.

Deshalb war ich von diesem Auto begeistert! Der R4 war sparsam im Verbrauch, und günstig in der Versicherung. Er hatte nur 26 PS, lief aber schon 110 km/h. Es war mein Traumauto in rot. Mit der sogenannten Pistolenschaltung kam ich sehr gut zurecht, es war etwas ganz anderes als der „Schaltknüppel“ bei anderen Autos.

Reparaturen selbst gemacht

Kleinere Reparaturen habe ich selbst gemacht, zum Beispiel wenn er Leistungsverlust hatte, habe ich den Vergaser aufgeschraubt, und diesen gereinigt, dann wieder zusammengesetzt. Anschließend habe ich mit dem Schraubenzieher an einer kleinen Schraube auf dem Vergaser das Standgas richtig eingestellt, so dass der Motor nicht ausging.

Ein paar Jahre später kaufte ich meinen zweiten R4 mit 34 PS. An diesem war am Kotflügel viel Rost. Vom Schrottplatz holte ich mir einen grünen Kotflügel für meinen weinroten R4. Mit ein paar Schrauben habe ich auch diesen selbst ausgetauscht.

Als mein Schwiegervater das erste Mal im R4 mitfuhr, rief er beim Abbiegen und in der Kurve ganz aufgeregt: „Erika, fahr langsam, der kippt gleich um.“ Das war aber nur die Federung, der R4 neigte sich eben sehr zur Seite, wenn es in die Kurven ging. Ich habe nie einen Unfall gehabt mit diesem meinem Traumauto. Eine Fahrt ging damals an den Edersee, als dieser kein Wasser hatte. Ich fuhr am Ufer hinunter in den trockenen See und über die alte gemauerte Brücke, die bei Niedrigwasser zu sehen war. Das war ein tolles Erlebnis. Das Auto hat mich nie im Stich gelassen und war immer zuverlässig, Sommer wie Winter.

Auch beruflich war ich immer auf vier Rädern unterwegs: 33 Jahre mit einem VW-Bus und jetzt im Taxi.

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