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Traumhafte Stunden im Blütenmeer

Sommergarten Traumhafte Stunden im Blütenmeer

Ein wahres Blütenmeer wächst im Garten der ­Familie Ernst. Die Blumen dürfen sich hier selbst aussäen und Insekten sind herzlich willkommen.

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Riesige Sonnenblumen, farbenfrohe Lilien, Dahlien, Löwenmäulchen und Co.: Der Garten von Familie Ernst bietet einen bunten Farbklecks direkt vor dem dahinterliegenden Wald. Bunt ist es auch in dem plätschernden Teich, in dem sich zahlreiche Fische tummeln.

Quelle: Patricia Graehling

Marburg. Schmetterlinge flattern von Blüte zu Blüte, zwischen den Pflanzen summt und brummt es kräftig und im Hintergrund erklingt das sanfte Plätschern von Wasser. Hinter dem Gartenzaun von Rosemarie und Manfred Ernst verbirgt sich ein prall gefüllter, sommerlicher Garten voller Farbe und Leben.

„Meine Eltern hatten früher einen Garten und da habe ich als Kind meinem Vater immer geholfen - wie man als Kind eben so hilft“, erzählt Rosemarie Ernst mit einem Lächeln. Für sie gehört ein Garten einfach dazu. Ein kleiner, steinerner Bär, der sich vor ihrer Laube auf einer Holzbank ausruht, ist ihr Sinnbild für das Leben mit Garten: Er bietet Entspannung, Raum zum Genießen nach getaner Arbeit. Weil sie an ihrer Wohnung in Wehrda keinen Garten haben, bewarb sich das Paar daher 1978 auf eine Parzelle im Kleingartenverein Wiesenweg. „Wenn daheim alles erledigt ist, fahren wir mit dem Fahrrad hierher. Dann haben wir schon mal eine schöne Tour hinter uns und können uns den Pflanzen widmen.“

Rosemarie Ernst ist passionierte Blumengärtnerin. Sonnenblumen, Rosen, Lilien, Dahlien und Löwenmäulchen wachsen in üppiger Pracht in der Parzelle 41 - direkt am Waldrand, in sanfter Hanglage. „Wir nehmen keine Blumen heraus, um uns Sträuße auf den Tisch zu stellen“, erklärt sie. Sie erfreut sich im Garten an den Blüten - und an den Insekten, die davon angelockt werden. „Mir sind die Tiere wichtig, sie sollen hier Nahrung finden“, erklärt sie.

Energie stammt von der Sonne

Manfred Ernst hingegen kümmert sich um das Gemüse und um seine Fische. Die leben in einem Gartenteich, dessen Pumpen die Naturliebhaber mit ­Solarzellen betreiben. Auch die Energie, die sie in ihrer kleinen Laube benötigen, stammt von der Sonne. Strom gibt es in der Anlage nicht.

Was bei der Blütenpracht und dem vielen Gemüse kaum zu glauben ist: „Wir arbeiten etwa zwei bis drei Stunden im Garten - aber auch nicht jeden Tag“, so Rosemarie Ernst. „Wir genießen den Garten auch oft einfach, lesen viel, grillen mit Freunden.“ Nur hier und da nimmt sie trockene Blüten aus den Beeten, lässt die Blumen ansonsten sich selbst aussäen und wachsen. „Trotzdem machen Blumen mehr Arbeit als Gemüse“, verrät ihr Mann. Denn das müsse man nur wässern und dann abwarten. Bei Gurken, Salat und Bohnen klappe das prima. „Nur unsere Erdbeeren haben nichts ­geschmeckt“, verrät er.

Rosemarie Ernst ist auch Kassiererin im Kleingartenverein, kennt daher die meisten Gärtner der insgesamt 111 Parzellen. Dabei ist da viel Bewegung drin: „Hier ist immer ein Wechsel, etwa wenn Pächter aus ­Altersgründen den Garten zurückgeben oder weil sie ein Haus mit Grundstück gekauft haben“, erklärt die Kassiererin. So würden zum Herbst wieder einige Parzellen frei, für die neue Pächter gesucht werden - die sich dann ihren eigenen Gartentraum erfüllen.

Gartentipp:

Viele Sorten einjähriger Blumen säen sich selbst neu aus und wachsen dann auch in den folgenden Jahren wieder in ihrem Garten. Vorteil: Sie sparen Geld für die Saat und haben keine Arbeit mit dem Aussäen. Nachteil: Die Pflanzen suchen sich ihren Platz selbst. Akelei, Goldmohn, Vergissmeinnicht und Margeriten säen sich etwa selbst aus.

von Patricia Grähling

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